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Augmented Reality: Anwendungen im Tourismus

Was verbirgt sich hinter Augmented Reality?

Der Begriff Augmented Reality steht für „erweiterte Realität“. Die bestehende Realität – sei es ein Prospekt, ein Plakat, oder auch eine ganze Straße – wird mit zusätzlichen Informationen angereichert. Diese zusätzlichen Informationen können aus einfachen Texten, Fotos oder Videos bestehen, aber ebenso hochkomplexe virtuelle Welten darstellen.

Augmented Reality: Varianten

Die wohl optisch unattraktivste Form von Augmented Reality findet sich in QR-Codes. Kleine schwarze viereckige Quadrate, die über eine separate App auf dem Smartphone gescannt werden und dann ihre Informationen preisgeben. Dass QR-Codes nicht schwarz und unbedingt viereckig sein müssen sowie sehr oft nicht benutzerfreundlich eingesetzt worden, ist mittlerweile bekannt.

Systeme wie Layar oder Wikitude vereinfachen das System. Mit Hilfe dieser Apps wurden keine separaten und unansehnlichen Symbole mehr benötigt. Layar und Wikitude erkennen die Seite im Katalog bzw. aufgrund von GPS-Daten den Standort des Users im öffentlichen Raum. Hierauf basierend werden die zusätzlichen Informationen ausgeliefert.

Auch individuelle Lösungen wurden im Zuge von Augmented Reality entwickelt, für welche der User kein eigenes Smartphone benötigt. Bildschirme mit 3D-Optik lassen beispielsweise innerhalb der Ruine der Abtei von Cluny die früheren Mauern wieder auferstehen.

Eine weitere Form von Augmented Reality stellen 3D-Brillen im Kino und mittlerweile auch für das Fernsehen zu Hause dar. Diese vermitteln dem Zuschauer das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein.

Östereich Werbung Google Glass

Daniel Steiner und Elisabeth Harzhauser von der Österreich Werbung testen Google Glass

 

Noch stärker in das Geschehen hinein ziehen einen virtuelle Brillen. Google Glass blendet hierbei zusätzliche Informationen im Blickfeld des Trägers ein, ergänzt also ganz nach Definition die bestehende Realität. Die Oculus Rift (Endkundenversion für Ende 2014 erwartet) hingegen ist gerade für Gamer sehr interessant. Mit dieser Brille werden die User quasi in eine virtuelle 3D-Welt „entführt“. Die tatsächliche Realität wird nicht mehr nur ergänzt, sondern quasi komplett überlagert.

Perfekt für den Einsatz solcher virtuellen Brillen im Tourismus: Foursquare, TripIt und OpenTable bieten mittlerweile bereits Apps für Google Glass an. Wie sieht es generell im Tourismus mit Augmented Reality aus? Welche Möglichkeiten bieten die neuen virtuellen Brillen? Hier ein paar Gedanken von uns.

Augmented Reality: Ideen für den Tourismussektor

Destinationen: Vom eigenen Sofa aus können potenzielle Gäste mit Hilfe einer virtuellen Brille in die Stadt eintauchen und durch die Straßen wandeln. Aufgrund dieser Eindrücke wird die Entscheidung für das Reiseziel getroffen und eine konkrete Unterkunft für den tatsächlichen Urlaub vor Ort gebucht. Ansprechendes und authentisches Datenmaterial wird hierfür benötigt.
Im Ort selbst stellt sich der Tourist eine Stadtführung ganz nach eigenem Gusto zusammen, sowohl was Inhalt als auch Umfang der Tour anbelangt. Bei Interesse an Architektur ergänzt die Datenbrille die reale Umgebung um die entsprechenden Hintergrundinformationen bzw. zeigt die Straßenzüge, wie sie vor einem Jahrhundert aussahen.
Dabei dient eine solche Datenbrille ebenso der Vermeidung von Risiken. So können Wanderer mit Höhenangst vorab kurz nachschauen, ob der Wanderweg vergleichsweise breit oder nah am Abgrund verläuft.

