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20. Juni 2017

Virtuelle Welten: 360-Grad-Videos sind Brückentechnologie zu Virtual Reality

Im letzten Jahr hatte ich mich mit dem Thema schon einmal etwas näher befasst und seitdem ist natürlich einiges am Markt passiert. Des Weiteren merke ich in meinen Workshops, dass hinsichtlich des Content-Formats für Virtual Reality mehrheitlich etwas Verwirrung herrscht bzw. oftmals falsche Annahmen getroffen werden. Das 360-Grad-Video – vielen durch seine zunehmende Verbreitung bekannt – ist letztlich nur ein Teil des Spektrums der virtuellen Welten. Es macht somit Sinn, sich dem Thema weiter zu nähern und dieses Mal mit zusätzlicher Expertise von außen.

Das Kurzinterview mit Adrian Wetzel von Sphere World findet Ihr unten stehend. Adrian Wetzel ist  27 Jahre alt und hat die auf  360-Grad-Technologie spezialisierte Firma ‘Sphere World’ letztes Jahr gegründet. Kürzlich produzierten sie u.a. das offizielle Musikvideo von Evodia in 360-Grad: https://youtu.be/-tobUZprvnA

Die Bedeutung von virtuellen Welten

Laut einer durch Zeiss durchgeführten Studie im letzten Jahr, werden virtuelle Welten zukünftige Kaufentscheidung bestimmen. 73 Prozent der Befragten erwarten das VR-Anwendungen mehrheitlich bei der Auswahl von Reisezielen und in den Bereichen Mobiliar/Inneneinrichtung eine Rolle spielen werden. Weitere Details zur Studie findet Ihr hier: http://bit.ly/2tI3Ukp

Grafik: Zeiss

Grafik: Zeiss

 

“Die optischen Technologien sind Schlüsseltechnologien für unsere Zukunft. Ihre technologischen und wissenschaftlichen Anwendungen werden unser tägliches Leben immer stärker durchdringen”, ist sich Michael Totzeck aus dem Bereich Forschung und Technologie bei Zeiss sicher. “

Wo genau fängt die virtuelle Welt an?

Bei Virtual Reality wird gerne zwischen 360-Grad-Videos und VR-Welten vermischt bzw. wird beides oftmals in einem Atemzug genannt. Das ist leider nicht ganz richtig, denn ein 360-Grad-Video ist nicht nur von der Produktion her etwas anderes als eine tatsächliche VR-Applikation, sondern auch vom Erlebnisfaktor. Ich habe daher unten stehend einmal die grundlegendsten Unterschiede aufgelistet.

Vergleich zwischen 360-Grad-Videos und Virtual Reality

Vergleich zwischen 360-Grad-Videos und Virtual Reality

Folglich – nicht überraschend – werden derzeit mehrheitlich 360-Grad-Videos produziert und eingesetzt, als dass wirkliche VR-Welten geschaffen werden bzw. entsprechender Content dafür. Insofern sind 360-Grad-Videos eher eine Brückentechnologie zu Virtual Reality.

Spannend in diesem Zusammenhang ist daher die weitere Entwicklung auf dem Gebiet der virtuellen Welten. Denn VR-Applikationen, wie das kürzlich gelaunchte Facebook Spaces, verlangen zum Teil nicht nur anderen Content – als die derzeitig produzierten 360-Grad-Videos ­ – sondern das Verständnis dafür, wie sich Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality und Game Reality mischen.

Es steht außer Frage, dass 360-Grad-Videos immer leichter zu produzieren und zu streamen sein werden. Herausfordernd sind virtuelle Räume – die real geflimt oder auch computergeneriert sein können – in denen man sich bewegt und eine Handlung aktiv gestaltet und damit die Geschichte interaktiv erfährt. Das ist die Zukunft der Virtual Reality.

Interview mit Adrian Wetzel von Sphere World

 

Wie groß ist aus deiner Sicht das Potenzial von 360-Grad-Videos?

Das Potenzial solcher 360-Grad-Videos ist gigantisch und wird immer weiter ausgeschöpft. Nach unseren Analysen werden die Videos 5 Mal mehr angeschaut als herkömmliche 2D-Videos.

Wie weit ist die Technik und was sind die Herausforderung bei der Produktion?

Die Technik wächst exponentiell an und ist noch nicht ganz ausgereift. Die größten Herausforderungen liegen bei einer perfekten Beleuchtung. Wir achten schon im vorhinein darauf, das die Beleuchtung recht einfach retuschiert werden kann. Das heisst die Postproduktion dauert in der Regel viel länger als der Dreh selbst. Viele Einstellungen müssen oft im voraus an den Kameras erprobt werden, da man erst im Nachhinein sieht ob das Video was geworden ist.

Welche Plattform siehst du im Rennen?

Natürlich sind Youtube und Facebook ganz vorne dabei. Facebook bietet zum Beispiel sehr viele Infos Open Source an. Ich denke Facebook wird die 360-Grad-Features so ausbauen, dass wir nicht nur einzelne 360-Grad-Videos einfügen können, sondern auch ganze Projekte uploaden können (360-Grad-Video-Touren). Diese sind ähnliche wie Google Street View nur mit Bewegtbildaufnahmen (Videos) in 360 Grad.
Leider haben wir in Deutschland noch recht begrenzte Bandbreiten im Internet und deshalb benötigen heutige Videotouren noch etwas längere Ladezeiten. Ich denke aber das es nicht mehr lange dauern wird bis die Bandbreiten hochgeschraubt werden.

Wie siehts Du die weiteren Entwicklungen? Wo geht die Reise hin?

Ich denke das wir in den nächsten Jahren keine 360-Grad-Videos mehr drehen werden, sondern das wir die Räume in 3D komplett abscannen und wir dann wie in Spielen uns durch die digitalen Welten bewegen. Zur Zeit ist das aber schwer möglich, da man Unmengen an Datenvolumen benötigt, um diesen Content digital und online darzustellen.

 

 

Catharina Fischer

....Beraterin und Netzwerkpartnerin bei Tourismuszukunft. Sie arbeitet seit über 8 Jahren im Bereich Online-und Social Media Marketing. Nach ihrem Studium im Bereich Tourismusmanagement baute sie das internationale Social Media Marketing der Deutschen Zentrale für Tourismus in 12 Märkten auf und realisierte zahlreiche Online- und Social Media Kampagnen. Innerhalb des Social Media Marketings hat Catharina Fischer in den Bereichen Influencer Marketing, speziell Blogger Relations, Facebook-, Instagram- und Twitter- Marketing sowie im Bereich Videomarketing langjährige umfassende Erfahrungen. Darüber hinaus entwickelte Sie bereits verschiede Content-Marketing-Strategien und befasst sich seit den Anfängen des Social Media Marketings intensiv mit einem zielgerichteten Monitoring und der Analyse von Social Media-Plattformen sowie crossmedialen Kampagnen. Mit dem Einstieg bei Tourismuszukunft beschäftigt sich Catharina Fischer zunehmend mit strategischen Fragestellung und initiierte u.a. zusammen mit Innovation Norway einen Think Tank, der zu aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf eine touristische Vermarktung Stellung bezieht.

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