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Buffer arbeitet ohne Büro – machen wir schon seit 2 Jahren

Großer Beitrag vor kurzem bei t3n: Buffer schließt sein Büro. Kalter Kaffee, denken wir von Tourismuszukunft. Als Unternehmen ohne lokales Büro arbeiten wir bereits seit zwei Jahren.

Damals hat sich Tourismuszukunft zu einem Netzwerkunternehmen entwickelt. Zeit, nach zwei Jahren ein Resümee zu ziehen, wie das funktioniert. Ebenso noch einmal wichtig, da wir immer wieder Fragen zu unserem Konstrukt bekommen.

Netzwerkunternehmen heißt: Jeder arbeitet, wo er will

right way

Arbeiten, wo man möchte.

Das Unternehmen Tourismuszukunft ist noch immer in Eichstätt beheimatet. Aber die Mitarbeiter sitzen in ganz Deutschland verstreut. Und nicht nur das. Auch in Österreich und Südtirol.

Das bietet enorme Vorteile für alle: Wir sparen uns nicht nur Bürokosten, sondern ebenso manch nervige typische Büro-Diskussion: Welche Art von Wasserkästen werden fürs Büro bestellt? Wer hat die Spülmaschine wieder nicht ausgeräumt? Etc.

Wir alle sparen uns tägliche Anfahrtswege. Ich bin selbst mehrere Jahre zwischen Köln und Bonn gependelt und genieße es unglaublich, dass diese Zeit vorbei ist.

Jeder arbeitet, wie und wo er selbst eben am besten arbeiten kann. Der eine benötigt einen Schreibtisch und einen klar abgegrenzten Büroraum. Der andere arbeitet zu Hause in der Küche, im Wohn- und Schlafzimmer. Und wiederum der nächste geht vielleicht lieber in ein Café mit Wlan oder einen Coworkingspace. Jeder eben, wie es ihm gefällt. In die Karibik ausgewandert ist jedoch noch keiner.

Netzwerkunternehmen heißt: Wir sind näher am Kunden

Wenn jeder arbeitet, wo er will, heißt das auch, jeder ist an anderen Orten und Regionen präsent. Jeder hat sein eigenes Netzwerk und einen direkten Draht, was in der eigenen Region passiert.

Auf gute Leute verzichten, nur weil diese nicht in Eichstätt und näherer Umgebung wohnen? Nein danke.

Für eine zweistündige Netzwerkveranstaltung quer durch Deutschland fahren? Kann man sich schenken, wenn ein anderer Kollege sowieso dort in der Gegend wohnt.

Netzwerkunternehmen heißt: Effektivere Arbeitszeit

Ich habe früher in einem normalen Büro gearbeitet. Kennt ihr sicher: Da kommt die Frage von gegenüber, wie das und das noch mal bei Excel ging – und schwupps, fangen zeitgleich drei Mitarbeiter zu googlen an. Oder man sitzt gerade an einer Aufgabe, die Konzentration erfordert und in einem Aufwasch erledigt werden sollte – steht der Chef in der Tür und sagt „Hast du mal eben eine Minute?“

Nun, wir haben keinen Kollegen im gleichen Raum sitzen. Und auch keinen Chef, der mal eben im Türrahmen stehen kann. Das einzige, was uns von der Arbeit ablenken kann, sind aufpoppende Mails, Social Media Inhalte, WhatsApp- oder Facebook-Nachrichten oder auch ein Anruf. All das könn(t)en wir auch ausschalten, wenn wir woll(t)en. Das heißt: Wir bestimmen, ob wir gerade gestört werden können oder nicht (wobei hierzu ebenso die Frage gehört, wie stark uns oben genannte Dinge überhaupt stören).

Netzwerkunternehmen heißt: Trotzdem Austausch

Community

Austausch – über welche Kanäle auch immer

Eigentlich ja aber schon schön, dass man den Kollegen von gegenüber mal kurz etwas fragen kann, oder? Sehen wir genauso. Deshalb sind wir auch nicht einfach selbstständig arbeitende Personen, sondern ein Netzwerk von selbstständig arbeitenden Personen.

Wir nutzen SocialCast als Enterprise 2.0-Lösung zur Abstimmung von größeren Aktionen bzw. zum internen Teilen von relevanten Linktipps. Wir nutzen WhatsApp zum kurzen schnellen Austausch (ersetzt quasi das quer-über-den-Tisch-rufen im Büro). Dabei gibt es sowohl eine gemeinsame Gruppe für alle, als auch Projektgruppen oder bilaterale Nachrichten. Wie es in einem gemeinsamen Büro einen gemeinsamen Server mit allen Informationen gibt, nutzen wir Google Drive. Jeder kann also schauen, wie der Projektstand bei den Kollegen ist. Somit herrscht bei uns enorm viel Offenheit, ohne dass wir uns ein Großraumbüro teilen.

