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Geschäftsführer macht in Facebook Werbung für seine Region – so weit ist es also schon!

Hab zufällig in einer Facebook-Fanpage einen interessanten Pinnwand-Eintrag entdeckt! Lukas Krösslhuber, Geschäftsführer der Kitzbühler Alpen Marketing GmbH, einer Tourismusorganisation in Tirol, postet auf der Fanpage von WilderKaiser/SkiWelt, die meines Wissens nicht von der Tourismusorganisation ausgeht, folgende Werbung für die das Skigebiet:

Kommentar in Facebook

Jetzt sind wir soweit: Tourismusorganisationen intrudieren in soziale Netzwerke und kommunizieren ihre Angebote – na und? ist das verwerflich? Ich denke nicht, das ist ihr gutes Recht und meines Erachtens auch ihre Pflicht!

Aber – sollte dies verdeckt passieren? Keine Nutzer, außer Insider wissen, dass Lukas Krösslhuber der Geschäftsführer der Vermarktungsorganisation ist.

Deshalb meine, zugegeben provokanten Fragen:

– Ist diese Werbung ethisch korrekt?

– Muss diese Werbung nicht gekennzeichnet werden?

– Wo beginnt Werbung und wann ist es nur Information? Ist jede Information Werbung?

– Wohin führt uns diese Vermischung von Persönlichkeit & Geschäft?

FB

12 Kommentare zu
Geschäftsführer macht in Facebook Werbung für seine Region – so weit ist es also schon!

Ich bin alles andere als Tourismus-Experte, aber sehe darin keinesfalls was verwerfliches. In meinen Augen ist das nicht mal Werbung, allenfalls PR. Ob die als solche gekennzeichnet werden muss? hmm. Ich bin nicht sicher, tendiere aber eher zu “Nein”. Ich denke die Moderatoren/Inhaber der diversen Gruppen und Channels auf den SocialNetworks müssen entscheiden ob sie diese Form der PR haben wollen – so wie eben die Blogger es schon lange bzgl. der Kommentare wissen müssen.

Reinhard

Große Fragen. Werbung und Ethik. Kennzeichnung von Werbung in sozialen Netzwerken. Ist Werbung mehr als gerichtete Information?
Ist “intrudieren” positiv oder negativ zu sehen? Ein Blick über den Tellerrand, wie sieht es da mit anderen Branchen aus?

Macht er nicht genau das, was “wir Zwonuller” immer von den “Firmen” erwarten: Fanpages trotz eventueller markenrechtlicher Ansprüche bestehen lassen und daran teilhaben.

Also, ich könnte mir schlimmeres vorstellen.

Vielleicht war das Posting nicht optimal, aber einen Strick braucht man Krösslhuber da nicht gleich draus zu drehen.

Ich bin zwar einer der großen Nörgler, wenn es um Werbung geht, aber in diesem Fall sehe ich das nicht problematisch. Es war ja nur ein Hinweis auf die Eröffnung und das Video.

Wäre das ganze ein gefaketer (wie schreibt man das?) Bericht wie toll der Tag auf der Piste war, _dann_ würde ich die Moralkeule sicher auch schwingen.

PS: Ich bin froh, dass wir hier im Markgräflerland _kein_ Schnee haben 🙂

Lukas

Ich sage, es kommt auf den Inhalt an. Schreibt ein Vertreter einer Tourimsusorganisation platte Werbetext, Uninteressantes, Einseitiges oder gar Unehrliches und gibt sich dabei nicht zu erkennen, ist das für alle Mitglieder im Social Web nur mühsam. Schreibt er hingegen “wie jeder andere Facebooker auch”, dann kann es jedem eingentlich gleich sein, welche Funktion er hat.

In meinem Fall ist es sogar so, dass ich nicht nur Geschäftsführer der Kitzbüheler Alpen Marketing bin, sondern privat ein sehr atkiver Fan der Kitzbüheler Alpen. Ich bin fast jedes Wochenende am Berg unterwegs und erzähle meinen Freunden gerne davon und zeige ihnen die Bilder. Und das natürlich auch wenn ich mal in anderen Regionen als den Kitzbüheler Alpen unterwegs bin. Was soll daran verwerflich sein?

Die neuen Medien bringen neue Kommunikationsformen mit sich – in diesem Fall die Verschmelzung von beruflich und privat. Ich könnte im Nachhinein nicht einmal sagen, ob ich die Info auf der Skiweltseite nun als Privatperson oder als Tourisitker gepostet habe.

