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20. Mai 2014

Augmented Reality: Anwendungen im Tourismus

Was verbirgt sich hinter Augmented Reality?

Der Begriff Augmented Reality steht für „erweiterte Realität“. Die bestehende Realität – sei es ein Prospekt, ein Plakat, oder auch eine ganze Straße – wird mit zusätzlichen Informationen angereichert. Diese zusätzlichen Informationen können aus einfachen Texten, Fotos oder Videos bestehen, aber ebenso hochkomplexe virtuelle Welten darstellen.

Augmented Reality: Varianten

Die wohl optisch unattraktivste Form von Augmented Reality findet sich in QR-Codes. Kleine schwarze viereckige Quadrate, die über eine separate App auf dem Smartphone gescannt werden und dann ihre Informationen preisgeben. Dass QR-Codes nicht schwarz und unbedingt viereckig sein müssen sowie sehr oft nicht benutzerfreundlich eingesetzt worden, ist mittlerweile bekannt.

Systeme wie Layar oder Wikitude vereinfachen das System. Mit Hilfe dieser Apps wurden keine separaten und unansehnlichen Symbole mehr benötigt. Layar und Wikitude erkennen die Seite im Katalog bzw. aufgrund von GPS-Daten den Standort des Users im öffentlichen Raum. Hierauf basierend werden die zusätzlichen Informationen ausgeliefert.

Auch individuelle Lösungen wurden im Zuge von Augmented Reality entwickelt, für welche der User kein eigenes Smartphone benötigt. Bildschirme mit 3D-Optik lassen beispielsweise innerhalb der Ruine der Abtei von Cluny die früheren Mauern wieder auferstehen.

Eine weitere Form von Augmented Reality stellen 3D-Brillen im Kino und mittlerweile auch für das Fernsehen zu Hause dar. Diese vermitteln dem Zuschauer das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein.

Östereich Werbung Google Glass

Daniel Steiner und Elisabeth Harzhauser von der Österreich Werbung testen Google Glass

 

Noch stärker in das Geschehen hinein ziehen einen virtuelle Brillen. Google Glass blendet hierbei zusätzliche Informationen im Blickfeld des Trägers ein, ergänzt also ganz nach Definition die bestehende Realität. Die Oculus Rift (Endkundenversion für Ende 2014 erwartet) hingegen ist gerade für Gamer sehr interessant. Mit dieser Brille werden die User quasi in eine virtuelle 3D-Welt „entführt“. Die tatsächliche Realität wird nicht mehr nur ergänzt, sondern quasi komplett überlagert.

Perfekt für den Einsatz solcher virtuellen Brillen im Tourismus: Foursquare, TripIt und OpenTable bieten mittlerweile bereits Apps für Google Glass an. Wie sieht es generell im Tourismus mit Augmented Reality aus? Welche Möglichkeiten bieten die neuen virtuellen Brillen? Hier ein paar Gedanken von uns.

Augmented Reality: Ideen für den Tourismussektor

Destinationen: Vom eigenen Sofa aus können potenzielle Gäste mit Hilfe einer virtuellen Brille in die Stadt eintauchen und durch die Straßen wandeln. Aufgrund dieser Eindrücke wird die Entscheidung für das Reiseziel getroffen und eine konkrete Unterkunft für den tatsächlichen Urlaub vor Ort gebucht. Ansprechendes und authentisches Datenmaterial wird hierfür benötigt.
Im Ort selbst stellt sich der Tourist eine Stadtführung ganz nach eigenem Gusto zusammen, sowohl was Inhalt als auch Umfang der Tour anbelangt. Bei Interesse an Architektur ergänzt die Datenbrille die reale Umgebung um die entsprechenden Hintergrundinformationen bzw. zeigt die Straßenzüge, wie sie vor einem Jahrhundert aussahen.
Dabei dient eine solche Datenbrille ebenso der Vermeidung von Risiken. So können Wanderer mit Höhenangst vorab kurz nachschauen, ob der Wanderweg vergleichsweise breit oder nah am Abgrund verläuft.

Gerade für die Inspirations- und Informationsphase kommt die Datenbrille zum Einsatz. Aber auch für die Erweiterung der Realität vor Ort, z.B. als moderner digitaler Reiseführer machen AR-Anwendungen für Destinationen Sinn.

Hotels und Attraktionspunkten: Bei Leistungsträgern führen AR-Anwendungen zu unfassbarer Transparenz. D.h. Bewertungen, Google Street View und Co. sind erst der Anfang – Leistungsträger müssen sich darauf einstellen, dass Gäste bereits weit im voraus ein Produkterlebnis via AR haben wollen – und Lösungen hierfür bereitstellen. In Folge sind Google Business Fotos und 360 Grad-Fotos erst der Anfang einer Digitalisierung der Leistung. Die Konsequenz ist klar: Qualität, Qualität, Qualität – Design, Design, Design.

Reiseveranstalter mit eigenen und/oder exklusiven Produkten stärken durch eigene Augmented Reality Aufnahmen die Exklusivität ihrer Produkte.
Bereits heute setzten Veranstalter beschriebene Lösungen wie 360°-Touren, Google Business Fotos (z.B. unser Kunde Aldiana mit Google “Hotelview”) und Luftaufnahmen wie Heliview oder in Zukunft per Drohne ein. Eigene Aufnahmen vom Veranstalter werden eher selten sein, ferner werden Reiseveranstalter auf Aufnahmen von Destinationen, Leistungsträgern oder IT-Anbietern zurückgreifen um den Kunden noch emotionaler ansprechen zu können.

Reisemittler:  Auch der Reisevertrieb wird wohl kaum flächendeckend eigene Aufnahmen erstellen, sondern auf bestehende Lösungen zurückgreifen.
So werden zukünftig auf Online-Reiseportalen diese Medien stärker eingebunden und das stationäre Reisebüro ermöglicht durch Augmented Reality das virtuelle Vorab-Erleben der Produkte.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Kurzurlaube in der Mittagspause:

  • 30 Minuten Tauchen auf Cozumel inkl. Guide, Boot, Ausrüstung = 5 Euro
  • 30 Minuten Skifahren am Gletscher inkl.  Skipass = 4 Euro :-)

 

Steigern virtuelle Welten das Verlangen, diese auch tatsächlich in der Realität zu erleben oder halten sie eher hiervon ab?
Was meint ihr?

Viele Grüße,

Kristine, Florian & Michael

Kristine Honig

... ist seit Mai 2014 Netzwerkpartner und Berater bei Tourismuszukunft. Sie studierte Tourismuswirtschaft an der FH Zittau/Görlitz, ergänzt durch ein späteres Fernstudium zum Social Media Manager. Praktische Erfahrungen sammelte sie während ihrer 13jährigen Tätigkeit im Tourismusmarketing, u.a. beim Niederländischen Tourismusbüro. Ihre Themen sind Blogs und Blogger, BarCamps sowie Seminare.

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