Zurück nach oben
3. Juni 2014

Apple Keynote – War da auch was für den Tourismus dabei?

Gestern Abend mitteleuropäischer Zeit eröffneten Tim Cook und Craig Federighi die Entwicklermesse WWDC traditionell mit der Apple-Keynote. Weder das von vielen erhoffte iPhone 6 noch die iWatch wurde  vorgestellt, dafür aber unter anderem die neuen Apple-Betriebssysteme iOS X Yosemite für den Mac und iOS 8 für iPad und iPhone. Und bei der Einführung von iOS 8 gab es auch einen Punkt, der mich hellhörig werden ließ – die Vorstellung von HomeKit. HomeKit dient der Heimautomation. So soll es möglich sein, über sein iPad oder iPhone vom Sofa aus alle möglichen Geräte in seiner Wohnung/seinem Haus zu steuern. Rollläden hoch und runter fahren, Heizung an- und ausschalten, Garagentor öffnen, Kaffeemaschine starten, den Garten gießen, etc. pp.

Homekit für Hotels?

Ein spannender Punkt: Wäre das nicht was für die Hotellerie? Stellen wir uns doch mal vor, wir kommen in unser gebuchtes Hotelzimmer. Draußen ist es noch hell bei 31 Grad. Die Sonne scheint direkt ins Zimmer. Das Licht ist natürlich wie immer an, der Fernseher auch. Es hat ungefähr 28 Grad im Zimmer. Die Klimaanlage ist aus. Was machen wir?

Wir schalten erst mal das Licht aus, gehen zum Fernseher und schalten diesen ebenfalls aus, da er uns nur nervt. Wir gehen zum Fenster und fahren die Sonnenjalousie runter. Danach schalten wir die Klimaanlage an und drehen am Rädchen die Temperatur auf 21 Grad.

Und jetzt stellen wir uns mal vor, dass im Hotelzimmer alle elektronischen Geräte mit HomeKit steuerbar sind.

Wir betreten also wieder unser Hotelzimmer. Diesmal mit dem iPhone in der Tasche. Draußen ist es noch immer hell mit 31 Grad im Schatten und direkter Sonneneinstrahlung in das Hotelzimmer. Licht und TV sind an, Klimaanlage aus und es mindestens 28 Grad im Zimmer.

Wir starten Siri einfach durch das aussprechen von „Hey Siri“ (auch eine Neuerung unter iOS 8) und sagen: Licht aus, TV aus, Jalousie herunterfahren, Klimaanlage auf 21 Grad schalten. Dann gehen das Licht und der TV aus, die Jalousie fährt herunter und die Klimaanlage hoch. Das alles während wir unseren Koffer abstellen und die Badehose raus holen.

Jetzt sagt ihr vielleicht: „Brauch ich nicht. Wegen den paar Minuten. Im Urlaub auch egal.“ – Klar, es sind nur ein paar Minuten täglich! Aber angenehmer und einfacher ist es trotzdem, oder? Wenn es das gibt, warum soll ich es nicht nutzen? Auf Geschäftsreisen sowieso. Und eben auch im normalen Urlaub. Aus meiner Sicht absolut denkbar. Vor allem wenn man bedenkt, dass man oft nicht weiß welcher Schalter für welches Licht gedacht ist, man schon im Bett liegt und die Lampe über der Tür dann doch nicht vom Bett aus ausschalten kann….

Und es wäre eine Win-Win-Win-Situation. Ein Win für den Gast, weil er sich nicht mehr mit Nebensächlichkeiten und suchen nach Lichtschalter, Fernbedienung oder anderen Schaltern beschäftigen muss und alles von seinem aktuellen Standpunkt durch Sprache im Zimmer steuern kann. Ein Win für das Hotel, da der Gast zufriedener ist. Und auch ein Win für die Smart-Home-Anbieter, weil der Gast das erste Mal mit ihren Geräten in Kontakt kommt und sich das dann evtl. auch für zu Hause vorstellen kann.

Was das für den Datenschutz bedeutet, möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst erörtern. Da reicht ein Blogartikel wohl gar nicht! 😉 Aber davon abgesehen halte ich HomeKit nicht nur für zu Hause sondern auch für den Urlaub als wirklich spannende Möglichkeit den Alltag zu vereinfachen.

Wirklich neu?

Ähnliche Lösungen  für Hotelzimmer gibt es übrigens schon. Hier möchte ich mal CitizenM-Hotels  erwähnen – in deren Zimmern kann ich viele der obig definierten Funktionen bereits via digitaler Devices steuern. Es gibt aber zwei aus meiner Sicht große Unterschiede zu HomeKit:

1. Bieten die bisherigen Lösungen kein All-In-One-Paket.

2. Muss der Gast immer  – und das ist für mich der größte Unterschied – mit einem Tablet, das im Zimmer zur Verfügung gestellt wird, die Steuerung übernehmen bzw. Informationen abrufen. HomeKit bietet ihm erstmals die Möglichkeit mit dem eigenen Smartphone/Tablet zu aggieren und nicht erst das zimmereigene Tablet suchen zu müssen.

Was haltet ihr von der Idee der Integration von HomeKit in Hotelzimmern? Könntet ihr euch vorstellen, dass ein Hotel mal eine Art Pilotprojekt zusammen mit Apple und den kooperierenden Anbietern startet? Oder spielt da Apple keine Rolle, sondern bereits bestehende Anbieter? Und wird sich das überhaupt in Hotels durchsetzen (können)?

Viele Grüße,

Ben.

Benjamin Gottstein

...ist Netzwerkpartner im Bereich Market Research bei Tourismuszukunft. Er studierte den Bachelor Geographie mit Schwerpunkt Freizeit, Tourismus und Umwelt an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit 2010 arbeitet er als Praktikant, Werkstudent und seit 2012 als Projektleiter im Bereich Market Research bei Tourismuszukunft. In seiner Bachelorarbeit beschäftigte er sich mit dem Thema Crowdsourcing. Seine Schwerpunkte sind im Bereich Keywordanalysen, Markenwerte, KPIs, Potentialanalysen und Crossmedia.

Kommentare

8 Kommentare zu
Apple Keynote – War da auch was für den Tourismus dabei?

Füge einen Kommentar hinzu
Einen Kommentar hinzufügen