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Der Trivago Trick – mach den Fairness-Check!

Betreff: Kooperationsangebot von Trivago: Trivago versendet gerade Mails an Tourismusorganisationen / Destinationen – man könnte hier nachfragen, ob die Tourismusorganisationen hier vorher ihre Zustimmung gegeben haben – aber darüber will ich jetzt gar nicht sprechen. Diese E-Mails sehen so aus (Ansprechpartner anonymisiert):

“Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist XXXX und ich bin bei der Firma trivago für den Bereich XXX  zuständig.

trivago ist ein kostenloser Onlinereiseführer mit europaweit 8 Millionen Besuchern pro Monat. Außer in Deutschland wird trivago in 21 weiteren Ländern angebotenen. Im Zuge der ständigen Weiterentwicklung unserer Plattform haben wir einen Reiseführer für  XXX eingerichtet (www.trivago.de/XXXX).

In diesem Zusammenhang bieten wir Ihnen jetzt die Möglichkeit, Ihre Internetseite www.XXX.de) kostenlos international zu präsentieren. Unser Kooperationsangebot, dass sich exklusiv an offizielle Tourismusorganisationen richtet, umfasst zwei Aspekte:

Wir bieten Ihnen zur Steigerung Ihrer Sichtbarkeit einen Premium-Eintrag in Form einer Infobox auf unserer Übersichtsseite für die Region XXX an. Ein Beispiel können sie sich unter www.trivago.de/koeln-15481 ansehen.

Im Gegenzug verlinken sie uns auf ihrer Seite zurück. Dafür sind zwei Formate denkbar. Entweder durch einen Textlink in Form eines Logos (www.suedtirol.info) oder durch die Veröffentlichung von nutzergenerierten Inhalten zu ihrer Region mit einem Widget (www.koelntourismus.de).

In der Kombination beider Aspekte steigern Sie nachhaltig die Besucherzahlen Ihrer Webseite. Ausführliche Informationen zu unserem Kooperationsangebot finden Sie unter http://imgpe.trivago.com/contentimages/company/trivago_tourismuszentralen.pdf. Alternativ zum Download: http://imgpe.trivago.com/contentimages/company/trivago_tourismuszentralen.pps.

Ich hoffe Ihr Interesse geweckt zu haben und freue mich auf Ihr Feedback. Gerne stehe ich Ihnen bei Rückfragen persönlich zur Verfügung.”

Was passiert hier? Trivago bietet im Contentbereich ihrer Seiten vermeindliche “Links” zu den Destinationen (die aber keine echten Links sind – macht mal Javascript aus, dann werdet ihr das sehen). Dies wird so geschickt formuliert, dass es für Destinationsverantwortliche nur schwer ist, den Unterschied zu verstehen – geschweige denn nachzuvollziehen, welchen Gegenwert sie zur Verfügung stellen.

Im Gegenzug erhält Trivago nämlich einen echten (Follow)Link von der Destinationsseite, die zumeist sehr alt und somit glaubwürdig sind – also einen sehr hohen Wert haben (damit wird eine Buchungsseite gestärkt – für Destinationen, die sich als Incomer verstehen eine direkte Konkurrenz)! Ist das fair? Wir denken nein – ein echter Linktausch wäre fair! Aus unserer Sicht wird in diesem Fall das fehlende Wissen auf DMO-Seite “intelligent” genutzt – langfristig  macht man sich so keine Freunde unter den Destinationen!

18 Kommentare zu
Der Trivago Trick – mach den Fairness-Check!

Ole

Fair ist das ganz sicher nicht. Aber ganz schön geschickt! 🙂

Hanspeda

es gibt auch noch einen anderen Ort wo es einen Follow-Link gibt 🙂

ansonsten wird auch 250€ bezahlt für einen Link. Pro Jahr natürlich…

Wie ging der Spruch gleich noch … beim Backlink-Sammeln und in der Liebe ist alles erlaubt ?? 😉

Tao

Vor allem macht man sich damit langfristig keine Freunde in Mountain View ; )

Arg… und jeder, der sich um die “Publikmachung” etwas schert und aber kein wirklicher “Spezialist” ist, fällt drauf rein…

@hanspeda – raus damit! 😉

@Roland – echt – erlaubt ja – aber in ordnung?

