|

Social Media Agenturen im Tourismus – ein Appell an die Branche!

Social Media Agenturen im Tourismus / in der Touristik verstehen Ihre Aufgaben in touristischen Unternehmen durchaus unterschiedlich – drei unterschiedliche Ansätze scheinen sich herauszubilden.

1. die sprechenden Social Media Agenturen

2. die operativ helfenden Social Media Agenturen

3. die strategisch begleitenden Social Media Agenturen

Im folgenden Artikel würde ich gern auf die drei Gattungen eingehen und ihr Stärken & Schwächen besprechen und diskutieren – und einen deutlichen Appell an die Branche richten!

1. Sprechende Social Media Agenturen sind in vielen Fällen aus PR Agenturen hervorgegangen oder haben PR Hintergrund. Sie verstehen sich als Kommunikationspartner, d.h. sie übernehmen nicht nur Programmier- und Designdienstleitungen sondern konzentrieren sich auf Kommunikation im Social Web. Das heißt, die Kommunikation über touristische Leistungen und Produkte geht auf die Agentur über.

Vorteil: kurzfristig implementierbar, einfacher Einstieg ins Social Web, keine Strukturveränderung in Unternehmen notwendig

Nachteil: Kommunikation oft unpersönlich, unauthentisch und unglaubwürdig; keine systematische Integration von Social Media in Unternehmensprozesse

2. Operativ helfende Social Media Agenturen verstehen sich als Dienstleister in Bezug auf Design & Programmierung – Hintergrund zumeist klassisches Internetagenturgeschäft (SEM, Programmierung, SEO). Die Kommunikation bleibt beim jeweiligen touristischen Unternehmen. Für Social Media werden in Form von Kampagnen Dienstleistungen umgesetzt – die Herangehensweise ist zumeist nicht prozess- sondern projektorientiert!

Vorteil: Kommunikation liegt bei Unternehmen und wird dadurch glaubwürdig und authentisch. Kampagnen schaffen Aufmerksamkeit in Unternehmen und bei Entscheidern

Nachteil: Prozesse in Unternehmen werden nicht verändert und nur aus operativen Gesichtspunkten verändert, Nachhaltigkeit fehlt

3. Strategisch begleitende Social Media Agenturen konzentrieren sich auf Unternehmensziele und die holistische Integration von Social Media in das Gesamtunternehmen – Hintergrund Unternehmensberatung. Die Kommunikation obliegt beim Kundenunternehmen; Programmierung und Design treten in den Hintergrund – der Fokus liegt der Veränderung auf Strukturen und Prozessen in touristischen Unternehmen.

Vorteil: glaubwürdige authentische und gelebte Kommunikation; nachhaltige Veränderung der Unternehmen und Geschäftsmodelle, effektiverer und effizienterer Einsatz von Social Media

Nachteil: Erfolge werden oft erst auf mittel- bis langfristige Perspektive ersichtlich; höhere finanzielle Kosten zu Beginn des Prozesses (mehr Beratungstage am Anfang notwendig);

Touristischen Unternehmen müssen sich klar werden, wie intensiv sie sich mit dem Thema Social Media beschäftigen wollen (Integrationsgrad?) und wie viel sie in das Thema investieren (zeitliches und finanzielles Budget) wollen. Wir wünschen uns hier eine klare und offene Kommunikation aller Akteure in Richtung der touristischen Unternehmen.

Social Media ist kein Hype, sondern relevant für jedes touristisches Unternehmen – wir dürfen nur  nicht den Fehler machen, falsche Erwartungen zu schüren!  Deshalb unser Appell – kommuniziert klar Eure Vorteil UND Nachteile und pegelt somit die Erwartungen richtig ein– von Beginn an! Freu mich auf die Diskussion mit Euch!

P.S.: Wir sind eine strategisch begleitende Social Media Agentur für den Tourismus.

6 Kommentare zu
Social Media Agenturen im Tourismus – ein Appell an die Branche!

Hängt vom Unternehmen ab, kann sicher Branchen/Unternehmen geben, die das auslagern können. Im Tourismus geht das sicherlich nicht, kommunizieren ist DAS Kerngeschäft, weil: Es wird irgendwo immer noch bessere Hotels, Restaurants, Skigebiete usw… geben. Die Kommunikation zwischen Gast & Gastgeber ist jedoch was Einzigartiges = Kerngeschäft.

