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Ein ungelöster Dreisatz über Reiseverkauf – Warum verkauft Amazon keine Reisen im Internet?

Folgende Überlegung bzw. Gedanke ist mir am Wochenende durch den Kopf gegangen. Eine Lösung habe ich nicht zur Hand, aber vielleicht wisst ihr mehr!

Ich habe meinen Gedanken in einen ungelösten Dreisatz aufgeschrieben:

  1. Immer wieder hören und lesen wir, dass das Produkt Reise optimal für einen Verkauf über das Internet geeignet ist.
  2. Amazon verkauft heute fast Alles über das Internet, was man verkaufen kann.
  3. Warum verkauft Amazon keine Reisen?

Gibt es dazu Meinungen, Ideen, Spekulationen?

JO

10 Kommentare zu
Ein ungelöster Dreisatz über Reiseverkauf – Warum verkauft Amazon keine Reisen im Internet?

sehr interessante Fragestellungen die uns in eine spannende Denkrichtung führen. Ich möchte die fragestellungen noch weiter “filetieren”
Welche “Reiseformen” eignen sich für den Internetverkauf?
Welche Reiseformen eignen sich nicht für den Internetverkauf?
Wer behauptet eigentlich, dass Reisen optimal für einen Internetverkauf sind? Welche Absichten könnten damit verbunden sein?
Was ist eigentlich das “Produkt Reise”?

Keine Meinung oder Idee, sondern noch mehr Fragen, leider.

Reinhard’s Fragen bringen es auf den Punkt. Wer behauptet die erste Aussage (Reisen sei optimal über Internet verkaufbar)? Das ist die Internetlobby.
Fertige Pakete teilweise. A-B-A ebenfalls (einfache Hin- und Rückflüge). Sobald es komplizierter wird verliert das Internet ganz schnell seine Gläubigen im “Reiseverkauf”.
Andere Frage: Was ist “das Internet”? Zählen da auch indirekte Verkäufe, die durch Blogs, Mail, etc. generiert werden dazu oder nur die Portale, also klassisches “Web”?
Also geht es doch um den begrenzten Markt der Massenabfertigung, der auch über die Discounter Absatz findet (mehr oder weniger)?
Und mit dem Wegfall von Aussage 1 ist der Dreisatz hinfällig 😉
Vielleicht sind aber auch nur die Margen zu uninteressant 😉

Noch ‘ne Frage: Warum verkaufen Lebensmittel-Discounter Reisen und Amazon nicht?

Wenn die Margen sooo schlecht wären, würde ALDI dann Reisen verkaufen? Im Discounter ist noch weniger “Beratung” möglich, als im Internet. Amazon hätte auf Grund der “Long-Tail-Möglichkeiten” kaum fixkosten – Im Gegensatz zu den Discountern drucken Internet-Bucher ja sogar ihre eigenen Prospekte. Kosten für Amazon fallen nur bei tatsächlichen Buchungen an, und können an den Kunden weitergegeben werden. Man müsste lediglich die Angebote ins System einpfegen.

@Barthel.eu: Wer hätte bis vor kurzem gedacht, dass sich PCs, Kettensägen und Reisen bei Aldi verkaufen lassen? Klar ist es nur ein Teil der Käufer, die dort kaufen – aber offensichtlich sind es genug.

Aber die Fragen sind sehr interessant – könnte doch eine Session beim Castlecamp geben, oder? http://www.castlecamp.at/index.php/Castlecamp:Tourismus

elias

3 x K warum:

Kerngeschäft: Es ist nicht das core business – amazon bietet im Bereich B2C grundsätzlich keine Dienstleistungen an (außer im Bereich der Kontrahierungspolitik, z.B Kreditkarten).

Kompetenz: Zudem sehe ich auch keine bestehenden Kernkompetenzen die amazon im Bereich der Reisemittlung einbringen könnte. Die Kompetenz ist sehr stark auf Logistik ausgerichtet, beim Prozess der Reisemittlung sind andere Stärken gefragt.

