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Blogger Relations im Tourismus – so stehen wir dazu

Aktuell werden Blogger Relations (auch Influencer Relations) auf eine neue Stufe gehoben. Neben der stattfindenden Professionalisierung der Blogger springen immer mehr touristische Unternehmen auf den Zug der Bloggerkooperationen auf.

Große Nachfrage auf der einen Seite (der Touristikerseite), ein großes und gleichzeitig unübersichtliches Angebot auf der anderen Seite (der Bloggerseite). Und so werden viele Kooperationen geschlossen, die letztlich nur einen kurzfristigen Effekt bringen. Die Touristiker freuen sich, nette Menschen kennengelernt zu haben; die Blogger freuen sich über ein nettes Wochenende. Aber „nett“ bringt eben keinen wirklich weiter, weder Unternehmen noch Blogger.

Wir meinen deshalb, dass das besser geht.

Wir können Blogs

Tourismuszukunft selbst ist aus einem Blog heraus entstanden, dem Tourismusblog. Dieser zählt zu den erfolgreichsten B2B-Blogs im Tourismus. Hier teilen wir Erfahrungen sowie Ideen und bieten Einblicke hinter die Kulissen von Tourismuszukunft. Ich selbst blogge außerdem auf KristineHonig.de. Dort geht es um konkrete Anwendungstipps zu Tourismusmarketing und Social Media. Dabei immer wieder ein Thema: Blogger Relations.

Kurz: Uns braucht man vom Mehrwert eines Blogs nicht zu überzeugen. Schließlich sind wir selbst Blogger.

Bloggen: auf Rechner, Laptop oder iPad

Bloggen: auf Rechner, Laptop oder iPad

 

Diese Zielgruppe wurde in den letzten Jahren verstärkt vom Tourismussektor entdeckt. Kein Wunder. Das Informationsverhalten hat sich durch das Social Web extrem verändert. Informationen dürfen deshalb nicht nur auf Websites stehen, sondern müssen – v.a. während der Inspirationsphase des Kunden – im Social Web vertreten sein. Und da kommen dann die Blogger ins Spiel. Doch nicht nur diese, auch YouTuber, Instagramer & Co spielen hier eine wesentliche Rolle.

In unserem Ringmodell ist das Thema Blogs sowohl im Kreis Corporate Websites (eigener Blog) als auch unter Context (externer Blog) angesiedelt. Das Ringmodell macht bereits deutlich, dass eine Kooperation mit Bloggern nicht losgelöst von allen anderen Grundlagen und Aktivitäten durchgeführt werden sollte, sondern immer im Kontext steht.

Ringmodell Tourismuszukunft

Ringmodell Tourismuszukunft

 

So sehen wir Blogger Relations

Was uns bei der Durchführung von Blogger Relations deshalb besonders wichtig ist: dass auch hier – wie bei allen anderen Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen – eine Strategie dahinter steht. Dass es eben nicht nur darum geht, einfach irgendjemanden in die eigene Region einzuladen, sondern darum, eine sinnvolle  Kooperation durchzuführen. Und „sinnvoll“ steht an dieser Stelle sowohl im Sinne von „sinnvoll für den Touristiker“ als auch „sinnvoll für den Blogger“. Schließlich beinhalten Blogger Relations den Begriff „Relations“, also Beziehungen. Es geht bei solchen Kooperationen deshalb immer um Win-Win-Situationen.

Folgendermaßen stellen wir uns deshalb die einzelnen Schritte zur Konzeption und Durchführung einer Bloggeraktion vor:

  • Was wollen wir? Definition der konkreten Zielstellung.
  • Wo stehen wir aktuell? Was sind unsere Keywords, Themen, Werte und Storys?
  • Was können wir? Wie sind die Rahmenbedingungen? Was müssen wir berücksichtigen? Was geht, was nicht?
  • Wie sieht die Aktion aus? Und zwar eine kreative Aktion unter Berücksichtigung aller oben genannten Punkte, die optimale Ergebnisse liefert.
  • Welche Blogger/Influencer passen zu dieser Aktion? Nicht jeder ist an jeder Aktion interessiert. Da geht es zum einen um regionale und inhaltliche Vorlieben, zum anderen um die generelle Form der Zusammenarbeit. Doch auch Reichweite und Sichtbarkeit des Bloggers spielen eine elementare Rolle bei der Auswahl. Eine gute Recherche ist somit unerlässlich.
  • Welche Blogger wollen überhaupt? Blogger werden individuell und auf Augenhöhe kontaktiert, die geplante Aktion nebst allen Rahmenbedingungen vorgestellt. Basierend auf dem Feedback der Blogger kann es dabei auch noch zu Anpassungen der Aktion kommen.
  • Los geht’s! Und zwar mit der ganzen Organisation, Abstimmung und Umsetzung der Aktion.
  • Läuft. Die geplante Aktion findet statt, und das kann sich je nach Zielstellung auch über mehrere Monate hinweg hinziehen. Währenddessen wird ständig kontrolliert, an welchen Stellschrauben zur weiteren Optimierung gedreht werden kann.
  • Wie war’s? Eine Aktion ist selbstverständlich erst dann richtig abgeschlossen, wenn ein Monitoring von dieser vorliegt. Hierzu zählen neben konkreten Zahlen ebenso das Feedback aller beteiligten Akteure wie Leistungsträger und Blogger.

