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SEO Services im Tourismus – Am Beispiel der “SEO-Insel” Juist

Nach all den Neuerungen und tierischen Updates von Google musste vieles neu ausgetestet und angepasst werden – so war zumindest unser Gefühl, als wir den Auftrag über die Suchmaschinenoptimierung von der Kurverwaltung Juist / Nordsee erhalten und umgesetzt haben. Daher freut es uns, dass wir es in Zusammenarbeit nachhaltig geschafft haben, die Website in einigen wichtigen Themenbereichen auf regionaler und überregionaler Ebene besser zu positionieren. Natürlich stehen wir mit den durchgeführtenSEO Maßnahmen noch nicht wirklich am Ende, aber ich würde euch trotzdem gerne ein paar Einblicke in dieses Projekt geben.

Unser Auftrag war, und ist es, die Sichtbarkeit von Juist in den Suchmaschinen zu erhöhen und Juist als #1 Insel in der Nordsee nachhaltig zu platzieren.

Das Vorgehen im Detail

Die Frage war allerdings zunächst, welche Zielgruppe die Destination Juist in welcher Reisephase greifen und die gewünschte Aktion auch auslösen kann. Essentiell war für uns zu diesem Zeitpunkt die Info, mit welchen Themen Juist bereits (online) wahrgenommen wird. Also haben wir zunächst eine Potentialanalyse durchgeführt, indem wir unseren touristischen Keywordpool mit geographischen Einheiten kombiniert haben (bspw. Norddeutschland, Nordsee, Ostfriesland auf überregionaler Ebene / Juist, Töwerland sowie weitere lokale Orte auf regionaler Ebene). Anhand der Analyse, deren Grundlage eine von uns entwickelte Formel auf Basis der Suchanfragen bildet, konnten wir zehn relevante Themen identifizieren. Der nächste Arbeitsschritt beinhaltete alle für Juist relevanten Keywords und Suchphrasen in den Themenbereichen zu ermitteln. Faktoren, die letztendlich die Auswahl beeinflusst haben, waren: Höhe des Suchvolumens der Zielgruppe,  SERPs, Konkurrenzdichte und einige mehr, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte ;). Die Ergebnisse der Keywordanalyse bildeten für uns die Basis für die anschließende SEO.

Da die Kurverwaltung bisher noch keine gezielten SEO Aktivitäten auf der Website vorgenommen hatte, haben wir uns entschieden erst mal mit den bekannten Basics anzufangen. Das bedeutet, dass wir die Keywords fleißig in die gesamte Website eingepflegt haben – was sich auch in kurzer Zeit schon sehr ausbezahlt hat. Um eine Übersicht über die Entwicklungen zu erhalten und um einige Statistiken begutachten zu können, haben wir für dieses Projekt das SEO Tool Xovi eingesetzt (die in diesem Bericht präsentierten Zahlen und Grafiken stammen aus diesem Tool).

Die Ergebnisse: Sichtbarkeit * 3

Ende 2011 lag die Sichtbarkeit von juist.de laut dem eigens erstellten Sichtbarkeitswert von Xovi (OVI) mit etwa 27 in einem relativ schwachen Bereich. Das bedeutet im Detail, dass einige der anderen Nordsee Inseln sowie andere Konkurrenzseiten auf mehr und vor allem wichtigeren Begriffen besser vertreten waren. Juist konnte damals den vielen suchmaschinenrelevanten Begriffen nicht gerecht werden, um letztendlich die vordersten Positionen zu besetzen (selbst bei vielen Juist-spezifischen Suchkombinationen). Mit unserer onsite Suchmaschinenoptimierung konnten wir Stück für Stück diese Sichtbarkeit verbessern, sodass wir innerhalb von wenigen Wochen den Sichtbarkeitswert verdoppeln konnten. Mit der darauf folgenden Optimierung der Links und Linktexten sowie der Dateien auf der Website, konnten wir diesen Trend weiter positiv gestalten. Anhand gezielter offsite SEO Maßnahmen wie Forenseeding und Linkbuilding wurde die Sichtbarkeit anschließend mehr als verdreifacht (bis zu einem Wert von 100; Quelle: Xovi).

SEO und Sichtbarkeit - Juist

Besonders gefreut hat uns natürlich, dass wir damit die anderen Inseln wie Sylt, Norderney und sogar die Website der Nordsee selbst in den Schatten stellen konnten – und sich das bis heute auch nicht geändert hat, obwohl wir seit geraumer Zeit keine SEO Maßnahmen mehr aktiv einsetzen und tatsächlich „nur“ von der Basis einer zielgerichteten SEO Strategie sprechen.

