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30. Juni 2014

Und noch eine App? Und was Reise-Blogger damit zu tun haben!

Über einen alten Freund der aufgrund einer eigenen Gründung in der Münchner Gründerszene aktiv ist, erhielt ich vor kurzem Kontakt mit einem Münchner Unternehmen namens Blogbox. Das im April 2014 gegründete Start-Up einbringt nun ein Magazin in den App-Store, „das neben der App-Technologie für die Präsentation der unternehmenseigenen Inhalte täglich aktuellen Content aus dem handverlesenen Blogger-Netzwerk einspeist“ – bei Reisen konkret Reise-Blogger.

Wie funktioniert das Prinzip?

Blogger können ihren Blog auf der Plattform von Blogbox registrieren und so für die Verbreitung ihrer Artikel sorgen – und btw. etwas Geld verdienen. Der Vorteil für die touristischen Unternehmen liegt darin, nicht selbst für die Blogartikel sorgen zu müssen, sondern die Inhalte aus den Blogs kuratieren zu können um so Anfragen für ihre Leistungen zu bekommen – macht allerdings nur Sinn, wenn die Blogger im Netzwerk von Blogbox die Destination oder das Produkt bereits konsumiert und darüber berichtet haben.

Kurzinterview: „Entbündelung der Funktionen“

Wir haben Moritz Orendt (MO), Geschäftsführer von Blogbox, ein paar Fragen zu dieser neuartigen Lösung gestellt, deren Antworten untenstehend visualisiert sind.

TZ: Warum habt Ihr Euch explizit die Tourismusbranche als Markt für Eure Unternehmenslösungen ausgesucht?

MO: „Für unser Produkt, eine Magazin-App, muss man etwas anbieten, mit dem sich die Kunden gerne beschäftigen und auch gerne darüber lesen und sich inspirieren lassen. Das trifft bei Reisen sicherlich in optimaler Weise zu. In anderen Branchen, zum Beispiel Versicherungen, wird es schwieriger, begeisterte Leser zu finden. Außerdem gibt es im Reisebereich besonders viele tolle Blogs, mit denen wir kooperieren.“

TZ: Viele Tourismusunternehmen haben bereits eigene Apps. Wieso sollten sie zusätzlich Eure Apps in die App-Stores stellen?

MO: „Der Trend bei Apps geht zur möglichst guten Abdeckung eines einzelnen Use-Cases. Die erfolgreichsten Apps machen genau das: WhatsApp, Instagram oder Snapchat. Das zeigt sich auch bei der Entbündelung der Funktionen in einzelne Apps, die Facebook oder Foursquare bei ihren mobilen Produkten gerade versuchen. Und unseren simplen Use-Case “Reiseinspiration für zwischendurch” verknüpfen wir über den “Ich will dahin”-Button auf meines Wissens einmalige Weise mit Buchungsanfragen. Wenn ein Unternehmen unsere App für gut befindet, aber keine zweite eigenen App vermarkten möchte, können wir jedoch unsere App auch als Modul in schon bestehende Apps einbauen.“

TZ: Kannst Du was zur Kostenstruktur sagen? Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

MO: „Wir vermieten die App als Komplettlösung (App-Technologie, zum jeweiligen Unternehmen passende Reisegeschichten, Einspeisung eigener Inhalte des Unternehmens). Für 199 € im Monat bieten wir ein Rundum-Sorglos-Paket. Der einzige Aufwand für den Kunden ist die Beantwortung der generierten Anfragen.“

Erste Use-Cases

Die erste Reise-App des Münchner Unternehmens heißt Summit App und gehört zu dem Reiseunternehmen DAV Summit Club aus München. Sie ist seit vergangener Woche im App Store erhältlich. Wir haben uns mal die App auf dem Handy angesehen. Ein Screen anbei.

Ich will dort hin – Anfragefunktion via Mail

Was haltet Ihr vom Konzept? Ist ein Platz für diese Apps in der touristischen Landschaft? Braucht das der Gast?

Liebe Grüße,

Florian

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation

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