 

So stehen wir zum Segment Blogger Relation. Wie sind eure Erfahrungen und vor allem auch Erwartungen zu diesem Thema? Ich bin gespannt auf euer Feedback.

Viele Grüße, Kristine

 

5 Kommentare zu
Blogger Relations im Tourismus – so stehen wir dazu

Touristische Blogger sind ein Mehrwehrt für die gesamte Branche und sollten gerade in die Content Prozesse und dem Onlines Marketing der Reisebüros mit einbezogen werden. Vielen Betreibern kleiner und mittelständischer Reisebüros fällt es immer noch schwer, Texte und Reiseberichte zu schreiben und gewinnbringend zu platzieren. Aus der Symbiose heraus ergibt sich ein Mehrwert für beide und es entsteht eine Win-win Situation. Wie letztendlich eine Zusammenarbeit aussehen kann, müssen die Parteien für sich selbst entscheiden. Meiner Meinung nach sollte man „Netzwerken“ und zusammen mit den Reisebüros die sich gegenüber den großen Online Portalen behaupten müssen eine passende Lösung finden.

Hallo Torsten,
stimme dir absolut zu, dass auch für Reisebüros Blogger einen deutlichen Mehrwert im Content-Bereich liefern können. Ob als Inspiration für die Kunden vor einer Reisebuchung, aber auch mittels konkreter, authentischer Tipps von Seiten der Blogger, welche die Kunden nach einer Reisebuchung von dem Reisebüro ausgehändigt bekommen.
Hierzu können sich auch mehrere Reisebüros zu gemeinsamen Netzwerken zusammenschließen, um einerseits den Mehrwert für die Blogger zu steigern (= größere Reichweite) und andererseits das eigene Aufwand-Nutzen-Verhältnis zu optimieren.
Viele Grüße, Kristine

Der angestrebte Win-Win Effekt (letztlich ist es ja sogar ein Win-Win-Win Effekt, wenn man die Leser der Blogs als Nutznießer relevanter Informationen und Inspiration betrachtet) ist in der Tat enorm wichtig. Umso wichtiger ist es – auf beiden Seiten – den Nutzen für die jeweils andere Seite klar heraus zu stellen. Blogger könnten zum Beispiel eine FAQ zur Verfügung stellen oder zumindest ein Datenblatt, das Hinweise darauf gibt ob Zuschriften überhaupt erwünscht sind, wenn ja in welcher Form eine Kooperation überhaupt möglich ist, welche Themen relevant sind und welche nicht etc.

Richtig, Alexander, die Leser sollen selbstverständlich auch profitieren. Schließlich geht es ja letztlich in erster Linie um den Konsumenten!
Was das Thema FAQ bzw. Datenblatt angeht: hier hat sich in letzter Zeit bereits enorm viel bei den Bloggern getan. Der größte Teil der für Kooperationen offenen Blogger verfügt über ein eigenes Mediakit, welches all diese Fragen beantwortet. Dieses Mediakit wird entweder öffentlich auf dem Blog bereitgestellt (meist unter einem Menüpunkt wie „Media & PR“) oder wird auf Anfrage versandt.
Viele Grüße, Kristine

Hallo,

ich persönlich finde es gut, wenn nicht nur die „Tourismus Branche“ direkt, also Verlagshäuser, Reisebüros und Reiseanbieter das Bild von potentiellen Reisezielen prägt, sondern auch unabhängige Personen wie z.B. Blogger.

Problematisch wird es nur, wenn die „Tourismus Brauche“ versucht Einfluss auf die Berichterstattung von Bloggern zu nehmen.

Ich konnte mir z.B. vor kurzen einemal ein Programm anschauen, welches eine befreundete Bloggern mit auf die Reise bekommen hat.

Im ungünstigsten Fall, wird dem Blogger auf einer solchen Reise auch nur das gezeigt, was der Reiseveranstalter (in diesem Fall eine große dt. Fluggesellschaft) gern zeigen möchte.

In diesem Fall ist es dann zwar ein Win-Win für Unternehmer und Blogger, der Kunde hat aber immer noch kein objektives Bild des jeweiligen Landes.

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Kristine Honig

... ist seit Mai 2014 Netzwerkpartnerin und Beraterin bei Tourismuszukunft. Sie studierte Tourismuswirtschaft, ergänzt durch ein späteres Fernstudium zum Social Media Manager. Praktische Erfahrungen sammelte sie während ihrer 13jährigen Tätigkeit im Tourismusmarketing, u.a. beim Niederländischen Tourismusbüro. Ihre Themen sind Storytelling & Blogs, Personas & Customer Journeys, Barcamps & Seminare.