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Social Commerce- eine Studie zum Konsumentenverhalten im Social Web

Wie wir regelmäßig berichten, wird Social Media im Tourismus immer mehr und inzwischen durchaus erfolgreich für das Marketing und die Unternehmenskommunikation genutzt. Aber wie sieht es eigentlich mit den Verkäufen über das Social Web aus? Zahlen und Erfolgsmeldungen bleiben bisher aus…

Die „2011 Social Commerce Study“ ein gemeinsames Forschungsprojekt aus den USA, durchgeführt von comScore, Social Shopping Labs und Shop.org- der amerikanischen Handelsorganisation im April 2011, hat nun bei einer Befragung von 1787 Online-Käufern einige interessante Ergebnisse herausgebracht:

 

So untersucht die Studie das „Shoppingverhalten“ von Konsumenten über Facebook, Twitter und Händler-Blogs und besagt, dass Online-Einkäufer eine hohe Bereitschaft zeigen, mit Händlern über eine Vielzahl sozialer Netzwerke zu interagieren. Laut der Umfrage sind bereits 42% der Online-Konsumenten einem Händler proaktiv über Facebook, Twitter oder einen Händler Blog gefolgt. Als Grund wurde hier von 58% angegeben, Unternehmen zu folgen, um Sonderangebote zu finden während immer noch die Hälfte (49%) angab, dass sie sich auf dem Laufenden halten wollen, was die Produkte angeht.

Obwohl viele Händler soziale Medien für die Markenkommunikation nutzen, indiziert die Studie, dass es für Unternehmen durchaus möglich sein kann diese Kanäle zu monetarisieren. 56% der Facebook Nutzer gaben an, sich aufgrund eines Posts bereits auf eine Händler-Webseite weitergeklickt zu haben, bei Twitter waren dies sogar 67%. Darüber hinaus scheint das Bedürfnis direkt im sozialen Netzwerk einzukaufen stark: ein Drittel der Online-Einkäufer sagten, sie würden wahrscheinlich auch direkt bei Facebook (35%) oder Twitter (32%) einkaufen. Beachtliche Zahlen, oder nicht!?!

Zwar haben wir noch keine konkreten Zahlen für Deutschland, aber ein Trend wird hier eindeutig aufgezeigt. Da der Tourismus ohnehin ein Produkt ist, welches sich gut im Internet verkauft, wäre hier doch großes Potenzial, könnte man meinen!

Was meint ihr- bewegen wir uns jetzt auch auf Facebook zum Abverkauf?

 

2 Kommentare zu
Social Commerce- eine Studie zum Konsumentenverhalten im Social Web

Bezüglich Vertrauen (sprich “unbeständiger” Umgang mit der Privatsphäre seitens Facebook) seitens der Nutzer, und Möglichkeiten und Beständigkeit für Seitenbetreiber – die Programmierung ist ja teils sehr umständlich, es gibt ständige Neuerungen und Umbauten, die APPs sind auch neu – ist das eher Zukunftsmusik.

Konkret kann ich nur drei, vier Facebook-Seiten nennen – in meinem Fall aus dem Kreuzfahrtbereich –, bei denen Reisebüros die Buchung über einen eigenen Tab möglich gemacht haben. Gängig hingegen ist verlinkte Werbung zu Angeboten – die Information gibt es dann aber im Web, und nicht im sozialen Netzwerk. Vermehrt werden Extras und Angebote auch exclusiv für die Fans angeboten, die dann bei einer regulären Buchung mittels Stichwort o.ä. gewährt werden.

Insgesamt glaube ich, dass Betreiber und Technik den Möglichkeiten noch hinterlaufen. Eben weil Facebook & Co nicht nebenbei zu machen sind, und fernab der großen Unternehmen dafür natürlich oft die Zeit und das Geld für Entwicklung und Betreuung fehlt.

Zunächst geht es NICHT ums Verkaufen, sondern man muss Vertrauen zu den potentiellen Kunden und einen guten Kontakt aufbauen. Geduld, Authentizität und Empathie sind gefragt. Daraus entwickelt sich dann von ganz alleine eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung (in Augenhöhe, aus der der touristische Anbieter auch zusätzliche Hilfen und wertvolle Hinweise ziehen kann).
Wie in so vielen anderen Bereichen auch muss man also zunächst investieren. In diesem Falle keine Anlagegüter, Werbekampagnen oder Software, sondern Zeit und Menschlichkeit. Ist das eine schlechte Investition??? Ich meine “nein!”.
Tabs zu Buchungsseiten, Verlinken zu Werbung, profanes Runterbeten von PM-Texten oder “exklusive” Angebote sind meiner Meinung nach nicht die Lösung. Damit langweilt man die Leute. Schön, wenn es etwas zu gewinnen gibt – für die, die gewinnen. Ob die anderen dem Unternehmen dadurch mehr Geld bringen? Ich wage dies zu bezweifeln!
Tödlich sind gefakte Posts/Kommentare. Sie fallen vielleicht nicht sofort auf, aber irgendwann kommt’s raus und dann werden sie zum Bumerang in der Kundenbeziehung. Und: Diejenigen, die ihren touristischen Anbietern dazu raten, noch dazu wenn sie nicht nur das technische Handwerkszeug für Web 2.0 beherrschen, sondern im Bereich von Pressearbeit und Marketing tätig sind, machen sich nachhaltig ihren Ruf in der Branche kaputt.
Fazit: Messbare Erfolge sind also schwierig. Messbar wird jedoch in naher Zukunft der Misserfolg bei nicht adäquater Nutzung des Web 2.0 sein!

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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