Zurück nach oben
25. November 2013

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – oder lieber nicht?

Ich mag meinen Job. Wirklich!
Ich mag auch die Branche, die Leute und die Projekte, an denen ich arbeite.

Was ich nicht mag, sind Sätze wie: “He, Bastian! Sag mal, du arbeitest ja auch nur da, wo andere Leute Urlaub machen!

Stimmt zwar – allerdings nur in der grauen Theorie. “Gelebte Alltagspraxis” – wie wir es so schön nennen – und ernüchternde Tatsache zugleich ist aber leider, dass es auch “da, wo andere Leute Urlaub machen” Konferenzsäle, Besprechungsräume und jede Menge Büros gibt, in denen ich und Meinesgleichen dann die Tage und Nächte verbringen.

Von wegen den ganzen Tag irgendwo in einem Café rumsitzen oder am Strand spazieren gehen!

Wobei, warum eigentlich nicht? Kommunizieren tue ich es ja eigentlich eh schon:

Tag am Strand

Dass ich nicht tatsächlich den ganzen Tag am Strand rumliege sondern meine Projekte ordentlich abarbeite, sollte ja eigentlich klar sein. Und dass ich für meine Kunden erreichbar bin, versteht sich auch von selbst.

Wie verlockend wären da technische Möglichkeiten, die es ermöglichen aus dem oben genannten Café heraus oder vom Strand aus zu arbeiten…

Ach ja, da war doch was… Dieses “Internet“. Und “Mobiles Irgendwas“…

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich als leidenschaftlicher Strandgänger, Frischluft-Sportler und Terrassen-Sitzer komme schon das ein oder andere Mal in Versuchung, meine Homeoffice-Stunden irgendwo an die Küste oder eine kultige Stadt zu verlagern.

Ganz alleine bin ich mit dieser Idee nicht:
“Freelancers and entrepreneurs who work online have the freedom to travel the world and earn a living as they go. Easy? Not always. Possible? Absolutely!

“Leben, wo andere Urlaub machen” wird zu “Arbeiten, wo andere Urlaub machen”

Ich stelle zunehmend Trends fest, die genau diese Entwicklung bestätigen. Social Media Gruppen wie “Webworkstravel” zeigen, dass es durchaus möglich ist, seinen Job von irgendwo auf der Welt aus auszuüben. Wer dabei auf einen gewissen Standard nicht verzichten will, kann sich in einen der Open Coworking Spaces (wie beispielsweiße die OpenFinca auf Mallorca, Spanien) einmieten und von dort aus arbeiten. Auch hochprofessionelle Lösungen wie Beispielsweise von The Network Hub entwickeln sich immer mehr zu Erfolgskonzepten.
Nutzt man bei einer solchen Lebens- und Arbeitsweise dazu noch diverse Faktoren wie beispielsweise Wechselkurse oder Besteuerungen  geschickt aus, ist es theoretisch sogar möglich, durch weniger Arbeit mehr Geld zu verdienen (Tipps und Tricks findet man in Büchern wie “Breaking the Time Barrier” -gibt´s übrigens kostenlos bei Freshbooks– oder dem Klassiker “Die Vier-Stunden-Woche” von Timothy Ferriss) und sich voll und ganz auf das Weltenbummeln konzentrieren zu können.

Worum es dabei geht wird langsam klar:
Ich persönlich verfolge alle diese Entwicklungen sehr interessiert und frage mich selbst in regelmäßigen Abständen, warum ich die Kampagne für Kunden X oder das Projektmanagement für den Kunden Y denn eigentlich hier in meinem Homeoffice mache und nicht irgendwo im sonnigen Süden.

WebWorker

Warum eigentlich nicht?

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Weil man so “doch nicht arbeiten kann”. Weil bei so einer Arbeitsweise “ja natürlich nichts Gescheites rauskommt”. Und natürlich auch weil “wo kämen wir denn da hin?” Vielleicht aber auch einfach, weil ein gewisser Teil der arbeitenden Bevölkerung in seinen 8-Stunden-Strukturen gefangen denkt und ein Ausbruch aus eben jenen absolutes #neuland wäre.

Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren. Ich denke allerdings, dass jeder Freelancer, der ja naturgemäß ein gewisses Maß an Engagement und Zuverlässigkeit mitbringen muss, auch irgendwo anders genauso gute Arbeit leisten kann. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass man die beste Arbeit dort bringt, wo man sich wohl fühlt. Neue Ideen kommen einem nicht im stillen Kämmerchen und die besten Gespräche führt man ja sowieso bei einem Spaziergang oder dem Sundowner auf der Terrasse.

Was da noch zu klären wäre…

In diesem Zusammenhang stellen sich mir einfach ein paar sehr spannende Fragen:

  • Wie löse ich das Kommunikationsproblem? Wann bin ich für wen wo und wie erreichbar?
  • Verliere ich bei meinen Kunden an Vertrauenswürdigkeit oder Wertschätzung, wenn sie wissen, dass ich “am Strand liege”?
  • Kann digitaler Austausch den persönlichen Austausch mittlerweile ersetzen oder ist persönlicher Kontakt immer noch unumgänglich?
  • Bin ich innovativer, wenn ich ständig auch Achse bin?
  • Wie arbeitet es sich in Coworking-Spaces und welche Rolle spielen sie bei der Ideen-Generierung?
  • Bremse ich mich so für die weitere Karriere aus oder beweise ich Flexibilität, Engagement und Verlässlichkeit?

Florian hat in seinem letzten Artikel erklärt, wie wir heute aufgestellt sind. Ich möchte die Möglichkeiten aufzeigen, die wir alle haben, und frage mich, warum wir, gerade in unserem Branchenfeld zwischen Internet und Tourismus, uns nicht ständig an den Hotspots dieser Welt über den Weg laufen…

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Anregungen?
Liebe Grüße,

Bastian

Bastian Hiller

... hat 2012 an der Katholischen Universität Eichstätt – Ingolstadt den Titel Master of Science in den Fachgebieten Tourismus und Regionalplanung erworben. Seit Anfang des Jahres 2013 unterstützt er für Tourismuszukunft – Institut für eTourismus als strategischer Berater diverse touristische Organisationen im In- und Ausland. Bastian war außerdem Lehrbeauftragter an der Salzburg University of Applied Science.

Kommentare

7 Kommentare zu
Arbeiten, wo andere Urlaub machen – oder lieber nicht?

Füge einen Kommentar hinzu
Einen Kommentar hinzufügen