Diese Entwicklung lässt sich natürlich auch in Ranking Zahlen ausdrücken. Bevor wir die Herausforderung angenommen haben, konnte Juist etwa 350 rankende URLs in den Top 100 Suchpositionen aufweisen. Heute sind es etwa 3.000! Im Vergleich zu den anderen Websites sieht das schon mal ganz gut aus (Quelle: Xovi):

SEO Rankings Juist

Wobei angemerkt werden muss, dass die Website von Juist ebenfalls mit Abstand die meisten Rankings auf der ersten Ergebnisseite in Google vorweisen kann. Darunter befinden sich unter anderem hoch gesuchte Suchphrasen wie Juist Hotel, Juist Ferienwohnung, Familienurlaub Nordsee oder auch diverse POIs. Unser langfristiges Ziel ist es natürlich jeweils unter die ersten fünf Trefferpositionen zu kommen.

Unser Fazit

Das war zweifellos nicht das Ende der Fahnenstange – wir werden zeitnah beginnen alle Kritiker eines Besseren zu belehren und Social Media nachhaltig in unsere SEO Strategie für Juist zu integrieren. Über die Auswirkungen werden wir natürlich berichten, ihr dürft also gespannt sein :).

Über Erfahrungen aus ähnlichen Projekten oder Antworten auf die Frage, warum sich bisher so wenige Destinationen mit einer gezielten SEO Strategie im Web positionieren, freuen wir uns!

Viele Grüße,

Annkathrin Wagner

 

14 Kommentare zu
SEO Services im Tourismus – Am Beispiel der “SEO-Insel” Juist

Sichtbarkeit ist eine Sache, aber wie sieht es mit einer tatsächlichen Steigerung des Traffics aus? Gibts da auch Zahlen :-). Position 5 mag sich zwar im Sichtbarkeitsindex gut anhören, aber in der Regel sind es dann doch “nur” 1 – 5 % des Traffics die auf der Position noch zu holen sind.

Wenn es vorher 350 rankende Urls waren und jetzt sind es über 3000, hat sich dann auch der Traffik fast verzehnfacht?

Der Mensch (bzw. die Website) lebt schließlich nicht von Sichtbarkeit auf Google alleine ;-).

Sehr schöner Artikel! Interessant wird jedoch auch die Infos bzgl. der Besucherzahlen. Wie schon Johannes gesagt hat: leider hat man eben nur auf den ersten 1 – 3 Positionen viele Besucher, auf Position 5 ist ja schon eher tote Hose oder habt Ihr da auch gute Erfahrung gemacht? Mit der Xovi Traffic-Potenzialanalyse im SEO Tool kann man ja genau nachvollziehen wie viele Besucher über welche Position auf die Seite gekommen sind und wie viele Besucher man auf Position 3, 2, 1 usw. erwarten kann.

Zuwachs Traffic zum Zuwachs indizierter Seiten würde mich auch interessieren.

Interessant wie die diversen Tools mal wieder auseinanderdriften. Bei SISTRIX fällt die Seite in der Tendenz von Juni 2012 zu jetzt von 1,56 auf 1,13. Wir sagen bei sowas immer: dran bleiben. Die Social Signs und Linkwerte sind ja sehr gut.

Vielleicht ist das Suchvolumen für viele Destinationen einfach zu gering 😉
Die Seite sieht schön aus, aber ein wenig mehr Text wäre vielleicht nicht schlecht. Sonst muss man schauen wie sich die Seite entwickelt in nächster Zeit. Was wurde eigentlich ausser den Forenlinks noch aufgebaut an Links?

Der Traffic auf der Website selbst entwickelte sich positiv, wenn auch leider nicht um das Zehnfache 😉 Aber wir sind bisher mit dem Ergebnis zufrieden, vor allem mit Blick auf die optimierten Top-Themen. Leider wurde die Website erst ab Mitte 2012 mit Google Analytics getrackt, weshalb ich hier keine valide “Vorher-Nachher” Gegenüberstellung geben konnte (unterschiedliche Tracking-Tools spucken dann doch immer mal wieder sehr unterschiedliche Ergebnisse aus…). Bitte versteht auch, dass wir hier mit Blick auf den Wettbewerb keine aktuellen, konkreten Zahlen nennen dürfen.

Wo ich ganz klar noch Optimierungspotentiale sehe sind der Content sowie die Usability der Seite, um zusätzlich auch die Conversion gezielt zu verbessern. Hier wird in naher Zukunft ein Relaunch anstehen, mit dem dann wieder neue Herausforderungen auf uns zukommen werden. Sobald wir die seit geraumer Zeit pausierten Maßnahmen mit dem Relaunch wieder verstärkt aufgreifen, hoffen wir natürlich auch bei Sistrix wieder ähnliche Erfolge einstreichen zu können :).

Intressanter Bericht und gut beschriebene vorgehensweise. Die Frage nach dem Traffic ist berechtigt, den nur die Intressiert einen Websitebetreiber. Denn das ist doch das Zweite Ziel einer solchen Strategie.

Die öfters hier gestellte Frage nach dem traffic wäre für mich nicht SOOO wichtig. Wichtiger wäre: Kommen die RICHTIGEN (gewünschten) user und weniger Zufallsbesucher. Das kann man schön daran (auch) messen: Hat sich die Verweildauer und/oder Anzahl der besuchten Seiten erhöht? Wenn man auf der Seite buchen oder anfragen kann: Haben sich Buchungen oder Anfragen erhöht? Etc. etc.

