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6. November 2012

Marktforschung quo vadis? Die Messe Research & Results in München

Die Branche diskutiert über bekannte Themen…

Vorletzte Woche (24. – 25. Oktober) waren wir auf der Marktforschungsmesse Research & Results in München. Wir freuten uns auf das vielfältige Workshopprogramm und waren schließlich – wie die meisten Teilnehmer auch – von früh bis abends in einer der Sessions. Unsere Erkenntnisse, die wir auf der Messe und in den Workshops gewinnen konnten, möchten wir euch hier kurz präsentieren:

  • Viele Workshops machten deutlich, dass das Thema Mobile Research in der Branche Einzug erhalten hat! Hier ging es in erster Linie natürlich um Online-Fragebögen, die (teils via App) auf einem mobilen Endgerät abrufbar sind – die Echtzeit-Datenerhebung wird verständlicherweise immer wichtiger. Ziel: den sog. moment of truth abbilden zu können! Hier haben wir ja bereits Erfahrungen im EU-Projekt und mit der App myservicefellow sammeln können. Eine von vielen Herausforderungen ist es hierbei, den zu Befragenden zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zu motivieren, an der Umfrage teilzunehmen – Zauberwort: Methode Service Design 😉
  • Ein weiteres Thema drehte sich um etwas wirklich Großes: Big Data bzw. Deep Data! Also die Gewinnung, Speicherung und vor allen Dingen die Auswertung von sehr großen Datenmengen. Gerade im Bereich Social Media werden enorme Datenmengen produziert, die möglichst in Echtzeit analysiert und komprimiert zu aussagekräftigen Ergebnissen zusammengefasst werden sollen. Definitiv eine riesen Herausforderungen – wie sich immer wieder gezeigt hat!
  • Auf großes Interesse stieß auch das Thema Crowdsourcing – wobei dieser Punkt aus unserer Sicht noch zu wenig in der Marktforschung berücksichtigt wird. Ein weiterer spannender Aspekt war auch das Thema Gamification. Hier zeigte sich, dass die Branche kreative Wege geht (bspw. in Form von interaktiven Comics), um Umfragen interessant und spielerisch zu gestalten.

Marktforschung 2.0: noch viel Potential vorhanden

Auffällig für uns war, dass ein Großteil der gesamten Marktforschungsbranche noch immer auf Umfragen (offline, online oder auf diversen Social Media-Plattformen) setzt. Nur in einigen Ausnahmen werden Daten analysiert, die von (potentiellen) Kunden unbewusst “hinterlassen” werden – seien das Suchanfragen bei Google, Blogbeiträge, Forendiskussionen, etc. pp. Während diese Daten bzw. Informationen unbewusst preisgegeben werden, zielen Umfragen immer auf ein bewusstes Auseinandersetzen mit einer Fragestellung ab und laufen Gefahr, den Befragten bspw. indirekt in seiner Meinung zu beeinflussen. Lediglich in einzelnen Vorträgen zeigte sich, dass Unternehmen versuchen, online erstellte Texte zu analysieren und automatisch auszuwerten. Neue Hürden und Fragezeichen in den Köpfen tun sich auf – Computerlinguistik wird zum Erfolgsfaktor schlechthin! Was wir auf diesem Feld so tun, werden wir Euch in Kürze mitteilen 😉

Summa summarum…

Die Marktforschungsbranche setzt weiterhin auf klassische Marktforschungsmethoden und versucht, diese in die Online-Welt zu adaptieren. Daraus ergeben sich spannende Projekte, als Beispiel seien nur einmal Research-Communities im Automotive-Bereich zu nennen. Wir jedoch glauben: da geht noch mehr… schließlich wird der sog. purchase funnel immer komplexer! Nur die Kombination aus “aktiv geförderten” Daten (bspw. via Online-Umfragen) und unbewussten digitalen Fußabdrücken wird zum langfristigen Erfolg führen – so unsere Prognose!

Unser Fazit: Die Messe war sehr interessant! Nicht zuletzt, um einen Einblick in die Arbeit, Gedanken und Ideen anderer Marktforscher zu bekommen. Wir konnten auf jeden Fall einige neue Erkenntnisse mitnehmen, die wir künftig mit unserem bestehenden Know-how “verbraten” werden 😉 Wir werden berichten…

Viele Grüße,

Ben und Janina

Janina Mülheims

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