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Google wird zum Unternehmen der Reisebranche

Heute am sehr frühen Morgen hat uns eine Mail von Johannes Hummel von Alpstein (herzlichen Dank für die Info) mit einem interessanten Titel erreicht: Google testet Hotel Preise in Google Maps.

Zahlreiche Links, u.a. zu einem Artikel auf dem offiziellen Google Blog,  befanden sich in dieser Mail. Den ganzen Tag folgten zahlreiche Blogartikel und Tweets zu diesem Thema, die allerdings zumeist die Bedeutung dieser Ankündigung unterschätzen. Was heute passiert ist, wird die Reisebranche nachhaltig verändern – a new star is born!

Wie schreibt es P. Ling auf dem uptake Travel Industry-Blog so schön:

“One thing for sure, though. This ends all speculation about whether and when Google is entering the travel vertical. It’s disguised as just one more form of advertisement, but if this hotel price display gets a full rollout, Google will in effect be competing for the same space currently occupied by some online travel companies – and Bing.”

Was bedeutet dies dann für die Online-Reisebranche? Wird der wichtigste Trafficbringer zur direkten Konkurrenz? Wird die Abhängigkeit von Google noch größer?? Wer braucht dann noch Online Reisebüros und Destinationen, wenn er auf touristischen Google Place Pages alles findet?

7 Kommentare zu
Google wird zum Unternehmen der Reisebranche

aua. ich sehe schon: die schelte der reisebüros kommt sogleich.

tja, war ja der nächste logische schritt für google. jetzt müssen nur noch die blogpiloten eine video drehen: “wie sag ichs den Touristikern” 😉

“Google will in effect be competing for the same space currently occupied by some online travel companies – and Bing”.
Ja, Google ist im Travel Business involviert, wie auch in (fast) alle anderen Märkten der Welt. Aber damit sind sie noch lange nicht ein Unternehmen der Reisebranche! Sie machen ihren Job – und der heisst Geld verdienen mit Werbung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie betreiben keine Hotels, keine Airlines, ihnen gehört kein Land (ausser der Immobilien auf denen ihre Datencenter und Büros stehen) und damit keine Destination. Sie sind kein unabdingbarer Stakeholder des Tourismus. Sie leben von den Informationen dieser Stakeholder (Websites, Blogs, Datenbanken usw.) und verknüpfen sie mit Werbung genau dieser Stakeholder. Auf Google Place Pages ist nur, was wir produzieren. Daher ist der letzte Satz “nonsens”.
Angst um ihr Geschäftsmodell müssen Unternehmen haben, deren Mehrwert (added value) durch Google übernommen werden kann – und das ist alles was mit Sammeln, Ordnen, Vergleichen zu tun hat. Das kann Google irgendwann selbst und meistens besser und einfacher.
Google Panik ist mal wieder in. Ein Fragezeichen da oben wäre angemessen gewesen.
Ach ja – und ein Wort zeigt auch einen der wenigen emotionalen Punkte bei Google – Bing – ihre Reibefläche Microsoft.

Hallo Detlev,

ich stimme Dir in vielen Punkten zu – folgende Punkte gebe ich zu bedenken:

– Holidaycheck hat genauso vor Jahren begonnen, Bewertungen und Infos zu sammeln, wie das Google jetzt macht! Vor allem sammeln sie mittlerweile auch eigenen Unique Content (siehe Artikel zu Place Pages)
– Was passiert, wenn die SEM Einnahmen sinken?
– Wieso werden direkt Verträge mit den OTAs geschlossen? und nicht das bisherige Geschäftsmodell beibehalten?

usw.

…der Google Maps eintrag wird immer wichtiger. Die Position in der Map bei der Suche beeinflusst extrem die Buchungslage im Unternehmen. Wie immer: Die ganz oben stehen sind die Winner – besonders wenn nun Hotelpreise dazu kommen.

Also jedes Hotel das noch keine Brancheneintrag hat sollte sich auf die Beine machen!

Google Maps bietet wieder einen Merhwert. Problem wird dabei für den Hotel-Betrieb die Vergleichbarkeit auf die Schnelle mit der Konkurrenz.
Der Wettbewerb wird über den Preis ausgetragen speziell im Städtetourismus wo in einem kleineren Gebiet mehrere Hotels für Gäste buhlen. Diese Funktion aufn iPhone für den Walk-in Gast.

Keine Suppe wird so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. Ich glaube man sollte dies zur Kenntnis nehmen, in seinen Strategien berücksichtigen und weiterarbeiten.

Ein Beispiel: wie Ihr ja schreibt, kann man direkt in Google Hotels bewerten. Wieso gibt es also Holiday-Check noch?

Ich erinnere mich noch übrigens an eine rege Diskussion wo unter anderem die provokante These vertreten wurde: in 5 Jahren gibt es keine Websites mehr, sondern nur mehr Facebook-Fanpages. Ist dies nun nicht mehr aktuell? Gibt es in 5 Jahren nur mehr Google?

Sicherlich steckt in jeder dieser verschiedenen Aussagen ein Stückchen Wahrheit. Aber am Ende wird doch Platz für alle Tüchtigen sein, auch wenn Sie nicht Google, Bing und Facebook heißen.

In diesem Sinne: Am besten Weiterarbeiten (nicht abwarten 😉 ) und Teetrinken.

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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