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Mehr Innovation in Reiseführer Apps: Ein Konzept

Vor zwei Wochen erhielten wir eine Mail von Jan Breier,  Medieninformatiker aus Bremen mit einer ganz spannenden Aussage erhalten.

janbreier

In den letzten Monaten habe ich gemerkt, dass es mich etwas ärgert, dass man so viel Arbeit und Mühe in seine Bachelorarbeit steckt, die dann doch einfach nur in der Schublade der Hochschule verschwindet. Dabei sind viele meiner Ideen wirklich gut gewesen (z.T. aber auch schwer/aufwändig umzusetzen). Aber das bekommt natürlich keiner mit – und mobile Reiseführer sind langweilig wie eh und je…

Wir unterstützen natürlich alle, die ihr Wissen teilen wollen! In Folge war es klar, dass wir seine durchaus richtungsweisenden Ideen kommunizieren wollen – natürlich in seinen Worten! Hier ist sein Gastbeitrag.

Gastbeitrag: Alter Wein in neuen Apps

Während Apps für das Smartphone oder den Tablet PC seit einigen Jahren sämtliche Bereiche der Medien-, Spiele- und auch der Tourismus-Welt umkrempeln, scheinen Reiseführer hiervon bislang fast unberührt. Seit über hundert Jahren gibt es sie nun in Form von Büchern. Seit einiger Zeit auch als App. Doch eine Veränderung, oder gar Innovation, ist kaum spürbar.

So setzen die großen Verlage auf das altbewährte Reiseführer-Rezept und servieren einen Mix aus Informationen, “geheim” Tipps, Bildern, manchmal Videos und Öffnungszeiten. Alles wie bisher. Warum also eine Reiseführer-App kaufen?

Ein alternativer Zugang – Unsichtbares Bremen!

Wie es auch anders gehen könnte zeigt das Konzept des Stadtführers Unsichtbares Bremen – Eine Stadt im Wandel der Zeit. Vision dahinter ist es, Informationen auf eine neue und interaktive Art zu vermitteln. Und scheinbar langweilige Fakten damit spannend und erlebbar zu machen.
Erreicht wird dies durch eine Vielzahl außergewöhnlicher Funktionen: Längst verschwundene Gebäude werden, einer Zeitreise ähnlich, wieder sichtbar gemacht, die Kamera wird genutzt um Straßennamen zu erkennen und ihre Bedeutung zu erklären, oder das Display eines iPads wird zum virtuellen Fenster und lässt den Nutzer hinter Wände oder in den Untergrund gucken.
Moment. In den Untergrund gucken? Es gibt Orte, die spannende Geschichten erzählen, jedoch nicht (mehr) sichtbar sind. In der Bremer Altstadt ist dies beispielsweise ein mittelalterlicher Friedhof, der heute vergraben unter einem Blumenmarkt liegt. Herkömmlichen Reiseführern wäre dies höchstens einen Nebensatz wert, denn zu sehen ist ja nichts von alledem. Lässt man den Nutzer nun aber einen virtuellen Blick unter den Asphalt werfen, wird der verschüttete Friedhof zu einer interessanten Geschichte. Gräber oder Grabbeigaben werden sichtbar, der lebhafte Blumenmarkt scheint vergessen.

Reiseführer Digital

Ein Prototyp

Aber dies ist nur das ausgefallenste der vorgestellten Konzepte. Der Video-Prototyp des Stadtführers zeigt in einer Vielzahl von unterschiedlich aufwändigen Funktionen, was heute längst möglich wäre – jenseits von Hotelsuche oder den “Top 10” einer Stadt. Ergänzt wird der Prototyp durch genaue Beschreibungen und Analysen. Das visuelle und inhaltliche Konzept der App ist Teil einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit, die aktuelle Reise- und Stadtführer Apps vergleicht und den Markt analysiert und auch ganz generell über die derzeitigen technischen Möglichkeiten und Fallstricke informiert.

Warum das Ganze?

Doch wozu das alles? Als Inspiration. Für die großen Verlage, für interessierte App-Entwickler. Für jeden, der auch enttäuscht ist von dem Einheitsbrei, der uns in digitalen Reiseführern vorsetzt wird. Trotz der vielen neuen Möglichkeiten…

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Und die Bachelorarbeit gibt es auch noch zum kostenlosen Download.

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Mehr Innovation in Reiseführer Apps: Ein Konzept

wir erstellen seit 2 Jahren einen historischen Atlas der jeweiligen Gegend, die Informationen von den Historikern und Heimatvereinen werden in unserem Archiv gebündelt und können auch gleichzeitig kostenlos per App mit der Augmented Reality-Technik (Erweiterte Realität) abgerufen werden.

So haben selbst kleine Dörfer wie Reitwein im Oderbruch ihren eigenen Reiseführer und eine App. Von Bremen findet man aktuell über 100 Punkte unter: http://www.veikkos-archiv.com/index.php?title=Bremen

Ich finde das eine gute Idee. Gerade im Bereich der Reisen und des Urlaubs können solche Apps wirklich den Touristen helfen. Warum also nicht vorhandenes Wissen den Menschen über und mit Apps näher bringen.

Ich finde das die Reisebranche in den Bereichen Responsive Design, Mobile Marketing und wie hier angesprochen, den Apps noch Aufholbedarf hat. Gerade das ganze Reisethema bietet doch eine hervorragende Plattform für Apps und dergleichen. Habe jedoch das Gefühl das sich die Großen Unternehmen davor fürchten, bzw. erstmal abwarten was die anderen machen.

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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