Gerade für die Inspirations- und Informationsphase kommt die Datenbrille zum Einsatz. Aber auch für die Erweiterung der Realität vor Ort, z.B. als moderner digitaler Reiseführer machen AR-Anwendungen für Destinationen Sinn.

Hotels und Attraktionspunkten: Bei Leistungsträgern führen AR-Anwendungen zu unfassbarer Transparenz. D.h. Bewertungen, Google Street View und Co. sind erst der Anfang – Leistungsträger müssen sich darauf einstellen, dass Gäste bereits weit im voraus ein Produkterlebnis via AR haben wollen – und Lösungen hierfür bereitstellen. In Folge sind Google Business Fotos und 360 Grad-Fotos erst der Anfang einer Digitalisierung der Leistung. Die Konsequenz ist klar: Qualität, Qualität, Qualität – Design, Design, Design.

Reiseveranstalter mit eigenen und/oder exklusiven Produkten stärken durch eigene Augmented Reality Aufnahmen die Exklusivität ihrer Produkte.
Bereits heute setzten Veranstalter beschriebene Lösungen wie 360°-Touren, Google Business Fotos (z.B. unser Kunde Aldiana mit Google „Hotelview“) und Luftaufnahmen wie Heliview oder in Zukunft per Drohne ein. Eigene Aufnahmen vom Veranstalter werden eher selten sein, ferner werden Reiseveranstalter auf Aufnahmen von Destinationen, Leistungsträgern oder IT-Anbietern zurückgreifen um den Kunden noch emotionaler ansprechen zu können.

Reisemittler:  Auch der Reisevertrieb wird wohl kaum flächendeckend eigene Aufnahmen erstellen, sondern auf bestehende Lösungen zurückgreifen.
So werden zukünftig auf Online-Reiseportalen diese Medien stärker eingebunden und das stationäre Reisebüro ermöglicht durch Augmented Reality das virtuelle Vorab-Erleben der Produkte.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Kurzurlaube in der Mittagspause:

  • 30 Minuten Tauchen auf Cozumel inkl. Guide, Boot, Ausrüstung = 5 Euro
  • 30 Minuten Skifahren am Gletscher inkl.  Skipass = 4 Euro 🙂

 

Steigern virtuelle Welten das Verlangen, diese auch tatsächlich in der Realität zu erleben oder halten sie eher hiervon ab?
Was meint ihr?

Viele Grüße,

Kristine, Florian & Michael

15 Kommentare zu
Augmented Reality: Anwendungen im Tourismus

Tobias Rüger

Ein toller Blick in die Zukunft! Allerdings stellt sich die Frage ob dadurch der Reiseentscheidungsprozess und somit die Wahl der Destination bis hin zur Buchung wirklich nachhaltig beeinflusst wird. Bereits heute gibt es ja die Möglichkeit, virtuell via googlemaps, zahlreiche Städte und Regionen weltweit zu besichtigen. Interessant wäre zu erfahren ob das letztendlich die Wahl der Destination beeinflusst oder nur zur zusätzlichen Information genutzt wird wie der Kauf eines Reiseführers.

der Reiseführermarkt wird sich auch verändern, wo sich früher die Produktion von einem Reiseführer als Buch nicht rentierte, können mit dieser Technik selbst kleinste Dörfer wie Reitwein im Oderbruch mit ihren „Geschichten“ auf sich aufmerksam machen…

Eine alte Weisheit aus der Werbung: Erzähle eine Geschichte um dein Produkt zu verkaufen. Die Ortschaften haben tausende dieser Geschichten welche man zentralisieren sollte…

Den Anfang mit 500 Orten und über 7.000 historischen Pinkten haben wir gemacht.

