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Arbeiten, wo andere Urlaub machen – oder lieber nicht?

Ich mag meinen Job. Wirklich!
Ich mag auch die Branche, die Leute und die Projekte, an denen ich arbeite.

Was ich nicht mag, sind Sätze wie: “He, Bastian! Sag mal, du arbeitest ja auch nur da, wo andere Leute Urlaub machen!

Stimmt zwar – allerdings nur in der grauen Theorie. “Gelebte Alltagspraxis” – wie wir es so schön nennen – und ernüchternde Tatsache zugleich ist aber leider, dass es auch “da, wo andere Leute Urlaub machen” Konferenzsäle, Besprechungsräume und jede Menge Büros gibt, in denen ich und Meinesgleichen dann die Tage und Nächte verbringen.

Von wegen den ganzen Tag irgendwo in einem Café rumsitzen oder am Strand spazieren gehen!

Wobei, warum eigentlich nicht? Kommunizieren tue ich es ja eigentlich eh schon:

Tag am Strand

Dass ich nicht tatsächlich den ganzen Tag am Strand rumliege sondern meine Projekte ordentlich abarbeite, sollte ja eigentlich klar sein. Und dass ich für meine Kunden erreichbar bin, versteht sich auch von selbst.

Wie verlockend wären da technische Möglichkeiten, die es ermöglichen aus dem oben genannten Café heraus oder vom Strand aus zu arbeiten…

Ach ja, da war doch was… Dieses “Internet“. Und “Mobiles Irgendwas“…

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich als leidenschaftlicher Strandgänger, Frischluft-Sportler und Terrassen-Sitzer komme schon das ein oder andere Mal in Versuchung, meine Homeoffice-Stunden irgendwo an die Küste oder eine kultige Stadt zu verlagern.

Ganz alleine bin ich mit dieser Idee nicht:
“Freelancers and entrepreneurs who work online have the freedom to travel the world and earn a living as they go. Easy? Not always. Possible? Absolutely!

“Leben, wo andere Urlaub machen” wird zu “Arbeiten, wo andere Urlaub machen”

Ich stelle zunehmend Trends fest, die genau diese Entwicklung bestätigen. Social Media Gruppen wie “Webworkstravel” zeigen, dass es durchaus möglich ist, seinen Job von irgendwo auf der Welt aus auszuüben. Wer dabei auf einen gewissen Standard nicht verzichten will, kann sich in einen der Open Coworking Spaces (wie beispielsweiße die OpenFinca auf Mallorca, Spanien) einmieten und von dort aus arbeiten. Auch hochprofessionelle Lösungen wie Beispielsweise von The Network Hub entwickeln sich immer mehr zu Erfolgskonzepten.
Nutzt man bei einer solchen Lebens- und Arbeitsweise dazu noch diverse Faktoren wie beispielsweise Wechselkurse oder Besteuerungen  geschickt aus, ist es theoretisch sogar möglich, durch weniger Arbeit mehr Geld zu verdienen (Tipps und Tricks findet man in Büchern wie “Breaking the Time Barrier” -gibt´s übrigens kostenlos bei Freshbooks– oder dem Klassiker “Die Vier-Stunden-Woche” von Timothy Ferriss) und sich voll und ganz auf das Weltenbummeln konzentrieren zu können.

Worum es dabei geht wird langsam klar:
Ich persönlich verfolge alle diese Entwicklungen sehr interessiert und frage mich selbst in regelmäßigen Abständen, warum ich die Kampagne für Kunden X oder das Projektmanagement für den Kunden Y denn eigentlich hier in meinem Homeoffice mache und nicht irgendwo im sonnigen Süden.

WebWorker

Warum eigentlich nicht?

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Weil man so “doch nicht arbeiten kann”. Weil bei so einer Arbeitsweise “ja natürlich nichts Gescheites rauskommt”. Und natürlich auch weil “wo kämen wir denn da hin?” Vielleicht aber auch einfach, weil ein gewisser Teil der arbeitenden Bevölkerung in seinen 8-Stunden-Strukturen gefangen denkt und ein Ausbruch aus eben jenen absolutes #neuland wäre.

Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren. Ich denke allerdings, dass jeder Freelancer, der ja naturgemäß ein gewisses Maß an Engagement und Zuverlässigkeit mitbringen muss, auch irgendwo anders genauso gute Arbeit leisten kann. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass man die beste Arbeit dort bringt, wo man sich wohl fühlt. Neue Ideen kommen einem nicht im stillen Kämmerchen und die besten Gespräche führt man ja sowieso bei einem Spaziergang oder dem Sundowner auf der Terrasse.

Was da noch zu klären wäre…

In diesem Zusammenhang stellen sich mir einfach ein paar sehr spannende Fragen:

  • Wie löse ich das Kommunikationsproblem? Wann bin ich für wen wo und wie erreichbar?
  • Verliere ich bei meinen Kunden an Vertrauenswürdigkeit oder Wertschätzung, wenn sie wissen, dass ich “am Strand liege”?
  • Kann digitaler Austausch den persönlichen Austausch mittlerweile ersetzen oder ist persönlicher Kontakt immer noch unumgänglich?
  • Bin ich innovativer, wenn ich ständig auch Achse bin?
  • Wie arbeitet es sich in Coworking-Spaces und welche Rolle spielen sie bei der Ideen-Generierung?
  • Bremse ich mich so für die weitere Karriere aus oder beweise ich Flexibilität, Engagement und Verlässlichkeit?

