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ITB 2008: Reiseanalyse 2008

Quelle: F.U.R.-ReiseanalyseHeute war es wieder so weit: Präsentation der ersten Ergebnisse der F.U.R.-Reiseanalyse 2008 auf der ITB. Unter anderem wurde vorgestellt, auf welchem Wege touristische Websites aufgerufen und gefunden werden (Siehe Bild).

“So verwenden 57 % der Onliner Suchmaschinen sehr oft oder oft, um entweder eine bereits bekannte Webadresse zu finden oder um einen Überblick zu erhalten, welche Websites zu einem Thema überhaupt zur Verfügung stehen. Das direkte Eintippen der Website steht dicht dahinter auf Platz 2.”

Markenbildung und -pflege ist und bleibt das A und O in der touristischen Kommunikation, egal ob für eine Destination oder eine Reiseplattform. Auch und vor allem im Internet, in dem alle Alternativen nur einen Mausklick entfernt sind, stellt dieses Thema die zentrale Herausforderung dar. Lieber das Geld sinnvoll in die Markenbildung investiert als unsinnig vermeindlich so tollen SEOs in den Rachen geworfen oder sogar für Add Words verschwendet.

Langfristig ist dieses Geld meines Erachtens nur in einer strategischen Markenbildung nachhaltig verwendet!

FB

Nachtrag: Bei der Pflege einer bekannten Marke, kann dies aber auch anders gesehen werden! Siehe Kommentar von Martin:

“SEM ist genial zur Markenführung geeignet. Ich beschäftige mich seit 10 Jahren mit Tourismus-Werbung, Marketing und Mediaplanung – mein Fazit: es gab noch nie derart (kosten-)effiziente Tools um Markenführung umzusetzen wie heute Online z.B. über google Adsense (trickst z.B. m. A. n. kontextuale Werbung in Special Interest Magazinen aus – definitiv wenn man Kosten/Nutzen gegenüberstellt) oder anderen Affiliate Programmen”

4 Kommentare zu
ITB 2008: Reiseanalyse 2008

Florian, ich bin nicht ganz deiner Meinung. Entscheidend sind aus meiner Sicht 2 Dinge:

1. Online Brand Management findet überwiegend ABSEITS der Online Welten der touristischen Marken statt, d.h. statt auf Websites, Banner etc. wird in Zeiten des Social Web die Marke einfach und (meist) wenig steuerbar in Netzwerken, Communities, Blogs oder – abseits web 2.0 – auf klassischen Online-Portalen wie Spiegel Online, The Guardian oder dem Reisemagazin – Weblog und anderen “professionellen” Online-“Publishern”

2. SEM ist genial zur Markenführung geeignet. Ich beschäftige mich seit 10 Jahren mit Tourismus-Werbung, Marketing und Mediaplanung – mein Fazit: es gab noch nie derart (kosten-)effiziente Tools um Markenführung umzusetzen wie heute Online z.B. über google Adsense (trickst z.B. m. A. n. kontextuale Werbung in Special Interest Magazinen aus – definitiv wenn man Kosten/Nutzen gegenüberstellt) oder anderen Affiliate Programmen

3. Wenn ein SE-Optimierer NICHT den Markenkern, die Substories und ästhetischen Codes einer Marke optimiert – was dann? OK, es stimmt: es gibt einfach viele Ahnungslose – auf der Kundenseite. Leider haben viele Touristiker einfach keine Zeit sich mit der Materie detailliert auseinander zu setzen. Schließlich gilt aus meiner Erfahrung die Regel definitiv, dass ein DMC-Manager, Tourismus-Direktor oder Hotel-Manager nur 20% seiner Arbeits-Zeit verfügbar hat um sich mit Marketing auseinander zu setzen. Den Rest der Zeit organisiert er Infrastruktur, Information aber auch Bürgermeister, Feuerwehr und mehr oder weniger befreundete Hoteliers und Mitbewerber. Oder im schlimmsten Fall – er kümmert sich um Gäste …

CU
Martin

Florian

Hallo Martin,

schön, dass wir auch unterschiedlicher Meinung sind! 🙂

zu Punkt 1 – kein Widerspruch – hab ich irgendwo was anderes gesagt? Ich bin hier absolut Deiner Meinung

zu Punkt 2: Ich verstehe unter Markenbildung was anderes als SEM – für mich geht es darum ein Image zu transportieren, eine Marke zu schaffen und diese in den Köpfen der Akteure zu verankern. Beim letzten Punkt kann ich Dir zustimmen – aber bei den ersten beiden Punkten leider nicht – hier sehe ich keine Möglichkeit für Google Adsense sinnvoll zu wirken – Marken- und Imagebildung wird im Moment vorwiegend offline und wenn online, dann nicht in Google gemacht (siehe Punkt 1)

zu 3: Richtig – Du sprichst wieder den letzten Schritt an – die Optimierung – viele Destinationen haben aber ein anderes Problem. Sie haben keine Marke bzw. kennt Ihre Marke kein Mensch – trotzdem stecken Sie viel Geld in SEOs und Add Words ohne langfristig davon zu profitieren.

