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Agentur für Hotel-Bewertungen hoch im Kurs?

Zuerst mal zu Beginn – wir sind keine Agentur für Hotelbewertungen – wir helfen Ihnen Ihre Hotelbewertungen zu verbessern, allerdings nicht durch das aktive Schreiben sondern durch strategische Beratung.

Betrachtet man unsere Analytics Daten aber auch externe Analyse-Tools, scheint es allerdings anders zu sein – zahlreiche Suchmaschinen-Aufrufe rund um die Keywords Hotelbewertung in Kombination mit Agentur landen auch bei uns auf der Seite. Auffallend ist die Steigerung seit Anfang/Mitte Juli – Zufall? Wir glauben nicht – zahlreiche Reportagen und  Talk-Shows wie z.B. der RTL Urlaubsreporter Ralf Benkö oder SternTV beschäftigen sich mit dem Thema gefälschte Bewertungen. Wird erst dadurch eine Nachfrage nach Agenturen für gefälschte Hotelbewertungen erzeugt? Oder ist das nur reines Interesse ,wer sowas macht? Was war vorher? Kein Interesse?

In der Reportage von Ralf Benkö wurde eine angebliche Agentur vorgestellt, die für 150 gefälschte Bewertungen auf unterschiedlichen Portalen 1311 Euro aufgerufen hat –  das entspricht 8,7 pro Bewertung (Brutto). Nicht gerade viel für ein tragfähiges Geschäftsmodell, oder? Wenn man einen niedrigen Stundenlohn von 50 Euro exkl. Mwst. zu Grunde legt, müsste derjenige durschnittlich 6,9 Bewertungen pro Stunde anfertigen – Text, Eingabe, Kategorien, etc. – das heißt alle 8,7 Minuten – eher unrealistisch, oder? Vor allem ist diejenige Person extra für die Aquise und die Projektbesprechung zwei Mal nach Mallorce geflogen? Ein tragfähiges Geschäftsmodell – wir denken nicht und er scheinbar auch nicht – mittlerweile soll er seine Agentur aufgegeben haben.

Ist es überhaupt realistisch für ein Hotel, Bewertungen im großen Stil zu fälschen? Welcher Aufwand würde das bedeuten? Hotels mit z.T. mehreren tausend Bewertungen nachhaltig zu verändern würden wohl die oben aufgerufene Summe nur ein Tropfen auf den sprichwörtlichen “heißen Stein” sein. Und zu was würde es führen – zu überzogenen Erwartungen der Kunden vor Ort und mehr negativen Bewertungen neuer Kunden. Die einzige sinnvolle Konsequenz – HÄNDE WEG! Eine Investition in das Produkt – Renovierung, Verbesserung der Infrastruktur oder des Service, etc. – ist die nachhaltigere und bessere Lösung für JEDES Hotel.

Gleiches gilt übrigens auch für die aufgewertete Bewertungsmöglichkeit bei Google – auch wenn dort Fälschungen Tür und Tor geöffnet sind, treten die selben Konsequenzen ein. Wenn Sie mehr Bewertungen benötigen, dann bitten Sie Ihre Gäste, dies für Sie zu tun – glaubwürdig authentisch und echt. Hier zählen Kreativität, Fleiß und die Schaffung von Infrastruktur (Wlan, iPads vor Ort, etc). Die Zeit der klassischen Marketinglüge ist in der Hotellerie definitiv vorbei – Markttransparenz liegt vor – Bewertungen sind ein zentraler Bestandteil. Liebe Medien und PR-Agenturen, es ist Zeit dies zu akzeptieren! DANKE

 

7 Kommentare zu
Agentur für Hotel-Bewertungen hoch im Kurs?

ein richtig guter BLOB Bericht, der sich nahtlos unserer prizeotel.tv Sonderausgabe anschließt http://www.youtube.com/watch?v=MLVD8S90NBk
auch, wenn wir schon Anfang 2011 darauf hingewiesen http://www.prizeotel.com/so-geht-hotel-heute/message_from_the_ceo/prizeotel-verurteilt-manipulierte-hotelbewertungen/ scheint es immer noch ein brandaktuelles Thema zu sein

Dass man über das Thema gefälschte Bewertungen überhaupt noch aufklären muss…aber offensichtlich haben das einige immer noch nicht verstanden…

100 Prozent Zustimmung! Das Fälschen von Bewertungen ist nicht nur verwerflich per se, es ist auch in vielerlei Hinsicht dauerhaft schädlich. Hoffentlich verschwinden diese Phantom-Agenturen und “Dienstleister” mit Abzug des journalistischen Sommerlochs und seiner Affinität für touristische Themen wieder von der Bildfläche.

Georg Ziegler

Es ist fast wie bei “täglich grüßt das Murmeltier”. Hier ein Blogbeitrag aus dem Winter 2010, der damals schon genau die Punkte aufnimmt:
http://campus.holidaycheck.de/2010/12/brennpunkt-manipulation-von-bewertungen/
Man kann es aber nicht oft genug wiederholen, daher Danke für den Beitrag und viele Grüße nach Eichstätt,
Georg Ziegler

Was nützen einem schon 150 gefälschte Bewertungen, wenn anschließend Urlaubsgäste vom Angebot entäuscht waren = negative Bewertungen. Dann doch lieber beim Checkout eine freundliche Hinweismail (Bewerten Sie uns…) zukommen lassen.

Markus

Ich stimme dem Artikel natürlich zu, aber die Annahme, dass eine solche Person Kosten von 50 Euro verursucht, sind wohl falsch. Das werden wohl Studenten oder andere Aushilfskräfte machen, die das dann zu Kosten von 10-12 Euro machen. Und dann sieht die Gleichung schon anders aus.

Sehr interessanter Artikel. Ich kann dem Vorredner nur zustimmen. Es ist ja garnicht schlimm, wenn ein Hotel auch mal eine schlechte Bewertung erhält. Wenn dies jedoch öfter passiert sollte der Inhaber die Probleme wenn möglich beseitigen oder das Personal austauschen.

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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