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WhatsApp im Tourismus

Am vergangenen Wochenende habe ich in meinem „Immer wieder TZonntags“-Beitrag auf die WhatsApp-Aktion des Hamburger Flughafens hingewiesen. Diese hatte das Ziel aktuell über den Streik am Airport zu informieren. Wir hatten diese Idee schon vor drei Jahren und wollten diese mit einer Destination umsetzen. Leider ist das dann nicht dazu gekommen. Um so schöner ist jetzt zu sehen, dass diese Möglichkeit der Kommunikation endlich auch im Tourismus Einzug erhält. Einige Radiosender nutzen WhatsApp nämlich schon länger. Aber in welchen touristischen Bereichen kann WhatsApp zur Kommunikation überhaupt eingesetzt werden?

Natürlich in Flughäfen zur Informationsweitergabe bei Streiks. Denkbar ist aber auch eine Erweiterung über Streiks hinaus. Wieso WhatsApp am Flughafen nicht auch dauerhaft einsetzen? Hier würde man den Fluggästen (und Abholern) zum Beispiel die Suche nach dem nächsten Infopunkt ersparen, da sie direkt eine Nachricht schicken könnten um gewünschte Informationen zu bekommen – seien es Abflug- oder Ankunftszeiten, das richtige Gate oder eben Streikinfos. Die Fragen hierbei sind vielfältig.

Über Twitter vom Airport Hamburg geteiltes Bild zu den WhatsApp-Streikinfos

Über Twitter vom Airport Hamburg geteiltes Bild zu den WhatsApp-Streikinfos

Macht ein WhatsApp-Einsatz auch in Destinationen Sinn?

Ähnliches gilt für eine Destination: Statt den Weg zur Touristinfo suchen zu müssen, könnten Gäste in einer Region sich Informationen per WhatsApp zuschicken lassen. Dafür müssen aber die Website sowie alles Informationsmaterial mobil abrufbar sein, damit man in den Nachrichten Links mit weiterführenden Informationen verschicken kann. Bei Destinationen mit vielen internationalen Gästen muss dann natürlich zumindest auch in den Hotels – besser in der ganzen Destination – freies WLAN zur Verfügung stehen.

Gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten?

Denkbar ist ein WhatsApp-Einsatz sicherlich auch für Reiseveranstalter und Reisebüros. Ähnlich wie ein Chat auf der Website könnten so in kurzen Konversationen offene Fragen geklärt werden.

Ein weiters Best Practice für den WhatsApp-Einsatz im Tourismus liefert das Neandertal-Museum in Mettmann, das seit September 2014 WhatsApp zur Kommunikation einsetzt. In einem Blogbeitrag beschreiben sie dabei die Idee, Hintergründe und versuchen mögliche Bedenken bezüglich der Sicherheit zu nehmen. Und auch das Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center nutzt WhatsApp schon länger. Gefällt mir! 😉

Gerade jetzt, wo WhatsApp auch als Desktop-Version angeboten wird, ist dessen Einsatz aus meiner Sicht in jeglichen Bereichen des Tourismus sinnvoll. Was haltet ihr davon? Seht ihr den vermehrten WhatsApp-Einsatz in Zukunft als realistisch an? Oder haltet ihr das für unnötig?

Viele Grüße,

Ben.

7 Kommentare zu
WhatsApp im Tourismus

Coole Sache, ich sehe aufgrund der echt massiven Verbreitung von WhatsApp da wirklich große Zukunftschancen.

Natürlich müssen da noch die ganzen Flughäfen mitspielen – noch gibt es nicht überall free WLAN. Und gerade Touristen haben (zumindest bis die lächerlichen Roamingkosten endlich gefallen sind) Internet-Connectivity im Ausland deaktiviert.

Hallo Tom,

auf jeden Fall! Die Chancen dazu stehen sehr gut. Erst mal vor allem im Inlandstourismus oder bei guten WLAN – wie du ja schon sagtest. Aber zumindest in Deutschland gibt es immer mehr Mobilfunkverträge, die EU-Roaming beinhalten. Das ist schon mal ein erster Schritt. Flächendeckendes WLAN wird da wohl leider noch länger auf sich warten lassen. Es bleibt auf jeden Fall interessant. 🙂

Viele Grüße,
Ben.

WhatsApp arbeitet momentan sogar an einer Oberfläche für Unternehmen (spekuliert man zumindest, seitdem es eine Web-Version für den Browser von der beliebten App gibt). Ich denke als Brand kann man sich dann dort auf der Web-Oberfläche einloggen und mit seinen Kunden kommunizieren. Ähnlich wird es ja bereits bei der Messaging App Lime durchgeführt, wenn ich mich nicht irre.

In naher Zukunft wird sich bestimmt einiges bei WhatsApp bezüglich Werbemöglichkeit für Unternehmen tun. Schließlich mill M.Zuckerberg auch Geld damit verdienen.

Wir haben für einen Kunden von uns (Hotelerie) ein Konzept erarbeitet, welches nicht nur auf das Thema Marketing abzielt sondern den Kundenservice verbessert. Anwendungsfälle gibt es viele, vor allem in der Tourismus oder auch Gastro-Branche.

In unserem aktuellen Blogpost, fassen wir einen Teil dieser Anwendungsfälle mal zusammen: https://www.webzunder.com/de/whatsapp-fuer-unternehmen-keine-schlechte-idee/

Ich hoffe, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch hiesige Unternehmen den Sinn hinter WhatsApp und Co erkennen und über ihren Tellerrand hinweg sehen.

@Andre: Ich denke, dass die immense Popularität von Whatsapp gerade darauf basiert, dass Werbung noch keinen Einzug gehalten hat.

Zuckerberg bekommt durch Whatsapp keine zusätzlichen Werbeplätze, aber er bekommt bessere Profile, und das schlägt sich dann auf die Werbeeinnahmen bei FB nieder. Ich gehe davon aus, dass er clever genug ist, das zu erkennen 🙂

Spannend! Wir beschäftigen uns, aus Mangel an Ressourcen, bisher nur am Rande damit, sind aber total begeistert von den Möglichkeiten. Gerade als u.a. Betreiber der größten Campingplätze Deutschlands (Nordsee) ist das für uns der logische nächste Schritt, um mit unseren Gästen in Verbindung zu treten. Danke für den Beitrag.

“Sonnige” Grüße aus dem Wangerland an der Nordsee…

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Benjamin Gottstein

…ist Netzwerkpartner im Bereich Market Research bei Tourismuszukunft. Er studierte den Bachelor Geographie mit Schwerpunkt Freizeit, Tourismus und Umwelt an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit 2010 arbeitet er als Praktikant, Werkstudent und seit 2012 als Projektleiter im Bereich Market Research bei Tourismuszukunft. In seiner Bachelorarbeit beschäftigte er sich mit dem Thema Crowdsourcing. Seine Schwerpunkte sind im Bereich Keywordanalysen, Markenwerte, KPIs, Potentialanalysen und Crossmedia.