Florian hat in seinem letzten Artikel erklärt, wie wir heute aufgestellt sind. Ich möchte die Möglichkeiten aufzeigen, die wir alle haben, und frage mich, warum wir, gerade in unserem Branchenfeld zwischen Internet und Tourismus, uns nicht ständig an den Hotspots dieser Welt über den Weg laufen…

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Anregungen?
Liebe Grüße,

Bastian

6 Kommentare zu
Arbeiten, wo andere Urlaub machen – oder lieber nicht?

Die Wertschätzung anderer kommt durch die Qualität der gelieferten Arbeiten. Wenn man neidische Kunden hat, dann muss man diese fragen, warum sie nicht so arbeiten, denn dann liegt es evtl. an familiären Gründen oder an der Kundenstruktur, die persönliche Kontakte face-to-face nötig machen oder ein lokales Geschäft.

Wer dann noch neidisch ist, dann sollte man fragen, ob nicht jeder versucht, sein Büro etwas netter zu gestalten, damit eine Arbeit angenehmer abläuft. Wenn ich die technischen Möglichkeiten geschaffen habe, um auf dem Balkon mit Blick aufs Meer zu arbeiten – was eigentlich jeder mit einem WiFi-Router darstellen kann – dann habe ich eben massivere Anstrengungen unternommen, mein Büro für mich angenehmer zu gestalten.

Vor allem ist es doch so, dass es bspw. bei einer Programmierarbeit überhaupt kein Kunde mitbekommt, von wo aus ich arbeite, oder!?

Zumal muss man erkennen, dass sich die Arbeitswelt irgendwie komplett vom festen Büro weg bewegt. Immer mehr arbeiten Home oder Mobile Office basiert, da viele Dienstleistungen komplett ins Weg abwandern.

Gerne möchte ich auf die folgende Frage eingehen:

Wie arbeitet es sich in Coworking-Spaces und welche Rolle spielen sie bei der Ideen-Generierung?

Auf jeden Fall eine große Rolle, da viele Synergien geschaffen werden. Man arbeitet in einem Coworking Space schließlich nicht alleine und profitiert vom Wissen der anderen Coworker. Man kann sich austauschen, über Berufliches fachsimpeln, sich gegenseitig bei Projekten unterstützen. Ich denke einer Ideen-Generierung steht nichts im Wege. Im Allgemeinen ist es sehr wichtig in einer professionellen Umgebung zu arbeiten. Man kann den Strand in der Nähe haben, doch direkt am Strand arbeiten, lähmt wohl und unterstützt wohl keine produktiven Arbeiten. Man kann es ausprobieren, doch für jeden Tag ist das wahrscheinlich nichts. Der Ort darf meines Erachtens nicht allzu entspannend sein, denn das bewirkt, dass der geist zur Ruhe kommt und abschaltet anstatt zur Hochform aufzulaufen.

Unser Coworking Space “Coworking Málaga” liegt nur 15 Gehminuten vom Starnd entfernt, man durchaus seine Pausen in der Mittagssonne verbingen oder sich zwischendurch bewusst eine Auszeit in einem Café im Stadtzentrum gönnen. Probiert es aus, schreibt uns! malaga@coworking-malaga.org

Die möglichkeit von unterwegs zu arbeiten stünde mir frei aber was einen dann doch daheim hält sind zum einen die Lieben zu Hause und zum anderen auch das finanzielle. Zwei Wohnungen zu unterhalten ist einfach nicht drin und ich könnte es mir nicht leisten jede Nacht in einem Hotel zu verbringen aber reizvoll wäre das schon.

Wohl denen die so leben (können) 🙂

Ich sehe das absolut nicht als Nachteil. Ich denke vor allem in deiner Branche bist du doch so am nächsten am Produkt deiner Kunden und Auftraggeber. Weiter bin ich auch der Meinung, dass man am produktivsten ist, wenn man den Kopf frei für die Arbeit hat und sich wohlfühlt. In einem beklemmenden Umfeld arbeitet man nicht gerne und gibt demnach auch nie 100%.

Ich arbeite rein online. Ich betreibe eigene Webseiten zu Nischenthemen. Das kann man von überall machen. Daher brauche ich kein Büro und kann auch im Urlaub arbeiten. Daher dachte ich beim Buchen immer darauf, ob WLAN vorhanden ist. Viele Hotels und Urlaubsanbieter geben das überhaupt nicht an oder wenn man nur sowas wie “WLAN (gegen Aufpreis)”. Das ist total intransparent. Eine gute Angabe wäre (“WLAN, kostenlos, Geschwindigkeit 50 MBit). Das ist mittlerweile genauso wichtig wie die Angabe der Entfernung zum Strand. 🙂

@Ostreisender:
Finanziell kann es teurer werden, muss aber nicht. In vielen Ländern ist der Lebensunterhalt günstiger. Auch ein Hotel ist kein Muss. Wir als Coworking Málaga bieten u.a. Komplettpakete an: Der Platz im Coworking, Unterkunft im Apartment mit Anderen oder in einer Gastfamilie, wo man überdies noch bekocht werden kann. Einen Spanisch-Sprachkurs organisieren wir in Kooperation mit der Academia AIFP http://www.aifp.org/spanisch/index.html
Was machst du beruflich “Ostreisender”? Sicherlich würden sich für dich in unserem Coworking Space viele Synergien ergeben. Kreative Köpfe aus diversen Bereichen arbeiten hier unter einem Dach!
http://coworking-malaga.org/international-coworking-malaga/

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Bastian Hiller

… hat 2012 an der Katholischen Universität Eichstätt – Ingolstadt den Titel Master of Science in den Fachgebieten Tourismus und Regionalplanung erworben. Seit Anfang des Jahres 2013 unterstützt er für Tourismuszukunft – Institut für eTourismus als strategischer Berater diverse touristische Organisationen im In- und Ausland.
Bastian war außerdem Lehrbeauftragter an der Salzburg University of Applied Science.