Zunächst vielen Dank für die Veröffentlichung unseres Angebotes an Tourismusorganisationen.

Zusätzlich zu unserem Anschreiben möchten wir noch hervorheben, dass der Premiumeintrag in sehr relevanten und besucherstarken Umfeldern eingebunden wird. Der Mehrwert für die DMO-Seite ergibt sich erstens durch einen starken Brandingeffekt (in den Eintrag auf trivago ist z.B. auch das Logo der Destination eingebunden) und zweitens durch die Vermittlung vieler qualitativ hochwertiger Visits, die auf Seiten der Destination gemessen werden. Eine Sichtbarkeitsverbesserung der DMO-Seite in den Suchmaschinen wurde von uns hingegen nie in Aussicht gestellt und ist nicht Gegenstand der Zusammenarbeit.

Interessierten Destinationen teilen wir natürlich gerne die konkreten Besucherzahlen und Page Impressions mit, welche mit der Kooperation verbunden sind. Wir würden uns freuen auch über diesen Weg weitere Partner zu gewinnen. An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal auf die Präsentation:

http://imgpe.trivago.com/contentimages/company/trivago_tourismuszentralen.pps

Viele Grüße
Andreas Vogler

@trivago @Andreas Vogler – Ist der Traffic so hoch, dass es eine Verlinkung rechtfertigt? Beispiele?

Bzw. hat sich ein Kunde nicht bereits schon für die Destination entschieden und braucht dann den Link gar nicht mehr – weil er bereits am Ende des Entscheidungsprozesses angekommen ist – bei der Buchung?

Freu mich wirklich auf den Austausch diesbzgl – ist nämlich eine spannende Frage!

Viele Grüße,
Florian Bauhuber

Michael

Diesen “Hack”, dass die ausgehenden Links von Trivago vor Suchmaschinen verborgen bleiben, finde ich schon unseriös. Wenn sowas ein Quality-Rater entdeckt, kann es schonmal einen drübergebraten geben. Außerdem ist es unfair gegenüber den teilnehmen Webseiten, viele checken das bestimmt nicht.

Hanspeda

gibt’s am Wochenende 🙂

Hmmm, sowas verbietet der Ehrenkodex der Linknutten. Ich hätte noch dazu geschrieben, dass der Backlink bitte auf jeden Fall auf der Startseite einzubauen ist 😉 http://twitpic.com/2m22pw

Grundsätzlich würde ich aber solch ein Angebot nicht verteufeln. Ob es für die DMO tatsächlich etwas bringt, muss halt wie jede andere Online-Aktivität evaluiert werden. Und wenn ich mir das jährliche Werbebudget so mancher Destination ansehe – sollte dort jemand sitzen, der sich zumindestens halbwegs auskennt. Das Argument mit dem “fehlenden Wissen” zieht also meines Erachtens überhaupt nicht. Wer heute als Onlineverantwortlicher das Thema SEO ignoriert, handelt im höflichsten Fall grob fahrlässig.

Otto

hmmh…

diese Linktauschangebote sind ja nichts neues. Das machen auch andere Portale wie tripadvisor oder tourist-online.

Aber wo bitte kann ich erkennen, dass es bei trivago keine “echten” Links sind?

Georg

Hmm… wieso erinnert mich dieser Artikel so sehr an den Geschichtsunterricht: “Glasmurmeln für Gold”?!

Martin

Hallo, Florian,

wow, ich habe das jetzt erst gelesen. Gibt es schon neue Entwicklungen bzw. hat sich Trivago bei dir gemeldet?

Gruß

Martin

Und ewig lockt das Geld – und fast bin ich drauf reingefallen!

Der neuste Trivago Trick scheint im Moment zu sein, Webmaster anzuschreiben, ihnen einen Betrag um die 100€ zu bieten. Im Gegenzug soll man ein Widget einbinden. Schön und gut – das Script enthält einen ausgehenden follow Link. Ist das Widget plaziert und man checkt das ganze nicht gegen verpasst man, dass es mit mal 55 ausgehende Links auf Trivago sind!

Danke für deinen Artikel, über ihn bin ich erst darauf gekommen das Widget mal näher zu beleuchten!

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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