Die richtigen User können wir zum Einen über die Potentialanalyse (passende Themen) und Keywordanalyse (passende Keywords) sicherstellen. Die Frage nach der Buchung ist in einer DMO immer gern genommen – hier stellt sich die zentrale Frage – ist das die Aufgabe einer Destination/DMO/TI – oder liegt das nicht auf Seite der Leistungsträger = Hotels/Ferienwohnungen, etc.

Johannes

Grundsätzlich geht es aber bei Seo-Maßnahmen doch immer “nur” um mehr Traffic. Eine verzehnfachung der Sichtbarkeit bei Google klingt beeindruckend, noch interessanter wird aber wohl sein wie sich der Traffic von Google ab Mitte 2013 im Vergleich zu 2012 entwickelt hat. Ab diesem Zeitpunkt gibt es ja dann Vergleichswerte. Vielleicht gibts ja mal ein Update im Juni oder Juli mit ungefähren Prozentzahlen der Besucherentwicklung zu diesem Artikel. All zu sehr will sich ja zurecht niemand die Karten schauen lassen :-). Aus eigener Erfahrung weiß ich dass man mit Position 1 in der Regel 50 – 60 Prozent des Traffics abgekommt, in extremen Fällen Position #2 aber nur mehr 2 – 5 % bedeuten.

Auch ich finde es sehr interessant, wie sehr die unterschiedlichen Tools bei der Berechnung der Sichtbarkeit auseinander gehen. Daher bin würde ich den Erfolg von SEO-Maßnahmen nicht an diesen Werten messen.

Bei Searchmetrics z.B. sieht die Sache schon deutlich anders aus. Und ich würde sagen, auch deutlich näher an der Realität: sylt.de liegt bei ca. 6600 Punkten, juist.de hingegen nur bei ca. 1700 Punkten, borkum.de erreicht immerhin etwa 2500 und baltrum.de liegt bei ca. 800. Die entsprechende Grafik gibt’s hier: http://brochurewarez.net/?attachment_id=1196.

Näher an der Realität, weil das monatliche Suchvolumen von “sylt” alleine bei 97.958 Anfragen liegt, und bei “juist” nur bei 35.525 Anfragen. Und auch sonst ist es wohl kein Geheimnis, dass Sylt mehr Aufmerksamkeit besitzt als die Insel Juist. Und Google bevorzugt nun einmal starke Marken, gerade nach den oben beschriebenen Updates.

Hallo,

Der Artikel ist nicht nur interessant, er zeigt auch das wahre Verhalten eines Webprojekts unter SEO Maßnahmen. Das gleiche könnte ich bestätigen bei den anderen Projekten. Tatsächlich, eine Konzentration auf 5 – 10 Suchphrasen (Suchwort einzeln oder Suchwörtergruppe), die man geschickt auf der ganzer Webseite, also Startseite und allen sämtlichen (relevanten) Unterseiten im Text verstreut, bringt schon nach Paar Wochen positive Entwicklung. Aber, es gibt schmerzhafte Grenzen, und die heißen: Firmen mit viel Geld können fast jede SEO Maßnahme im Schatten stellen; das habe ich zum Beispiel erlebt mit einer Suchwortgruppe “Familienurlaub xxx”, wobei “xxx” für Bezeichnung eines geografisches Region steht. Am Anfang ist die betroffene Webseite hübsch nach Vorne, also Platz 8 bis 19 gesprungen – und so geblieben. Über Platz 8 zu kommen war einfach unmöglich; warum? Platz 1 bis 7 belegten ganz große Tourismusportale, die einfach Unmenge na Geld in gekaufte Links investiert haben. Das kann man immer nachprüfen, mit kostenlosen Tools (Backlinkcheck). Na klar, wenn jemand Texlink “Familienurlaub xxx” von 20 super gerankten Webseiten mit guter PR und Traffic kauft, der wird besser stehen als alle meine SEO Bemühungen. Übrigens, mit Links handeln wird bei Google durch Abwertung bestraft.

W. E.

Tja, schön für die Betreiber und SEOs, dass dieses bunte Stück Spam jetzt auf Platz 1 steht, wenn ich nach Juist google. Allerdings werden solche Sites von mir mit Missachtung gestraft, denn wenn ich nach einer Unterkunft oder einem Familienurlaub auf Juist suche, dann würde ich auch die entsprechenden Begriffe so eingeben. Wenn ich aber allgemeine Informationen suche, dann ist so eine Tourismus-Marketing-Seite das letzte, was ich brauche. Das betrifft allerdings nicht nur Juist, sondern alle Gegenden mit viel Tourismus. Von da her hoffe ich, dass Google mit einem der nächsten Updates mit diesem Spam aufräumt.

Als Ergänzung: In etwa kann man die Besucher schon von außen messen:
http://www.similarweb.com/website/juist.de#/#sylt.de,borkum.de und alle Zahlen, auch mit kostenpflichtigen Tools sehen für Juist m.E. prima aus!

Was für ein buntes Stück Spam???

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