Reinhard – ich bin absolut Deiner Meinung – aber es gibt touristische Akteure, die die Kommunikation im Social Web auslagern – das ist leider Fakt!

Gut geschrieben!

Allerdings finde ich den Begriff “Social Media Agenturen” schon verfremdet. In zweierlei Hinsicht. Erstens ist meines Erachtens der Begriff “Social Media” nur ein temporärer Begriff. Social Media ist Teil des Online-Marketings und in meinen Augen ist online immer social und social immer online. Abgesehen davon, dass “Media” immer social ist ;)!

Und in der zweiten Begrifflichkeit ist es sicher richtig zwischen Agentur und Beratung zu unterscheiden. Im “klassischen Marketing” (was immer das auch ist), hat eine Werbeagentur auch andere Aufgaben als eine Unternehmensberatung.

So kann eine Unternehmensberatung im Online-Marketing nicht ohne gute Online-Agentur und andersherum. Die Änderung von Prozessen im Unternehmen ist nicht Aufgabe einer Online-Marketingagentur. Und andersherum ist es meistens nicht ratsam, wenn sich Berater im Design und der Umsetzung versuchen.

Gewinnen werden die Unternehmen, die sich für ihren Bereich die Richtigen suchen und nicht einem “selbsternannten” Full-Service-Berater verfallen, der im Unternehmen Prozesse ändern will und nebenbei noch eine Facebook-Unternehmensseite aufsetzt.

Wenn ein Appell, dann sollten Berater und Agenturen ein “Qualitätsmanifest” aufsetzen, dass sich abgrenzt von denen, die das Web nebenbei entdeckt haben und im Hype viel Geld verdienen wollen.

Nick

Stefan ich glaube ich muss dir in einem kleinen Teil deiner Aussage widersprechen: Es wäre sicher schön, wenn online immer social wäre. Allerdings fällt mir doch hier spontan die gute alte Firmen Homepage ein, als Herzstück vieler online-Marketing Bemühungen. Und diese sind leider in den meisten Fällen noch wenig social, sondern eher sehr “one way” was die Kommunikation angeht (auch wenn sich der “like” button ziemlich schnell verbreitet hat). Auch Banner-Werbung oder Newsletter sind meiner Meinung nach nur sehr bedingt social.
In allen weiteren Belangen stimme ich Dir uneingeschränkt zu.

Hey Nick,

ja, das stimmt. Wenn wir “social” wirklich nach den heutigen Maßstäben definieren. Zynisch gesprochen, ist ja eigentlich schon das veraltete Gästebuch, Webforum etc. “social” … – was viele Unternehmensseiten allerdings auch nicht haben 😉

Adeline

Hey Stefan,

ich muss dir leider auch hinsichtlich zweier Aspekte widersprechen.
Zum einen die Aussage, dass Media immer social ist stimmt nicht. Media beschreibt alle Formen von Medien, also auch Zeitungen, Radio, TV, etc. und die kann man nun wirklich nicht als social bezeichnen. Natürlich gibt es dort die Möglichkeiten von Leserbriefen, Zuhöreranrufen usw., aber am Ende entscheiden wenige darüber, was die Masse liest, hört, sieht. Die wechselseitige Beziehung fehlt. Daher ist das besondere an Social Media, dass jeder die Möglichkeit hat seine Meinung frei zu äußern und dafür auch gehör zu finden.
Zum anderen denke ich nicht, dass Social Media nur ein temporärer Begriff ist. Unter anderem wegen den oben genannten Gründen, aber auch, weil der Begriff Social Media die derzeitigen Entwicklungen und Prozesse im Internet am besten fasst, vielleicht sogar besser als Web 2.0. Zudem ist Social Media sogar der ältere Begriff, da er bereits 1998 zum ersten Mal gebraucht wurde (s. Hoschka: “Social Media Programme”) 😉

Einen Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation