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13. Mai 2013

Multisensuale Markenbildung im Tourismus – Teil I: Eine Einführung

Was beinhaltet eine gute Marke im Tourismus? Ein ansprechendes Logo? Ein einheitliches Corporate Design? Die Schaffung einer Identität durch die Angleichung von Außen- und Innensicht? Natürlich, diese und viele weitere Aspekte sind ganz klar Bestandteile einer Marke. Doch müssen wir uns nicht eingestehen, dass alle Bemühungen, die bisher unternommen worden doch sehr stark (wenn nicht sogar ausschließlich) visuell geprägt sind? Dementsprechend stellt sich für uns folgende Frage:

Warum existieren Marken im Tourismus abgesehen von wenigen Ausnahmen nur visuell? Warum können wir einen Brand nicht auch auditiv (hören) prägen, warum nicht olfaktorisch (riechen)? Kann eine Destination sich nicht unter anderem auch taktil (fühlen) definieren?

Welcher Marokko-Reisende erinnert sich bei dem Geruch von frischem Pfefferminz-Tee nicht gerne an die Medina von Marrakesch zurück? Schmeckt ein gewisses Pils tatsächlich „friesisch herb“ und macht Lust auf einen Spaziergang am windigen Nordseestrand? Kann der Geruch von Sonnencreme an einen sonnigen Tag am Strand erinnern?

Genau genommen wird bisher nichts anderes getan. Der Kunde wird emotional angesprochen, indem einer seiner Sinne auf bestimmte Eindrücke hin geprägt wird. Nimmt der Kunde eben diese Eindrücke wieder wahr, so soll er sich an den Markeninhalt und die damit verbundenen Werte erinnern. Andere Sinne auf die gleiche Weise zielgenau auf bestimmte Sinneswahrnehmungen hin zu prägen mag im ersten Moment abwegig oder unmöglich erscheinen, das Potential dahinter rechtfertigt jedoch zumindest das Spiel mit diesen Gedanken.

Für die Tourismusbranche ist die Entwicklung multisensualer Marken vor allem in Hinblick auf die immense Steigerung der Zahl der Touchpoints in der Customer Journey interessant. Dass natürlich nicht jeder Touchpoint für Platzierungen von Sinneseindrücken aller Art geeignet ist, versteht sich dabei von selbst.

Das Thema an sich ist kein neues, die Übertragung auf den Tourismus größtenteils schon. In den nächsten Wochen werden wir euch die einzelnen Teilbereiche vorstellen und wie wir uns ein solches multisensuales Branding für Destinationen vorstellen. Außerdem haben wir schon die ersten Ideen in der Schublade, wie man nun Tonfolgen, Gerüche oder Haptiken mit bestimmten Gefühlen, Gedanken und Meinungen prägen könnte.

Was haltet ihr denn von der ganzen Thematik? Wir freuen uns auf spannende Inputs und Diskussionen!

Liebe Grüße,

Bastian Hiller

Bastian Hiller

... hat 2012 an der Katholischen Universität Eichstätt – Ingolstadt den Titel Master of Science in den Fachgebieten Tourismus und Regionalplanung erworben. Seit Anfang des Jahres 2013 unterstützt er für Tourismuszukunft – Institut für eTourismus als strategischer Berater diverse touristische Organisationen im In- und Ausland. Bastian war außerdem Lehrbeauftragter an der Salzburg University of Applied Science.

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