Und neben den digitalen Meetings gibt es ja noch unsere Innovationsmeetings. Bei diesen stecken wir mehrmals im Jahr für mehrere Tage unsere Köpfe ganz offline zusammen und hecken neue Ideen aus.

Netzwerkunternehmen heißt: Pünktlicher

Meeting

Pünktlich zum Meeting

Einer meiner Lieblingssätze bei der Buffer-Story:

„Ein festes Büro provoziert nur Verspätungen, etwa bei Meetings, weil man warten muss, bis alle Mitarbeiter da sind“, schreibt Gründer Joel Gascoigne.

Das typische „Ich hole mir noch schnell einen Kaffee. Oh, die Kanne ist leer. Ich setze schnell noch eben neuen Kaffee auf.“ entfällt. Stattdessen treffen sich die Mitarbeiter von Buffer jetzt zum – pünktlichen! – Hangout.

Ähnlich bei uns: einmal wöchentlich gibt es ein festgelegtes wöchentliches Meeting, jeweils Montag 10 Uhr. Dass man irgendwelche Messen oder manchen Workshop-Termine nicht komplett von den Montagen fernhalten kann, ist klar. Aber zumindest sorgt jeder Mitarbeiter von Tourismuszukunft dafür, dass der Zahnarzttermin eben nicht unbedingt auf Montag 10 Uhr gelegt wird oder die Telefonkonferenz mit einem Kunden, die auch um 9 Uhr oder um 14 Uhr stattfinden kann. Mehr Disziplin, weniger Ablenkung. Trotzdem: immer noch genug Frotzeleien und Spaß im Team. Egal ob per WhatsApp oder in der Montag-Morgen-Besprechung.

Netzwerkunternehmen heißt…

Buffer meint zur Umgestaltung ihrer Bürostruktur:

In jedem Fall halte man den Schritt, das Büro zu schließen, für richtig. Dies erlaube mehr Freiheiten, erleichtere die Arbeit über unterschiedliche Zeitzonen und erhöhe die Produktivität.

Gut, die unterschiedlichen Zeitzonen spielen bei uns von Tourismuszukunft (noch?) keine Rolle. Aber die Punkte

  • mehr Freiheiten
  • erleichterte Arbeit
  • und erhöhte Produktivität,

diese Punkte können wir auch nach zwei Jahren noch immer unterschreiben!

Vor allem heißt Netzwerkunternehmen für uns aber auch: Wir sind ein Team!

Team

Lieber gemeinsam als einer allein.

Viel Erfolg, Buffer, und ganz viel Spaß mit der neuen Arbeitssituation. Werdet ihr – unserer Erfahrung nach – ganz sicher haben!

Und jetzt seid ihr dran!

Für uns als Team bringt die Struktur des Netzwerkunternehmens also nur Vorteile. Wie aber sieht das für euch, unsere Kunden aus?

Wir sehen auch aus Kundensicht größtenteils Vorteile. Diese stellen wir euch in einem späteren zweiten Blogpost vor. Dafür interessiert uns natürlich auch euer Feedback: Welche Vor- oder auch Nachteile haben sich für euch durch unsere Neustrukturierung ergeben? Oder ist für euch vielleicht alles genauso geblieben wie vorher? Gerne rein in die Kommentare mit euren Erfahrungen! Vielen Dank!

 

1 Kommentar zu
Buffer arbeitet ohne Büro – machen wir schon seit 2 Jahren

Ich habe von Anfang an kein Büro gehabt. Es bietet sich bei einem Netz-Unternehmen auch einfach an. Mit meinen Kunden habe ich auch nur über das Internet Kontakt, da bestehen also keine Nachteile.

Von den enormen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen will ich gar nicht sprechen.

Die beiden einzigen Nachteile, die mir auffallen:

1. Manchmal brauch man etwas länger, um in Arbeitsstimmung zu kommen.
2. Es gibt schon Teamaufgaben, die sich besser mit örtlicher Nähe abbilden lassen. Ein meiner alten Firma hatten wir jeden morgen ein Stand-Up-Meeting. An Tagen an denen nicht alle Teilnehmer im Büro waren, hat das schon genervt. Und Pair-Programming lies sich auch nicht so problemlos durchführen.

Alles in allem würde ich sagen, dass die Vorteile ohne Büro letztlich überwiegen. Letztlich sollte sich jede Organisation mit ihren Bedürfnissen auseinander setzen und dann entscheiden, ob sie noch ein Büro braucht.

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Kristine Honig

... ist seit Mai 2014 Netzwerkpartnerin und Beraterin bei Tourismuszukunft. Sie studierte Tourismuswirtschaft, ergänzt durch ein späteres Fernstudium zum Social Media Manager. Praktische Erfahrungen sammelte sie während ihrer 13jährigen Tätigkeit im Tourismusmarketing, u.a. beim Niederländischen Tourismusbüro. Ihre Themen sind Storytelling & Blogs, Personas & Customer Journeys, Barcamps & Seminare.