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Leichtes Spiel mit Gamification – neuer Trend – viele Beispiele!

Gamification – ein Trend? Noch so ein neues Wort. Meiner Meinung nach hat es durch die vielen Einsatzmöglichkeiten im Tourismus sehr stark an Potential gewonnen. Unter Gamification versteht es sich, spielerische Elemente in nicht spielerische wie zum Beispiel Produkte oder Prozesse einzubinden. So wird eine Teilnahme, Mitwirkung und eine bleibende Bindung aufgebaut. Gamification erhöht die Motivation, einen Prozess zu Ende zu bringen. Wir haben uns in den letzten Jahren mit zahlreichen Gamification-Elemente beschäftigt und würden diese Euch gerne gesammelt zur Verfügung stellen.

Touristische Routen spielerisch entdecken

Gamification Produkte für den Tourismus sind gerade deswegen so reizvoll, da die Unternehmen mithilfe vielerlei Tools und einem Editor eigene Geschichten entwickeln können. Gerade für Destinationen bietet das Aufladen von Orten, Routen und POIs mit digitalen Informationen eine enorme Möglichkeit.

Visit Norway – Kundenbindung durch Gamification

Bekannter Weise werden mit Spielen Motivationen freigesetzt. Genau diese intrinsische Motivation wird genutzt um den Kunden für eine Destination zu begeistern. Es muss lediglich ein Anreiz geschaffen werden, beispielweise über Badges, Ranglisten oder Punktesysteme und es entwickelt sich eine Kundenbindung.Hier bieten sich viele Ansätze für Destinationen: Visit Norway nutzt ein von der Firma Agens entwickeltes Game, bei welchem sich die Kunden untereinander im Skispringen messen konnten.

Social Media Club-Wettbewerb bei Aldiana:

Der Reiseveranstalter Aldiana konnte in seinen Clubs den Einsatz von Social Media Tools signifikant steigern – einfacher Kniff: ein Gamification-Ansatz! Ein Wettbewerb unter dem Clubs, bei dem alle Clubs als Sieger hervorgingen – jedenfalls in Bezug auf Social Media

Geocaching – Grundlagen und touristische Aspekte von Geocaches

Gamification mal in einer anderen Art. Laut Wikipedia ist Geocaching als eine Art moderne Schnitzeljagd oder auch elektronische Schatzsuche anzusehen. Weltweit sind mehr als 2,106,850 „Caches“ (Verstecke) bekannt und es werden immer mehr.

Mittlerweile ist dieses anfangs recht unbekannte Hobby zu einem gesellschaftlich durchaus relevanten Outdoorsport herangewachsen. Ob dies nun das Hotel Krone in Neuenburg ist, welches einen Geocache in Hotelnähe platziert und gleich eine passende Speisekarte dazu entwirft, oder eine Destination wie das Lammertal – die Einsatzmöglichkeiten sind hier auch je nach Kreativität vielfältig.

Geocaching im Tourismus

Wer bietet es schon an und welche Möglichkeiten gibt es? Einige Destinationen nutzen Caches um ihre Zielgruppen anzusprechen und oft wird durch ein Gewinnspiel ein Anreiz geschaffen auf eine Schatzsuche zu gehen. Hier gibt es viel Potenzial für die Tourismusbranche bei der die einzelnen Akteure hervorragend zusammen arbeiten können.

Marktforschung quo vadis? Die Messe Research & Results in München

Die Branche diskutiert auch eifrig über das Thema Gamification. Immer wieder wird auf Messen oder Tagungen das Thema  und dessen Einsatz aufgegriffen. Viele kreative Möglichkeiten bauen eine Bindung zum Kunden auf. So werden u.A. Umfragen immer öfters spielerisch gestaltet. Kennt Ihr andere interessante Beispiele? Habt Ihr Gamification selbst schonmal eingesetzt?

Hotel Experience Co-Creation: Warum wir auch digital im Produkt werden müssen?

Im Bereich Hotellerie gibt es ebenso einen großen Wandel, da viele Hotelliers auf neue Technologien setzen und dem Gast ein neues Erlebnis bieten. Es entsteht der Kreationsprozess Technologie, Hotel und Gast zusammen zu bringen und eine neue Art von Service zu bieten (Hotel Experience Co-Creation). In diesem Kontext findet sich auch Gamification wieder und bietet ein immenses Potential innerhalb soziotechnischer Konstellationen.

Hotelcamp: Beispiele aus der Hotellerie

Bei unserem Hotelcamp 2012 spielte das Thema Gamification ebenfalls eine große Rolle. Ulrike moderierte hier eine Session zum Thema „Gamification in der Hotellerie“. Auch in diesem Jahr wird es mit spannenden Themen in eine neue Runde gehen. Anmeldung für das  Hotelcamp 2013 und weitere Infos hier.

Viel Spaß beim Stöbern,

Florian

 

 

2 Kommentare zu
Leichtes Spiel mit Gamification – neuer Trend – viele Beispiele!

Hallo Florian,
vielen Dank für diese tolle Zusammenstellung. Sie kommt für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn ich entwickle gerade innerhalb eines Lehrbriefes mein Kapitel zu “Mobile Marketing”. Eure Beiträge helfen da sehr.

Ich würde die Beispiele noch durch strukturelle Komponenten der Gamification ergänzen wollen, die ich bisher recherchieren konnte. Vielleicht helfen Sie Euch ja auch als Einordnung:

Nach McGonigal hat jedes Spiel vier grundsätzliche Eigenschaften:
1. Ein Ziel
2. Regeln
3. Ein Feedbacksystem
4. Freiwillige Teilnahme
Nach diesem Grundsatz können alle Spiele eingeordnet werden. Das Ziel definiert dabei den Zweck des Spiels und fokussiert damit die Aufmerksamkeit. Die Regeln geben dann vor, wie die Spieler das jeweilige Ziel erreichen können. Sie sind damit Ausgangspunkt für die Entwicklung von kreativen Lösungsstrategien. Das Feedbacksystem zeigt wiederum an, wie nah ein Spieler an der Zielerreichung ist. Die Elemente eines Feedbacksystems können dabei Punkte, Level, Medaillen und andere Rückmeldungen sein. Sie fungieren als Versprechen, dass die Ziele tatsächlich erreichbar sind und halten den Spieler motiviert. Die freiwillige Teilnahme impliziert schließlich, dass die Ziele, Regeln und Feedbacksysteme akzeptiert werden.

Diese Elemente korrespondieren stark mit dem Flow-Konzept. Der Flow beschreibt dabei einen Zustand, in dem man sich einer Tätigkeit vollkommen hingibt. Man verliert den Zeitbezug. Empfindet Glücksmomente und eben die von Dir genannte intrinsische Motivation. Voraussetzung ist dabei, dass die gestellten Herausforderungen die individuellen Fähigkeiten leicht überschreiten. Alles weitere dann in Papierform 🙂

Viele Grüße

Eric

Der alte Mihály Csíkszentmihályi ist einfach nicht tot zu kriegen! 😉 Danke Eric für Dein Feedback.

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Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation