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Das Ende der EINEN digitalen Weltkarte…

Viele wissen es vielleicht: bevor ich mich intensiver mit Social Media und den damit einhergehenden Entwicklungen beschäftigte, war ich ich beruflich und wissenschaftlich im Bereich des Web Mappings, d.h. im Bereich der digitalen Geographie im Netz tätig. Damals veränderte sich der Markt rapide mit dem Eintritt von Google mit dem Produkt GoogleMaps. Über Jahre war nun EINE digitale Weltkarte für alle gesetzt. Zwar gab es Wettbewerber wie Microsoft Virtual Earth (heute Bing Maps) oder Yahoo Maps, aber Google setzte die Standards, in Bezug auf Usability, Design und Kartographie. Die Zeiten der EINEN digitalen Weltkarte sind aber nun vorbei… wir haben mehrere Gründe gesammelt, die diesen Wandel belegen.

OSM – die OpenStreetMap ist da um zu bleiben!

Die OpenStreetMap ist kurz gesagt die Wikipedia in der Kartographie – d.h. jeder kann mitmachen um die Welt zu kartographieren. War vor vielen Jahren diese Plattform eine Ansammlung von Mapping-Geeks, so reden wir heute von 1,4 Millionen registrierte Inhaltsersteller, die kontinuierlich die Welt digitalisieren und eine freie Weltkarte erstellen. Noch mehr – eine freie Kartographie-Datenbank (Open Data) mit der sogar eigenen Kartengrundlagen erstellt werden können. So gibt es nicht, wie bei Google Maps drei fixe Kartengrundlagen (Maps, Gelände und Satellit), sondern zahlreiche Adaptionen wie z.B. die OpenCycleMap oder ÖPNV-Karte.

PinterestKarte

Letztendlich kann jeder für seine Fragestellung und Anforderung eine eigene Karte erstellen, je nach Interesse und Anwendungsfall. So arbeitet z.B. die Österreich Werbung in ihrer Kartenapp mit einer eigens von Toursprung für den touristischen Anwendungsfall entwickelten Grundlagenkarte (inkl Höhenlinien, Bergbahnen, etc) oder die Place Pins von Pinterest mit einer Adaption der OSM mit Hilfe eines Designs von Stamen Design. In Folge werden wir uns immer mehr von der einen Optik der Google Maps verabschieden. Je nach Anwendungsfall werden zukünftig individuelle Karten  mir individueller Kartographie erstellt, die in Design dem jeweiligen Anwendungsfall angepasst sind – Service Design lässt grüßen.

Die GoogleMaps wird individuell

Auch die GoogleMaps ermöglicht mittlerweile die Optik anzupassen. Dies trifft auf den Grundlagenkarte, Icons und Legende zu und wird detailliert im Developer Bereich beschrieben. Nicht nur das – auch die EINE GoogleMaps ist in der neuen GoogleMaps Geschichte, wie folgendes Video eindrucksvoll visualisiert:

Google nutzt den Social Graph aus Google+ um Inhalte auf der Maps zu individualisieren. Letztendlich werden uns je nach persönlichen Umfeld in Google+ die passenden Objekte visualisiert. Bereits frühzeitig haben wir über die Relevanz sozialer Filter für die Reise-Entscheidung geschrieben. Die Konsequenzen für die Auswahl von POIs für den Konsum touristischer Leistungen sind nachhaltig und werden das Reisen verändern (wie im dpa-Interview z.B. bei spiegel.de bereits angedeutet).

Unser Fazit:

Die Individualisierung der (Kartographie-) Inhalte im Netz nimmt also weiter zu: jeder nutzt die Karte die er verdient! 😉

Oder was denkt Ihr?

3 Kommentare zu
Das Ende der EINEN digitalen Weltkarte…

Gerade die Pinterest Map finde ich klasse. So kann ich für meine Firma relativ einfach und schnell eine Map mit unseren Hotels erstellen, ohne dass ich meine Kollegen aus der IT damit nerven muss.
VG
Meike

wir nurtzen für unseren historischen Reiseführer nur noch die Karten von OSM, hier werden selbst Waldwege angezeigt, wo bei Google maps alles nur “grün” ist…

Das Ende ist nah… tatächlich. Es Lebe die Vielfalt der Onlinekarten!
Danke für den sehr guten Beitrag. …wird gleich geteilt. Es gibt ja schon eine Reihe von weiteren Onlinekartendiensten. Manche ermöglichen es ja auch die dahinterliegenden Daten für seine Zwecke zu nutzen, wie etwa Open Street Map. Die zunehmende Koppelung von Soziale Medien und Onlinekarten gefällt mir! Auch wenn diese nicht neu ist eintwickelt sich jetzt erst langsam die Breite. Viele wissen ja auch noch nicht, dass der Nutzen von Open Streetmap ja noch viel weiter geht, weil man nicht nur die Kartensicht nutzen kann, sondern auch die dahinterliegenden Geodaten, sei es für Routing. Dieser Rohstoff Geoinformation hat hohes, leider noch wenig genutztes, wirtschaftliches Potential siehe http://www.georohstoff.org/

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Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation