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Kleines Budget, große Aufmerksamkeit: Wie Obermutten via Facebook weltbekannt wird

In der Offline-Welt ist es kaum möglich, mit wenig Geld Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen, online ist es umso leichter. Das 80-Seelen-Örtchen Obermutten liegt auf 1863m in den Bergen der Schweiz und seine Fanpage Obermutten  konnte innerhalb eines Monats fast 8.500 Fans gewinnen – ganze 105 Fans pro Einwohner. Das ist auch kein Wunder, denn die Gemeinde hatte eine gute Idee (oder besser gesagt eine Agentur für die Gemeinde): Das Bild jedes einzelnen Facebook-Fans wird ausgedruckt und dort auf den Gemeindeschaukasten “Anschlagkaschtle” gepinnt. Wie das alles genau funktioniert, erklärt der Gemeindepräsident in bestem Schwyzerdütschhochauthentisch und hochsympathisch –  einfach ein Pflichtvideo!

Inzwischen musste diese reale Facebook Pinnwand schon um eine ganze Stallwand erweitert werden, und die Gemeinde stellt auf ihrer Facebookseite in hoher Frequenz Bilder ihrer Fans ins Netz, die sich sehr darüber freuen, dass sie vom heimischen Computer aus ein bisschen Teil des idyllisch gelegenen, ruhigen Ortes werden können.

Um die Fans auch tatsächlich in den Ort zu locken, wird jedem Fan, der nach Obermutten kommt, ein Kaltgetränk kostenlos angeboten. Das lässt den Ort als ganz besonders gastfreundschaftlich erscheinen und macht Lust, im Hotel des Ortes zu übernachten oder Brotzeit zu machen. Der Hotelier – erster „Fan“ des Ortes, im Video der Mann im grünen Hemd – bekommt gratis Imagewerbung, die einen unbezahlbaren Vorteil  gegenüber anderen Werbeformen hat: Sie schafft es tatsächlich, dass die Gemeinde einzigartig wirkt, wodurch er aus den Preiskampf mit anderen Hotels der Region weitgehend „raus“ ist. Gäste, die bei ihm übernachten, bezahlen für den besonderen Mehrwert, im „echten“ Obermutten „aus dem Internet“ zu schlafen, das es sogar in Japan in die Abendnachrichten schaffte.

Auch wenn es schade ist, dass die Initiative zur Aktion nicht von Obermutten, sondern von der örtlichen Tourismusorganisation Graubünden Ferien in Zusammenarbeit mit der Agentur Jung von Matt/Limmat ausging, ist sie exemplarisch dafür, wie man auch mit kleinem Budget weltweit auf sich aufmerksam machen kann – nur mit einer guten Idee, ohne großes Budget. Oberstaufen hat das im letzten Jahr mit der StreetViewTorte ebenso idealtypisch vorgemacht.

Was wirklich zählt ist Mut neue Wege zu gehen und alte Zöpfe abzuschneiden! Innovativ zu sein und den Mitarbeitern in den touristischen Organisationen Vertrauen zu schenken! Ideen hat jeder – Umsetzen können Sie allerdings nur Wenige!

Liebe Grüße

Florian & Melanie

3 Kommentare zu
Kleines Budget, große Aufmerksamkeit: Wie Obermutten via Facebook weltbekannt wird

Genau so eine Sache habe ich gesucht. Wir wollen vielleicht eine offline Version auf dem nächsten Weihnachtsmarkt bringen

Tolle Aktion! Allerdings frage ich mich, ob das Gewinnspiel noch mit den Facebook-Richtlinien konform geht. Und wie sieht es mit dem oft zitierten “Recht am eigenen Bild” aus? Ich kann kann mir gut vorstellen, dass so mancher Fan nicht begeistert ist, sein Profil-Foto ungefragt an fremder Stelle ausgestellt zu sehen.

@Mario: Nun ja, aber sie kündigen ja vorher an, dass derjenige, der Fan wird, diese Art von Veröffentlichung bekommt – und genau das hat ja für so viele Menschen den Ausschlag gegeben, auf den “Like-Button” zu klicken. Wer trotz ausdrücklicher Ankündigung keine Lust auf Veröffentlichung seines Profils hat, der kann das den netten Menschen aus Obermutten sicher auch über deren Facebookseite mitteilen – und ich bin mir sicher, dass dann von einer Veröffentlichung abgesehen wird. Man darf bestimmt auch einfach so Fan werden 😉

Grüße
Sebastian

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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