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16. Januar 2013

Neue Content Distributions Möglichkeiten für den Tourismus!? – Apps für Autos

Wer kennt das nicht: Man ist allein mit dem Auto unterwegs und braucht z.B. noch ein Hotelzimmer für die Nacht oder man benötigt spontan Infos über einen Campinplatz in der Nähe, möchte aber tunlichst verhindern das Handy während der Fahrt zu benutzen um damit dann einen möglichen Unfall zu provozieren. Dieses Szenario könnte bald der Vergangenheit angehören.

Freie Entwickler können nun Apps für Automobilhersteller programmieren

Die Kreativität der Masse hat nun auch Einzug in der Automobilbranche gefunden – zumindest bei der Mitgestaltung der Infotainment-Systeme. Die Entwicklung von Motoren und Bremssystemen wollen die Autohersteller doch noch selber machen ;). Im Konkreten heißt das, dass z.B. Ford und GM ihre Softwareschnittstellen (APIs) ihrer Autos im Bezug auf ihre Multimediasysteme für freie Entwickler geöffnet haben.  Von nun an können Apps geschrieben werden, die in den Systemen der beiden Autohersteller laufen.

Bei Ford und GM werden dabei  verschiedene Ansätze verfolgt: Ford will in Zukunft das Smartphone des Autofahrers nutzen. Die Apps werden dort wie gewohnt installiert und laufen dann über eine Schnittstelle  im werkseigenen Infotainment-System. Bedient werden können die Apps dann via Sprachsteuerung. GM geht einen anderen Weg und will die Apps direkt auf dem System installieren. Dazu wird eine eigene Plattform eingerichtet, vom der der User die Programme direkt herunterladen kann.

Bei dieser neuen Thematik stellen sich jede Menge Fragen, die ich versucht habe hier einmal zu sammeln und zu beantworten:

Wo können Entwickler die Schnittstellen nutzen?

Über sogenannte SDKs (Software Development Kits) – also einfacher gesagt Werkzeugkästen für den Programmierer, können Entwickler Anwendungen für die Hersteller schreiben – fast alle Autohersteller verfolgen oder planen derzeit eine solche Strategie. Die entsprechenden Plattformen z.B. gibt’s hier: GM und Ford

Warum gehen Autohersteller diesen Weg?

Mit diesem Schritt versuchen die Konzerne eine derzeit noch vorhandene Lücke im Leben ihrer  digital vernetzten Kunden zu schließen. Bis dato steigt man ja ins Auto und begibt sich in eine „nicht-digitale“ Welt – erst wenn man wieder aus dem Auto steigt, kann man sein digitales Leben wieder weiterführen. Den Herstellern geht es um die Kombination von Mobilität und Konnektivität und um die Integration des eigenen Smartphones in das Fahrerlebnis.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für den Autofahrer?

Naja liegt ja irgendwie ganz klar auf der Hand: Man kann all das machen, was man auch im Büro, beim Warten auf die Straßenbahn, oder auf dem Sofa tut: mobiles Internet in all seinen Facetten nutzen. … und das endlich auch legal! 😉

Nur Edge-Netz und dann?

Schlechter Empfang und dann?  Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen und eine schnelle Übertragung für sein Infotainment-System zu gewährleisten, testen einige Hersteller LTE-Datenverbindung in ihren Fahrzeugen.

Unterschiede und Herausforderungen zu normalen Apps?

Der wesentliche Unterschied und auch zugleich die Herausforderung von Apps im Auto besteht darin, dass die Programme so angelegt werden müssen, dass Sie den Fahrer während der Fahrt (und das auch bei höheren Geschwindigkeiten) nicht ablenken dürfen. In der Praxis bedeutet das, dass die App nur die Informationen anzeigt, die der Fahrer im Moment in der jeweiligen Situation braucht. Zum Beispiel eine kurze Information über das nächste verfügbare Hotelzimmer mit einem Buchungsbutton.

Was bedeuten diese Neuen Möglichkeiten für den Tourismus?

Durch diese neuen Entwicklungen ergeben sich nicht nur viele neue Möglichkeiten für den User, sondern auch für Unternehmen aus dem Tourismus: u.A.

  • Neue Möglichkeiten für die Contentdistribution
  • Buchbarkeit von Hotels und Angeboten direkt im Auto
  • Inspiration der Mitfahrer über den Zielort, oder für einen spontanen Aufenthalt/Erlebnis
  • gezielte Werbekampagnen für den Autofahrer
  • Live-Informationen z.B. über Flugplanänderungen, oder ob das Hotelzimmer schon früher bezugsfertig ist
  • usw. usw.

Was denkst ihr über diese aktuellen Entwicklungen? Wo seht ihr die Herausforderungen? Kennt ihr schon konkrete Best-Practices?

LG

Euer Daniel S.

 

Daniel Sukowski

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