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Touristische Routen spielerisch entdecken

Vor einigen Jahren habe ich mich mit einem Professor unterhalten, der mir von dem Trend Geogames berichtete. Für sich und seine Kinder hatte dieser Prof. damals ein kleines Programm geschrieben, welches den Radausflug mit den Kindern interessanter gestalten sollte. Während des Ausflugs mussten die Kinder virtuelle Gegenstände einsammeln, diese mit anderen Personen tauschen und weitere Aufgaben entlang des Radwegs lösen. Seine Erfahrung damit war, dass dieser Familienausflug zum kurzweiligsten seiner Art wurde weil die Kinder beschäftigt waren und einen zusätzlichen Anreiz hatten. Damals sollte es bei dieser einmaligen Sache bleiben, die dieser Professor für sich entwickelt hatte.

Aus dem Begriff Geogames ist mittlerweile der Begriff Gamification geworden, welcher dadurch aber nicht weniger interessant für die Tourismusbranche ist.

Auch die Idee hat sich weiterentwickelt und inzwischen gibt es Firmen, welche dazu ein fertiges Produkt entwickelt haben.

Gamification-Produkte im Tourismus

Eines dieser Produkte am Markt ist Tripventure. Touristiker haben in einem Editor die Möglichkeit Routen anzulegen oder POIs zu bezeichnen und entsprechend zu den Routen bzw. POIs Aufgaben zu hinterlegen:

  • Es können multimediale Inhalte zu einem Punkt oder einer Route hinterlegt werden
  • Zusätzlich können Comics und Animationen zu einem Punkt hinzugefügt werden
  • Es besteht die Möglichkeit Aufgaben zu stellen, z.B. Rätsel wohin der Gast als nächstes gehen kann
  • Außerdem können Aufgaben erstellt werden, zu denen es Punkte gibt

In diesem Artikel soll aber nicht so sehr das Tool vorgestellt werden, vielmehr stehen die neuen Möglichkeiten wie damit Routen digital aufgewertet werden können im Vordergrund.

Storytelling und Gamification wird damit leicht möglich, da jeder mit Hilfe dieser Tools und einem Editor seine eigenen Geschichten entwickeln kann:

  • touristische Routen können digital mit einer neuen Story versehen- und damit für neue Zielgruppen aufbereitet werden: z.B. für Familien
  • touristische Orte oder Routen können thematisch anders aufgeladen werden und damit für Gäste mit speziellen Interessen dargestellt werden: z.B. aus einer Route wird eine Kriminalgeschichte
  • touristische Orte und Routen können z.B. mit Comics, Zeichnungen und Videos besser dargestellt und Inhalte leichter kommuniziert werden

Was ergibt sich daraus für die Branche?

Ich glaube, dass mit solchen Diensten eine neue Entwicklung für die Tourismusbranche angestoßen wird und das Thema Storytelling und Gamification so eine neue Bedeutung bekommt. Das Aufladen von Orten, Routen und POIs mit digitalen Informationen wird zu einem täglichen Geschäft werden, um touristische Produkte und Infrastruktur angepasst für die Zielgruppen und Themengruppen aufzubereiten.

Viele Grüße,
Jens

8 Kommentare zu
Touristische Routen spielerisch entdecken

Hallo Jens, interessanter Beitrag. Diese Entwicklung sehen wir auch. Kennst Du schon die espoto-App? Hier können Touristiker die benannten Punkte kostenfrei anlegen.

Liebe Grüße!

Steffen

Hallo Steffen,

Danke für deinen Hinweis, Espoto ist uns auch bekannt. Wir haben sicherlich auch noch die Chance zukünftig mal auf Espoto einzugehen.

Grüße
Jens

Jessika

Hallo Jens,

Sehr interessantestes Thema was Du da aufgegriffen hast! Aber das muss ich ja sagen, denn mein PhD beschäftigt sich mit Augmented Reality Gaming im Tourismus 😉

Daher auch eine kleine Anmerkung zum Begriff Gamification, der in der Literatur klar von Gaming abgegrenzt werden sollte und das hier leider im Artikel nicht ganz raus kommt. Bei Gamification werden Game Elemente in einem anderen Kontext ausserhalb eines eigentlichen Spiels verwendet, u.a. im Management, Gesundheitswesen, Erziehung, Training etc. um Anreize zu schaffen, damit Personen ein vorher definiertes Ziel anstreben und erreichen, z.B. Mitarbeiter des Monats (leaderboard).”Gamification of life” ist ein neuer Hype, aber das ist ein anderes Thema um das sich ganze Konferenzen drehen.

Mit dem Tripventure Toolkid werden location-based mobile Games erstellt. Natürlich schön verpacht im Storytelling-Format. Jedes Strategiespiel folgt ja irgendwo einer Geschichte, was sie von z.B. Leisure-Games (reinen Zeitvertreibspielen) wie TheSims (man erinnere sich) abgrenzt.