Liebe Grüße
Lukas Krösslhuber

PS: Auf vielen Plattformen bin ich auch als FrauHolle unterwegs…

hm, verwerflich ist doch das ganze leben … also was der kollege aus tirol da macht, hat für mich absolut nix negatives. ich denke, es zeigt einfach die verbundenheit zur region. ich selber agiere auch nicht als “zellamseekaprun” sondern mit meinem namen bzw. als “edei” in twitter und anderswo und bin für nicht insider nicht unbedingt meinem arbeitgeber zuzuordnen.

und ich bin ganz beim stefan. es wird ja von uns verlangt, dass wir authentisch in diesen netzwerken agieren. das war ja auch ein thema beim castlecamp, oder nicht?

@florian: wer definiert dann im web 2.0 was richtig ist? darf ein gast etwas über eine region posten, aber ein mitarbeiter nicht?

lg
rainer

Edith Danzer

stimme rainer zu – in vielen fällen ist es zudem ja auch so, dass ein privater account bei facebook schon länger besteht als die integration (s)eines unternehmens im social web. müsste man in diesem fall einen neuen account anlegen, mit dem man sich nur dann einloggt nur um für alle sichtbar as GF oder mitarbeiter des betriebes aufzuscheinen?

Florian

erstmal Respekt – die Akteurskommentardichte aus Destinationen war noch nie so hoch wie bei diesem Beitrag. Dies zeigt, dass sich eine Wandel in der Kommunikation vollzogen hat bzgl. aktuell bei manchen Akteuren vollzieht! Das freut mich sehr!

Die Frage von Rainer ist die zentrale Frage: “wer definiert dann im web 2.0 was richtig ist?”

Es gibt eine einfache Antwort: “jeder selbst und gleichzeitig keiner”

Was heisst das für die Tourismusorganisationen: im Moment ist das ein Schlaraffenland, da der Kunden noch nicht gelernt hat zwischen gut gemeinten Hilfen und Werbung zu unterscheiden. In zwei drei Jahren wird er auf einen Blick sehen, dass der Beitrag von Lukas Krösslhuber ein vermarktungsrelevanter Hinweis war (auch wenn er dass für sich selbst nicht trennen kann). Diese Erfahrung fehlt dem Kunden (noch).

Die Erfahrung fehlt aber auch noch vielen Entscheidern:
– welche Art der Ansprache ist richtig?
– wie gehe ich mit Kritik um?
– wie weise ich auf Veranstaltungen/Produkte hin?

Ich habe bereits in meinem Artikel geschrieben, dass ich es für richtig halte im Social Web präsent zu sein – keine Frage! Aber wie? In einer Zeitung würde diese Aussagen als Werbung gekennzeichnet werden müssen – in einem Social Network nicht? Hier fehlt ein klares Bekenntnis des Regulationsregimes, das leider mal wieder viel zu langsam ist – dadurch kommt es einfach zu Verwerfungen, die auf dem Rücken des Kunden/Gastes ausgetragen werden! Die Frage ist, ob das Pendel aufgrund dieser Unsicherheit irgendwann wieder in die andere Richtung ausschlägt und hoheitlicher Content verlässlicher Marken an Wert gewinnt – auch eine Strategie! 🙂

FB

P.S.: @Lukas Krösslhuber – ich fand die Ansprache nicht so schlecht! Diese Frage ist eine grundsätzliche Frage und hätte genauso an jedem anderen Beispielskommentar aufgezogen werden können.
Liebe Grüße nach Kitzbühel

… also den Ruf nach einem Regulativ kann ich nun nicht ganz nachvollziehen. Wie würden dann unsere Tweets, Postings usw. als Tourismuswerber in Zukunft aussehen? Sitze im Büro und schaue sehnsüchtig auf den Adventzaubermarkt von Zell am See und jeder Privatuser darf den Tag weglassen? Nein, sowas reguliert sich doch selber würde ich sagen. Wenn ich nerve verliere ich Follower bei Twitter oder ich muss mit direkter Kritik auf Postings umgehen.
Das werden wir wohl beim Tourismuscamp noch erörtern müssen!
cu
r

Florian

der Ruf nach dem Regulativ kommt nur, weil das Regime in anderen Branchen auch wirkt! Ich bin für Gleichbehandlung aller Medien!

und ja, das können wir gern beim Tourismuscamp erörtern! Lass uns ein Session zu dem Thema machen? Lust?

spannendes Thema… eine Stimme für diese Session…

@Daniel: Du hast vergessen darauf hinzuweisen, dass Du mit Florian in einem Büro sizt, und deshalb Deine positive Rückmeldung zu seinem Sessionvorschlag als “Werbung” anzusehen sein könnte…

/grins und weg/

@Florian: Ich finde die Sessionidee auch gut!

Daniel

@Stefan – stimmt nicht, bin unterwegs beim Einkaufen gewesen… mobile internet on sony p1i 🙂

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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