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Die Change4Destination Corona-Roadmap – Weg der Destinationen in die Zukunft

Aus zahlreichen Gesprächen der vergangenen Tage mit Destination Management Organisationen (DMO) auf Landes-, Regions- sowie Stadtebene wissen wir, dass viele derzeit vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Diese betreffen einerseits die aktive Kommunikation, den Austausch und damit die Bewältigung der Krise, mit der vor allem die einzelnen Leistungsträger vor Ort sehr zu kämpfen haben. Andererseits die eigene Organisation, die in kürzester Zeit hinsichtlich der internen Kommunikation, der verschiedenen Arbeitsabläufe sowie aktueller Projektarbeit angepasst und vielerorts auf das Arbeiten von zu Hause und/oder das Arbeiten ohne gesamtes Team ausgerichtet werden musste. Hardware sowie Software müssen bzw. mussten dafür mehrheitlich erst einmal beschafft sowie eingerichtet werden. Bei einigen Organisationen erfolgte in diesem Zusammenhang leider auch das Verordnen von Kurzarbeit.

Dem anfänglichen Schock und der damit verbundenen Verwirrung und Unsicherheit um das Ausmaß der Krise, folgt nun langsam ein besseres Verständnis der Implikationen sowie ein Gefühl für die Situation. Damit einher geht ebenso die Bereitschaft, sich aktiv mit der Bewältigung zu beschäftigen sowie ebenso neue Aufgaben wahrzunehmen. Hier wollen wir ansetzen und Hilfestellung geben.

 

Unser Ansatz für ein Change-Management in Krisenzeiten

In den letzten Tagen haben wir eine Roadmap mittels Service Design auf Basis einer Szenario Map entwickelt, die eine strategische und operative Hilfestellung für Destinationen sein soll. Diese Roadmap stellt die verschiedenen Phasen einer Krise dar und zeigt auf, was man in diesen Phasen aktiv tun kann, denken sollte und fühlt, um die Krise nicht nur zu bewältigen, sondern vor allem gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Corona-Roadmap

Corona-Roadmap (anklicken zum Vergrößern)

Uns ist bewusst, dass sich dieser Phasenverlauf in der Praxis der Corona-Krise unterschiedlich ausprägt und je nach Größe der DMO unterschiedliche Handlungsalternativen bestehen, die einzelnen Phasen aktiv zu gestalten. Insofern ist unsere Roadmap als Ausgangs- bzw. Ansatzpunkt zu verstehen, der sowohl kleinere als auch größere Prozesse des Um- bzw. Neudenkens anstößt. Aus unserer Sicht ist GENAU JETZT der Moment, vieles neu zu denken!

 

Wie ist die Corona-Roadmap zu lesen?

Die Corona-Roadmap unterteilt sich in vier Ebenen.

Die erste Ebene beschreibt die Phasen (Steps) eines klassischen Krisenprozesses. Der jeweiligen Phase (Step) sind mehrere Aufgaben (Doing), Aspekte (Thinking) & Gefühle (Feeling) zugeordnet, die sich im Verlauf natürlich überschneiden können bzw. in die nächste Phase hineinreichen.

Die zweite Ebene benennt konkrete Aufgaben (Doing) und die dritte Ebene relevante Denkanstöße (Thinking) für touristische Akteure in der jeweiligen Phase. Die vierte Ebene visualisiert die Gefühlsebene (Feeling).

Grundsätzlich liest sich die Roadmap von links (Start der Krise) nach rechts (nach der Krise) – und kann somit auch als chronologische Arbeitsanleitung verstanden werden. Es besteht eine inhaltliche Kohäsion über die Ebenen hinweg, d.h. von oben nach unten.

Wie kann ich die Corona-Roadmap noch besser verstehen?

Hierzu haben wir ein einmaliges Angebot geschaffen. Am Donnerstag den 9. April von 10-12 Uhr findet ein Webinar zur Erklärung der Corona-Roadmap für Destinationen statt. Wir wollen unsere Gedanken teilen und Hilfestellung bei der Bewältigung der Krise geben. Lust, mit dabei zu sein? Dann melde Dich hierfür an.

 

Was könnt ihr in den einzelnen Phasen tun und wie?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir schon mal ein paar Ideen gesammelt. Wir werden diese Liste in den kommenden Wochen gemeinsam mit euch erweitern und ergänzen.