Die ÖW ist in diesem Fall in einer exponierten Lage, die Marke ist bekannt, das Image klar umrissen – in diesem Einzelfall kann ich Dir zustimmen! In anderen kleinen unbekannten Destinationen ist das Geld viel besser in kleinen viralen Marketingkampagnen (Punkt 1) aufgehoben, als in sinnlosen Versuchen über Add Words teuren Traffic auf der Website zu generieren.

Liebe Grüße

Florian

Hallo Martin und Florian,

Aus strategischer Sicht überspringt eine Vermischung von Markenbildung und Onlinemarketing einige bisher nicht genannte zentrale Aspekte der Markenbildung (Authentizität, commitment, Kernkompetenzen…). Ich würde also an dieser Stelle ganz scharf zwei Dinge trennen:

– Die Konzeption einer Marke, die vorwiegend in der Destination geschehen muss; dabei kommt es vor allem auf die “inneren Werte” dieser Destination an. In den meisten Destinationen fehlt schon dieser grundlegende Schritt, der ein einheitliche Auftreten der Akteure nach Außen umzusetzen helfen könnte.

– Die Kommunikation und Nutzung einer Marke: Ist eine Marke dann geschaffen, gilt es den entsprechenden Nutzen daraus zu ziehen. Hier stehen also wieder vor allem strategische Fragen im Vordergrund: WIE muss ich meine Marke führen, damit ich daraus den hächten Image- und Realgewinn erzielen kann? Und erst hier setzt das Internet als Themenbereich ein.

Zu diesem letzten Satz lässt sich dann sicherlich oben genannte Diskussion zuordnen. Zum Thema Markeneinsatz und -kommunikation. Und wie man hierbei vorgeht ist sicherlich ein zentraler Bestandtteil einer Onlinestrategie einer Destination. So wie ich das sehe, fehlt hier aber auch noch das exakte Wissen über die Wahrnehmung verschiedener Methoden durch den Kunden?
Markenmanagement über Travel2.0 und Web2.0, besonders auch in Bezug (Kosten/Nutzen) auf andere Marketingtools ist bisher ein sicher zu wenig evaluiertes Thema – es hat sowohl im wissenschaftlichen als auch im realen Diskurs bisher einen geringen Stellenwert. @alle – Gibt es zu diesem Thema schon eine gute Grundlagenstudie (also nicht nur themenaffine Teilausschnitte aus anderen Studien)?
Wenn das Thema besser evaluiert und nutzbar (Kosten/Nutzen-Wissen) ist, kann die ITB dann ihre Pforten schließen ;)…?!

MfG Daniel

Tom

Branding ist glaub ich nicht das A und O – Adwords Werbung ist es eher…
Gerade bei der Vielzahl der Reiseseiten, mit ähnlich klingenden Namen, Billigflug.de, Billigflieger.de, Billigfluege.de, Billigfliegen.de und Billigerfliegen.de, kann sich nur der Domaininhaber seinen Markennamen merken und kein Kunde.
Ich selbst arbeite im Callcenter für Reise Online Portale – rd. 1000 Tickets am Tag – also ein großes Unternehmen – ich denke ich weiß schon wo von ich spreche.

Dem Kunden ist es nicht klar mit “welcher Marke er spricht” – Hauptsache es hat irgendetwas mit Reisen zu tun und er hofft das er nun richtig ist und eine Information erhält; obwohl er eine Fluggesellschaft anrufen wollte…

Branding ist für herkömmliche Marken, die nicht im Internet verfügbar sind, durchaus ein wichtiges Instrument. Aber im Internet da speichere ich mir entweder meinen Favoriten oder mein Bookmark ab und gut ist.

Einen Markennamen aufzubauen wie Expedia, weg.de oder Opodo ist hilfreich – fraglich ist nur, ob sich diese Kosten durch Plakat-, Fernseh- und Radiowerbung auch wirklich rechnen. Hier sind zig hundert Tausende von Euros ausgegeben worden und es ist mittlerweile recht still in der Werbebranche geworden – ganz im Gegensatz zu Adwords…

@Daniel – leider habe ich auch keine weiteren Analysen oder Studien dazu gefunden, spreche hier nur aus der Beobachtung von 8 Jahren Erfahrung im Reisebüro Online Business, es würde mich aber auch stark interessieren…

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Florian Bauhuber

… ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte:
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