Zurück nach oben
18. April 2013

Hotel Experience Co-Creation: Warum wir auch digital im Produkt werden müssen?

Im Tourismus beschäftigen wir uns mit digitaler Veränderung in der Distribution, im Pricing und in der klassischen Vermarktung. Was wir leider nur viel zu oft verschlafen, ist die Veränderung im Produkt!

 

4 Ps

 Damit beschäftigte sich auch mein Vortrag („Technology Enhanced Experience oder warum digitale Innovationen den Markt verändern“) beim eDay 2013 , der vergangene Woche in München stattfand. Ihr kennt sicher alle die vier Ps im Marketing (Promotion, Place, Price and Product). Betrachtet man diese vier Ps im Kontext der Digitalisierung in der Hotellerie, dann wird deutlich, dass in drei der vier Ps bereits eine massive Verschiebung im Markt stattgefunden hat.

Websites, Emails und das Social Web haben die Arbeit und Weise der klassischen Werbung komplett verändert; OTAs, Channel Management sind aus der Distributionspolitik in der Hotellerie bzw. im Tourismus nicht mehr wergzudenken. Die Digitalisierung hat zudem enorme Veränderung auf die Preispolitik gehabt – Meta‑Searcher wie Trivago und Co. haben hier Preis-Transparenz über Vertriebskanäle hinweg aber auch in einzelnen Regionen hergestellt.

Aber im Produkt?

Welche Änderung gab es bisher in der Hotellerie? Meine These war und ist, dass die Veränderungen uns erst bevorstehen! Natürlich gibt es erste Tendenzen und Technologien – aber wir werden hier eine massive Veränderung im tatsächlichen Hotelprodukt erst noch bekommen! Eine sogenannten Technology Enhanced Experience – die durch Hotel Experience Co-Creation ausgelöst wird.

Hotelcocreation

Ein kollaborativer Kreationsprozess bei dem Hotel, Technologie und Gast zusammen im Überschneidungsbereich ein neues Erlebnis generieren. Dieses Erlebnis sollte am Besten im Vorlauf designed werden – natürlich eignen sich hier Service Design-Methoden wunderbar, da diese den gleichen co-kreativen Prinzipien folgen.

CitizenM macht es vor…

Hier gibt es bereits Vorbilder und Best Practices, die ich gerne kurz nennen will. CitizenM ist eine Hotelkette, die diesen Prinzipien bereits von Anfang an folgt und Technologie als zentralen Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie und des Hotelprodukts verstehen. Free Wifi ist Standard, integrierte Tablets auf den Zimmer um die Atmosphäre zu customizen (Mass Customization) sind ein weiterer Bestandteil des Konzepts.

Aber nicht nur da setzten sie auf  Technologie – mit einer unglaublichen Zahl beeindruckte Michael Levie beim eDay 2013 – sie bauen ein Hotel in 2,5 Wochen! Im Legoprinzip aus Fertigteilen! Hammer, oder?!

Aber auch in D-A-CH gibt es Beispiele für Hotel Experience Co-Creation – z.B. die Explorer Hotels z.B. in Oberstdorf mit den ihren Explorer Walls in den Lobby-Bereichen oder das neue Falkensteiner Hotel in Schladming mit der Suitepad-Lösung oder die Self-Check-In Automaten in den AlpinLodges in Kühtai. Aber das sind nur erste Ansätze! Welche „digitalen“ Erwartungen hat der Gast an Hotels? Tourismusdestinationen? Wohin geht die Reise? Welche Lösungen kennt Ihr?

Wir sind fest davon überzeugt, dass es neue soziotechnische Konstellationen geben wird, die den Markt massiv verschieben werden! Innovative Akteure, die Lösungen z.B. im Kontext von Augmented Reality, Gamification oder Open Innovation anbieten werden, sind im Stande den Markt aufzurütteln und Gäste zu begeistern!

Viele Grüße,

Flo

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation

Kommentare

3 Kommentare zu
Hotel Experience Co-Creation: Warum wir auch digital im Produkt werden müssen?

Füge einen Kommentar hinzu
Einen Kommentar hinzufügen