1. Phase:  Schock & Verwirrung

  • Status Quo Analyse mit z.B.: 
    • Umfragen / Stimmungsbarometer
    • Experteninterviews
    • Auswerten von Kennzahlen
    • Persönliche Dialoge
  • Krisenkommunikation mit z.B.: 
    • Newsletter (eigene und fremde)
    • Social-Media-Kanäle
    • B2B- & B2C-Website
    • Zusammenarbeit mit der Presse
    • Erstellung von Checklisten
  • Branchendialog intern mit z.B.:
    • Stimmungsbarometer
    • Gruppenaustausch über entsprechende digitale Formate (z.B. Gruppenforen, Videokonferenzen)
    • Persönliche Dialoge
  • Nachjustierung Werteketten mit z.B.:
    • Kostentreiber-Analyse/ Prozesskosten-Analyse
    • Cashflow sicherstellen
    • Check Fördermöglichkeiten und Finanzhilfen

2. Phase: Einsicht und Loslassen

  • Szenario-Analyse mit z.B.:
    • Brainstorming/Mindmapping
    • Marktforschung/bestehende Studien
    • Szenario-Workshops
    • Austausch mit Expert*innen
    • Hackathon
  • Finanzielle Status Quo Analyse mit z.B.:
    • Kennzahlenanalyse
    • Budgetprüfung
    • Forecasting auf Basis der Szenarien
  • Branchendialog extern mit z.B.:
    • Digitale Austauschformate (z.B. Barcamps, Gruppenforen und Videokonferenzen
    • Persönliche Dialoge mit zentralen Stakeholdern
    • Webinare

3. Phase: Offenheit und Ausprobieren

  • Öffnung der Ressourcen mit z.B.:
    • Adaptierte, entgrenzter Personal- und Ressourcenplan
    • Lockern, bzw. aus dem Weg räumen von Restriktionen
    • Neue Kooperationen und strategische Partnerschaften
    • Aktive Wissensvermittlung 
  • Identifikation neuer Aufgaben und Zielgruppen mit z.B.:
    • Zielgruppenanalysen und Workshops
    • Auswerten des veränderten Reiseverhaltens
    • (Service) Prototyping
  • Öffnung Handlungsfelder und Grenzen mit z.B.:
    • Design Thinking Methoden (z.B. Customer Journey Mapping)
    • Aufbau von Entscheidungskompetenzen und Sicherstellen der eigenen unabhängigen Handlungsfähigkei

4. Phase: Erkenntnis

  • Refokussierung der Werte und Positionierung mit z.B.:
    • Überarbeiten / Weiterentwickeln von Marken- und Positionspapieren
    • Strategieworkshops und Beratung
  • Identifikation Handlungsbedarf Produkte mit z.B.:
    • Monitoring des Gästeverhaltens
    • Ableiten von Produktkriterien
  • Neuordnung Organisation, Team, Partner und Netzwerke mit z.B.:
    • Guidelines für alle relevanten Stakeholdergruppen
    • Persönliche (digitale) Dialoge mit Schlüsselpersonen
    • Proaktives Change Management
    • Weiterbildungsmaßnahmen
  • Adaption Werteketten mit z.B.:
    • Prozessoptimierung und Budgetanpassungen
    • Definition relevanter Kennzahlen
    • Finanzierungsmodelle neu justieren

5. Phase: Integration

  • Roll out neue Geschäftsmodelle mit z.B.:
    • Neue, bzw. angepasste Gestaltung der Produkte
    • Anpassen von Angeboten und Vertriebsstruktur auf neue Zielgruppen, Positionierung und veränderte Gästebedürfnisse
    • Neue Rahmenverträge
    • Aushandeln eines angepassten politischen Auftrags
    • Angepasste Personalplanung
  • Anpassung Marketing & Kommunikation mit z.B.:
    • Contentstrategie
    • Aufbau / Einkauf von Kompetenzen 
    • Marketing-/Mediaplan
  • Feiern der Erfolge mit z.B.:
    • Tourismustag
    • Ganzheitliche Veranstaltungsformate (z.B. Tag der Region)
    • Incentives

 

Zukunftstage für Destinationen: Der Weg in eine Zukunft nach der Krise

Die weiteren Wochen sowie die Zeit nach dieser Krise sind unter den sich fortlaufenden veränderten Rahmenbedingungen – sei es national oder international – derzeit noch schwer zu skizzieren. Unabhängig davon sind wir jedoch davon überzeugt, dass es derzeit Raum und damit auch einige Möglichkeiten gibt, erste Veränderungen durch die Krise aktiv zu bewältigen und damit verbundene neue Aufgaben sowie alternative Wege zu gestalten.

Wir werden euch deshalb in den kommenden Wochen bei der Bewältigung der Krise und der Gestaltung der Zukünfte begleiten, ähnlich wie wir das bereits für den Reisevertrieb getan haben. Wir organisieren gemeinsam mit anderen Akteuren (Berater*innen, Verbänden, Unternehmen) aus der Branche Zukunftstage für Destinationen. Der Start hierfür ist der 20. April! Das Programm werden wir nach unserem Webinar zur Roadmap fixieren. Save the Date!

 

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