Die Spiele von Tripventure verstehe ich aber ganz klar als location-based games und nicht als Gamification. Gaming mag zwar neu für den Tourismus sein, aber es ist ein Spiel, was der Nutzer beim Download bekommt, welches sich an reslen Orten der Destination orientiert und Informationen über dessen Geschichte einbindet. Natürlich kommt es alles auf die Aufbereitung des Contents an und, ob die Konzeption ein Spiel oder eine reine Story vorsieht, je nach Anpassung und Kundenwunsch.

Ich weiss, die “Verdenglischung” der deutschen Sprache ist schrecklich, aber ich würde location-based game dem “Geogame” vorziehen 😉

Ich freu mich über Dein Feedback und Diskussion.

Grüsse
Jessika

Hallo Jessika,

vielen Dank für deine umfangreichen Ausführungen bzgl. des Begriffs. Prinzipiell sehe ich schon eine Entwicklung im Tourismus, die man unter Gamification zusammenfassen kann, nämlich wie kann der Aufenthalt für den Gast in einer Region mit spielerischen Elementen eingereichert werden.

Location based game ist dann zur Folge ein Spiel, was ein einem bestimmten Ort gespielt werden kann und gestartet werden kann.

Mir persönlich gefällt der Begriff Geogame irgendwie, vielleicht weil der Wort Geo darin vorkommt 🙂 Ich würde darunter alle Spiel verstehen, welche einen Raumbezug im Spielbezug haben. z.B. wie kann das Spiel Scotland Yard (dieses alte Brettspiel) in den Raum übertragen werden.

Vielleicht ist Triventure als location based game zu sehen, aber kann das auch als Teil eines Prozesses gesehen werden, der zu einem Gamification im Tourismus führt?

Grüße
Jens

Hallo Jens,

vielen Dank dafür, dass du tripventure als Beispiel benutzt hast. Dein Ausblick für die Tourismusbranche deckt sich mit unseren Vermutungen und wir dürfen wohl gespannt sein, welche Richtung es dann letztendlich werden wird.

Hallo Jessika,
mit tripventure und der dahinter liegenden Engine bieten wir die Technik für Gamification (u. a. als Feature in einem Reiseguide). Im B2B Bereich planen wir bereits Projekte für Gamification, die zeigen, wie
tripventure helfen kann, Orte auf spielerische Weise zu entdecken und
eben nicht nur ein Leisure-Game zu spielen.

Wir hoffen, dass es dadurch etwas klarer geworden ist. Wenn du noch fragen zu den Möglichkeiten der tripventure Plattform hast, dann melde dich doch gerne direkt bei uns.

Beste Grüße,
das tripventure Team

Jessika

Hallo Jens,
Hallo Tripventure,

freu mich ueber Euer Feedback! Gute Diskussion.

Das stimmt Jens, der Trend “Gamification im Tourism” ist angekommen. (Endlich! :)) Aber natuerlich nicht nur auf mobile Spiele beschraenkt. Wie bereits geschrieben findet gamification of life nicht nur in und durch die Spielen selbst statt, sondern wird auch auf andere Bereiche vor/waehrend/nach der Reise uebertragen. Ist nicht jedes Incentive oder Punkte sammeln ueber die Destinationskarte nicht schon gamification?

Wann ist ein mobiler Reiseguide versehen mit Gaming Elementen ein Spiel und wann ist ein Spiel versehen mit Informationen zur Destination ein mobiler Reiseguide? Die Grenzen verschwimmen sicher und es muss individuell nach Spiel entschieden werden, denn nicht jedes Spiel verfolgt das selbe Ziel. Einige sind eher zum Zeitvertrieb (Leisure Games), welche ich weniger im Tourismus sehe, wie schon von Euch erwaehnt. Serious Game hingegen dienen mehr zu Lernzwecken (u.a. Geschichte, Sprache…) und diese Kategorie passt wahrscheinlich schon besser zum Tourismus, denn wir wollen ja, dass der Gast was lernt auf der Reise.

Gamification in einem Reiseguide kann ich mir durchaus vorstellen. Waere toll naeheres Ueber die Umsetzung zu erfahren und natuerlich hab ich noch eine Menge Fragen zur Tripventure Plattform. Meine Anfrage dazu liegt Euch ja bereits vor. Freu mich auf Rueckmeldung.

Die Entwicklung Gamification im Tourismus und Mobile Spiele im Tourismus bleibt spannend. Freut mich, dass das Thema mal aufgegriffen wurde.

Viele Gruesse
Jessika

Hi, ich denke das ist eine super Erfindung, die man mit Sicherheit mit zusätzlichen Ideen noch interessanter machen kann. Vor allem die Idee mit dem virtuelle Gegenstände einsammeln während man den Radweg abfährt ist eine klasse Sache. Ich werde dieses Spiel definitiv meinen Kindern vorschlagen und mit ihnen spielen. Vielen Dank und Grüße

Hallo. Ich bin auch der Meinung, dass es spitze ist, so etwas auf den Markt zu bringen, vor allem wenn es immer und immer wieder erneuert wird und neue Features hunzugefügt werden.

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Jens

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