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19. Juni 2013

Google Maps sitzt jetzt auf zwei Rädern – aber nicht so sicher…

© Tourismuszukunft

Wer seit Ende Mai den Mapping-Dienst bei Google benutzt hat, dem dürfte bereits der neueste Bestandteil von Google Maps ins Auge gefallen sein: Die Routenoption für Fahrradfahrer. Mit diesem Feature kann man sich nun auch Radrouten in ganz Deutschland berechnen lassen. Wir haben die neue Erweiterung von Google Maps für euch getestet und uns gefragt: wie gut funktioniert Maps für Radfahrer schon? Und welche Auswirkungen hat das Tool für fahrradorientierte Destinationen?

Die Funktionalität ist schnell erklärt, die Berechnungen verlaufen ähnlich wie für Autofahrer oder Fußgänger. Dabei werden natürlich Fahrradwege und andere radtaugliche Nebenstraßen den vielbefahrenen Bundesstraßen vorgezogen. Auf Android-Smartphones erhält man in der mobilen Version von Google Maps auch eine Navigation per Sprachanweisung. In der Straßenführung und der Routendauer berücksichtigt Google auch Faktoren wie die Art/Beschaffenheit des Weges oder die Anzahl der vorhandenen Kreuzungen auf der Route. Um diesen Schritt realisieren zu können kooperiert Google mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der seine aus mehr als 250.000 Kilometer geprüften Radstrecken bestehenden Datensätze dem Mapping-Anbieter zur Verfügung stellt. Außerdem werden die User dazu angehalten, den in der Beta-Version befindlichen Google-Service durch den Map-Maker selbständig zu ergänzen und weiter auszubauen.

Doch wie funktioniert das nun in der Praxis?

Wir haben das neue Google-Feature am Beispiel des Altmühltal-Radwegs getestet, genauer gesagt am Abschnitt zwischen Eichstätt und Riedenburg. Schon auf den ersten Blick fallen die grünen Linien auf, mit welchen Google die jeweiligen Fahrradwege unterscheidet. Dunkelgrüne Linien stehen für Radwege, hellgrüne für spezielle Fahrradspuren. Die gepunktete Linien gelten schließlich als fahrradfreundliche Straßen.
Im Falle des Altmühltal-Radwegs weist Maps allerdings einige Defizite auf, da Google den Fahrradweg vor allem am Anfang der Strecke beinahe zu ignorieren scheint, obwohl dieser in der Karte durch eine Linie klar erkennbar ist. Erst ab Kilometer 12 der Strecke weicht Maps von der Staatsstraße ab und lotst den Radfahrer, wenn auch nur für kurze Zeit, über den realen Radweg entlang der Altmühl. Alles in allem kann man sagen, dass der neue Bestandteil von Google Maps auf dieser (und vermutlich nicht einziger) Strecke bisher leider noch nicht besonders sauber arbeitet.

Google Maps Altmühltal-Radweg

Angenommen Radfahrer würden ähnlich abhängig von Navigationssystemen werden, wie das bei Autofahrern zum Teil der Fall ist, könnte darin eine mögliche Gefahr für Destinationen entstehen. Würden zum Beispiel Fahrradfahrer bei zu lückenhaften Berechnungen der Radroute und einem damit verbundenem Misserfolg der Tour die beteiligte Destination für den Fehler verantwortlich machen, so könnten diese unverschuldet ins falsche Licht gerückt werden.

Unser Tipp: Destinationen, die verstärkt auf den Radtourismus setzen, sollten deshalb die Funktionen des Map-Makers für sich nutzen um im eigenen Interesse eventuelle Datenlücken innerhalb des Google Routensystems zu schließen.

Zu berücksichtigen ist allerdings die Tatsache, dass sich der Routenplaner fürs Fahrrad wie bereits oben erwähnt noch in der Test-Version befindet, Google weist deshalb auch alle Benutzer mit einem freundlichen „Fahren Sie vorsichtig“ auf die Beta-Phase hin. Die Qualität des Services wird sich aber mit Sicherheit noch verbessern, nicht zuletzt wenn die Beteiligung der User am Map-Maker sehr stark ist.

Wer von euch hat denn Google Maps für Fahrradfahrer in den letzten Tagen genutzt? Und hat sich jemand von Destinationsseite schon mal Gedanken über die effektive Nutzung dieses Features gemacht?

Viele Grüße,
Andrea Pfeiler und Tobias Holzmann

Andrea Pfeiler

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