Hey, toller Blog.
Das Thema kann man natürlich noch weiter spinnen:
Reisekataloge wird es immer geben aber hier werden 3D Hologramme eingebettet. Das Reiseerlebnis wird neu definiert: Airbus entwickelt hochkomplexe Wellnesssitze mit Soundduschen und 180 Grad Monitoren zur Unterhlatung. USW.
siehe hier auch: http://blog.reisebuero-eurolloyd.de/airlines/9545_fliegen-im-jahr-2050-exklusive-einblicke/
Empfehlen kann ich euch zu diesem Thema ein Besuch eines Vortrags von Nils Müller von Trend One – falls ihr ihn nicht eh schon gesehen habt.
Viele Grüße
TK

Ich bin der Meinung, dass die Buchungsentscheidungen definitiv durch die tiefen Einblicke und die Tranzparenz der Destinationen definitiv beeinflusst werden. Menschen werden in der Lage sein im Vorfeld der Reise Sachen und Dinge zu sehen, welche Ihnen gefallen oder nicht zusagen. Daraufhin werden sie Entscheidungen treffen. Ich persönlich mag diesen Trend nicht besonders, da ich viel und gerne reise um mich von Orten überraschen zu lassen. Ich möchte nicht im Vorraus jedes Detail kennen und es vom Sofa aus entdecken können.

Viele Grüße

Ich denke dass der Alter eine wichtige Rolle dabei spielt. Ein Trend ist so zu sagen eine neue Sache. und je älter man ist, wird man weniger neugerig. Daher ist der Trend für ihn oder sie nicht so wichtig. Für jungere Generation ist die situation umgekehrt.
Ich möchte damit sagen wenn mein Ferienhaus für ältere Leute eingerichtet ist dann macht der Trend weniger sinne. Und umgekehrt ist das doch eine gute Möglichkeit eine Buchung zu gewinnen.

Mit ausreichend entwickelter Technologie könnte ja irgendwann der Urlaub für die Menschen überflüssig werden. Sie legen sich in eine Simulationskammer, Stimulanzien werden verabreicht und schon befinden sie sich in der Karibik, in den Anden, usw.. Und das alles, ohne einen Schritt vor die Türe zu setzen, vielleicht gar mit verzerrter Zeitwahrnehmung?

auch der Markt von Stadtführer-Apps wird sich durch die AR-Technik verändern, so gibt es von der Stadt Potsdam eine „normale“ City-App mit 30 Sehenswürdigkeiten welche von den Potsdamer Werbeleuten für die Touristen produziert wurde, mit dem AR-Browser von Wikitude kann man aktuell 500 historische Punkte aus unserem Archiv in Potsdam abrufen, siehe: http://www.veikkos-archiv.com/index.php?title=Potsdam

vermutlich wird es später in jedem mobilen Browser die AR-Technik als Standart geben und man kann sich dann unter dem Punkt Geschichte die Sehenswürdigkeiten und historischen Bilder der Gegend einblenden bzw. vorlesen lassen.

Einfach mal den Porto Santo Katalog von OLIMAR anschauen! Der Show Case zeigt bereits, welche Möglichkeiten AR bietet, um Offline und Online zu verbinden. Mit der „erweiterten Realität“ setzt OLIMAR auf eine Technologie, die es den Kunden einfach macht, mit ihrem Smartphone oder Tablet ergänzende Informationen zu Reisedestinationen und Angebote aufzurufen. OLIMAR präsentiert hiermit als einer der ersten seiner Branche ein völlig neues Katalogkonzept. Bei der Verbindung des Katalogs mit der digitalen Welt setzte Neofonie auf die so genannte „Visual Automatic Content Recognition“, zu der auch die Techniken wie Image Recognition (IR) und Augmented Reality (AR) gehören. Neben der Erkennung von Bildern oder Objekten mit mobilen Geräten (IR), sind es vor allem die Elemente der Realitätserweiterungen (AR), die den Katalog besonders machen. Die reale Umgebung wird dabei mit Hilfe eines mobilen Endgeräts um digitale Informationen ergänzt. Der Katalog lässt sich wie gewohnt blättern, enthält aber zusätzlich auf jeder Seite digitale Verknüpfungen zu Reisevideos, Bildergalerien, Gewinnspielen und zum Kundenservice. Zudem werden die Urlaubsangebote im Katalog um digitale Angebote ergänzt.