Konkurrenz: Amazon ist im Bereich ecommerce neben ebay die absolute Nr. 1, im Bereich Reisen dagegen sind relativ früh Konkurrenten auf dem dt. Markt online gestartet opodo, expedia, airberlin….. . Absolut richtig nicht in einen margenschwachen Anbietermarkt mit großen Platzhirschen zu gehen.

elias

@Barthel Margen glaub ich nicht, die sind auch im Handel (Bücher, Elektronik) sehr gering. Im Handel machst Du aber den Umsatz über die Stückzahl, was vielleicht noch ein Grund ist. Damit wäre wir beim K 4:

Komplexität: Es lassen sich keine Skaleneffekte erzielen weil die Reisen im Packaging zu unterschiedlich sind, was zudem die Komplexität im Umgang mit den Produkten zu stark erhöht. Nicht standardisierbar genug für einen massenmarktorientierten Riesen wie Amazon.

“Nicht standardisierbar genug für einen massenmarktorientierten Riesen wie Amazon.”

Aber für einen “massenmarktorientierten Riesen wie ALDI” schon? Es gibt stark standardisierte Reisen (2 Wochen am Strand auf Malle, _eine fixe_ USA-Westküste-Tour im Bus, _eine fixe_ Kreuzfahrt durchs Mittelmehr, etc.

Das dies nicht die “individuellen Traumreisen” sind, die es natürlich auch gibt, ist klar.

Ein Angebot wie die deutschen Discounter wäre doch eigentlich machbar. Auch bei ALDI könnte man mit den o.g. 4 Ks gegen eine Vermarktung von Reisen argumentieren. (Wobei ich nicht weiß, wie erfolgreich die damit sind)

elias

@stefan da gebe ich dir recht, aber ich sehe es bei aldi zielführender an als bei amazon.

aldi ist stark auf den dt. markt fokussiert, die sich dem nationalen markt viel besser anpassen können, wollen und müssen. deutschland ist das land der reiseweltmeister, reisen gehört hier schon fast zum grundbedürfnis wie lebensmittel. Zudem haben die Discounter die Grenzen des Wachstums erreicht – es werden neue Absatzkanäle erschlossen und getestet. die paar flyer als reiner reseller von berge&meer touristik (?) in die filialen aan den Ausgang zu legen tut nicht weh, Schrotschußprinzip. Zudem hat aldi in D. ein hohes maß an positiver markenbekanntheit, steht für gute qualität und gutes preis/Leistungsverhältnis. Da klappt der emotionale Vertrauenstransfer auf Reisen. Wie läuft eigentlich die Reisesparte von Aldi?

amazon deutschland ist und bleibt (trotz des hohen umsatzes) eine Tochter eines global ausgerichteten unternehmens mit dem Fokus USA, das in seiner Branche noch kräftig wachsen kann. Ich denke es ist keine Sache des Wollens, sondern der strategischen Zielsetzung. Zudem hat Amazon das in die Breite gegangene Angebot nicht unbedingt gut getan, die Ausweitungen auf Dienstleistungen wäre womöglich ein weiterer Schritt in die falsche richtung.

Ich sehe es ähnlich wie elias, dass das in die Breite gegangene Angebot nicht unbedingt eine Wendung hin zum besseren bedeutete. Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, dass gewisse “feste” Angebote durchaus implementiert werden könnten. Die individuelle Traumreise mit Sicherheit nicht, ein eigenes Reisebüro wäre wohl (momentan zumindest) noch etwas viel verlangt von amazon, aber ein paar Festangebote sollten sich doch wirklich einbinden lassen.

Kann mir auch gut vorstellen, dass sich bei bestimmten Festangeboten auch immer wieder Kunden finden, die diesen Service von Amazon in Anspruch nehmen würden. Allerdings sollte man sich meines Erachtens doch seitens Amazon weiterhin um das Kerngeschäft bemühen und hier nicht versuchen immer wieder große Sprünge zu wagen, denn so etwas kann auch schnell mal nach hinten los gehen.

Uwe

Ich denke auch, dass Amazon sich lieber darauf konzentrieren sollte, was sie bislang angeboten haben. Ich glaube nicht, dass Kunden auch noch unbedingt Reisen im Sortiment benötigen. Aber früher oder später wird man sicherlich auch dies dort finden.

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Jens

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