Vielen Dank für eure Gedanken zu diesem Thema!
Die Informationen im Internet beeinflussen heute schon extrem die Reiseentscheidungen (Empfehlungen von Freunden in Social Media, Empfehlungen Fremder auf Bewertungsplattformen). Augmented Reality geht noch einen Schritt weiter. Mehrere Sinne werden gleichzeitig angesprochen und die gelieferten Informationen immer stärker mit dem Social Graph, den Tipps von Freunden, verknüpft. In diesem Rahmen bin ich überzeugt davon, dass AR tatsächlich einen starken Einfluss auf die Reiseentscheidung haben wird.
Allerdings glaube ich nicht, dass „Beam me up, Scotty!“ einmal das „echte“ Reisen ersetzen wird. Hier fehlen dann doch die persönlichen, nicht planbaren Begegnungen vor Ort.

Jürgen

Augmented Reality (AR): Das Reisemagazin „Clever reisen!“ bietet seit 2013 seinen Lesern Zusatzinfos per Film/Bildergalerien und auch den Anzeigenkunden AR-Möglichkeiten.

Roxana

Das (Simulationskammern etc.) ist ja alles ziemliche Zukunftsmusik und noch nicht greifbar genug, um Handlungsfelder aufzuzeigen. Im Endeffekt denke ich, die zunehmend technisierte Reisewelt eröffnet UN die Möglichkeit, den Gast schon vor Durchführung der Reise von seinem Produkt zu überzeugen. Gleichzeitig stellt es die UN auch vor die Herausforderung, ihre Produkte nach Qualität zielgruppengerecht auszuwählen und durch permanentes Qualitätsmanagement auch dafür zu sorgen, mit allem Sichtbaren (und davon ist die Rede) am Markt bestehen zu können. Das Schöne, Peter Baumann, ist, dass Menschen mit gesunder Neugier und dem Verlangen, eine Umgebung nicht nur visuell sondern auch haptisch, akustisch..gustatorisch..wahrnehmen zu können sich auch von hochtechnisierten Angeboten nicht die Reiselust verderben lassen.

Google Glass ist das produkt des Jahres 2014.Glass steckt jetzt (Video) noch in den Kinderschuhen, in einem Jahr wird sie lernen Fahrrad zu fahren und in zwei Jahren fliegen. Es wird die Welt verändern!

Ich bin sehr neugierig, wie die Reiseindustrie und die IT-Anbieter sich entwickeln werden. Es könnte sogar sein, dass viele IT-Dienstleister aus Substitutionseffekten auch in den Markt der Reiseindustrie eindringen werden und versuchen werden, sich auf diesem Markt zu etablieren. Denn seit Jahren steigt im Reisebereich die Kosten für den IT Block kontinuierlich an. Diesen zu minimieren ist für Reiseveranstalter nicht möglich, da sie ja nur Abnehmer sind. Dementsprechend könnten die IT-Anbieter sogar Produkte unter den Preisen der Reiseindustrie anbieten.

Vor 10-15 Jahren war es noch eine der größten Schwachstellen im E-Commerce, dass die Kunden sich keinen eigenen Eindruck von der Ware machen konnten. Durch Geld-zurück-Garantien, bessere Artikelbeschreibungen und vor allem hochauflösende Bilder hat man es geschafft, diesen Makel nach und nach kleiner werden zu lassen. Google Brillen und Augmented Reality stellen hier wohl den nächsten logischen Schritt dar.
Bin sehr gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Das Reisemagazin „abenteuer und reisen“ setzt seit der Mai-Ausgabe AR ein – und zwar so, dass für das Abspielen von Videoclips, 360-Grad-Panoramen und Audio-Slide-Shows keine Internetverbindung nötig ist. Wie die App ar:life funktioniert, zeigt dieser Film: tinyurl.com/FB-fastlane

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Kristine Honig

... ist seit Mai 2014 Netzwerkpartnerin und Beraterin bei Tourismuszukunft. Sie studierte Tourismuswirtschaft, ergänzt durch ein späteres Fernstudium zum Social Media Manager. Praktische Erfahrungen sammelte sie während ihrer 13jährigen Tätigkeit im Tourismusmarketing, u.a. beim Niederländischen Tourismusbüro. Ihre Themen sind Storytelling & Blogs, Personas & Customer Journeys, Barcamps & Seminare.