Zu aller erst sollte festgehalten werden, dass Service Design nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart ist. Solche Prozesse finden schon seit längerem in anderen Wirtschaftsbereichen – mit sehr wenigen Ausnahmen in der Tourismusbranche – großen Anklang bei der kundenorientierten Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen.
Aber wo genau kann Service Design in touristischen Prozessen zukünftig Anwendung finden?
Da es sich Bei Service Design – im Gegensatz zu einem linearen Innovationsprozess – um einen iterativen Prozess handelt, geht es hierbei in erster Linie nicht darum im Prozess Fehler zu vermeiden, sondern Fehler möglichst früh zu erkennen und diese zu beheben nach dem Motto “Fail early, fail cheap, fail safe”. Was im Produktdesign schon seit Jahrzenten gang und gäbe ist, hält erst seit kurzem Einzug in den Dienstleistungssektor. Produktprototypen zu bauen, diese zu testen und iterativ zu verbessern, bevor diese auf den Markt kommen gehört zum Alltag vieler Unternehmen. Wie viele Tests durchläuft ein neues Auto oder ein Mobiltelefon bevor es erscheint? Doch wie oft werden neue Tourismusprodukte getestet? Bisher leider in einem noch sehr geringen Maße.
Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen u.A. und wie können diese mit Hilfe von Service Design besser bewältigt werden?
Durch die digitale Umwälzung unserer Gesellschaft ist es und heute schon möglich sehr viele unserer Bedürfnisse über digitale Produkte und Dienstleistungen zu stillen, ohne dass wir nur einen Fuß vor unsere Haustür setzten müssen. Dies gilt auch im Besonderen für unseren Freizeitbereich. Betrachtet man den Reisezyklus eines Urlauber von der Inspirationsphase, Informationssuche, Buchungsphase, Reisephase und zuletzt die Zeit nach seiner Reise, so lassen sich mittlerweile all diese Phasen über digitale Produkte, seien es Webseiten, Apps, Smartphones, NFC Chips, mobile Navigation etc. begleiten. Durch Service Design können diese Serviceketten der Gäste unter Verwendung von Personas, Interviews, Customer Journey Maps etc. schon sehr gut in einem iterativen Prozess analysiert, zerlegt, bewertet und designed bzw. optimiert werden.
Aber wenn sich unsere Gesellschaft schon dieser digitalen Revolution unterwirft, kann man sich dann auch nicht die Arbeit erleichtern und klassische Servicedesign Methoden/Tools den digitalen Trends anpassen und ein digitales Methodenset entwickeln? Das, was die Informationstechnologie gerade mit uns anstellt, zwingt uns zum radikalen Umdenken. Nicht nur in unserem eignen Tun, sondern auch in dem Tun, wie wir Services und Dienstleitungen zukünftig entwickeln und optimieren werden. Dieser erste Schritt Richtung Servicedesign 2.0 wurde schon durch die Entwicklung der App MyServicefellow im Bereich der mobilen Ethnographie getan. Aber was kommt als nächstes? Können wir Blueprints, Customer Journey, Stakeholder Maps und was es alles sonst noch so um Methodenset von Servicedesign gibt, den digitalen Trends unterwerfen?
Sicherlich ist dies möglich – Dies hat letztendlich auch schon das Projekt “Service Design as an Approach to Foster Competitiveness and Sustainability of European Tourism” und der Entwicklung der App MyServiceFellow gezeigt, dass den Startschuss für die Entwicklung eines digitalen Servicedesign-Methodensets gegeben hat.,
Die aus den einzelnen Pilotprojekten gesammelten Erfahrungen werden in nächsten Schritten der Branche auf der Ersten Service Design Konferenz für den Tourismus bereitgestellt, über Verbände Kommuniziert und auch beispielsweise in nationale Programme der Touristischen Produktqualität integriert und über Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen Destinationen, Hotels und Leistungsträgern, die an einer Bereitstellung von zukunfts- und gästeorientieren touristischen Produkten, Services und Dienstleistungen interessiert sind, bereitgestellt. Und Sicherlich werden weitere digitale Servicedesigns-Tools kommen.
Viele dieser Fragen und natürlich noch viele mehr werden Thema der ersten Internationalen Service Design Konferenz für den Tourismus am kommenden Donnerstag und Freitag in Innsbruck sein!

Wer nicht „live“ dabei sein kann, muss trotzdem nichts verpassen! Wir werden selbstverständlich twittern, posten und bloggen, bis die Tablets glühen
Folgt einfach #SDT2012 oder schaut wie gewohnt auf unsere eigenen Kanäle!
Wir sehen uns in Innsbruck oder Live im Web!
LG
Eurer Daniel S.
Google+ Profil des AutorsHab noch nie zuvor etwas von Service Design beim Tourismus gehört, fand deinen Artikel aber sehr informativ und interessant und muss nun gestehen, dass dies sicherlich auch ein wichtiges Feld ist, dass es zu beachten gilt.
Liebe Jasmin,
freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat! In der Tat hat sich das Thema Service Design in der Tourismusbranche noch nicht verankert! Das wollen wir aber ändern;)
Viele Grüße
Daniel
[...] Viele Workshops machten deutlich, dass das Thema Mobile Research in der Branche Einzug erhalten hat! Hier ging es in erster Linie natürlich um Online-Fragebögen, die (teils via App) auf einem mobilen Endgerät abrufbar sind – die Echtzeit-Datenerhebung wird verständlicherweise immer wichtiger. Ziel: den sog. moment of truth abbilden zu können! Hier haben wir ja bereits Erfahrungen im EU-Projekt und mit der App myservicefellow sammeln können. Eine von vielen Herausforderungen ist es hierbei, den zu Befragenden zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zu motivieren, an der Umfrage teilzunehmen – Zauberwort: Methode Service Design [...]
[...] Dieses Erlebnis sollte am Besten im Vorlauf designed werden – natürlich eignen sich hier Service Design-Methoden wunderbar, da diese den gleichen co-kreativen Prinzipien [...]
Veröffentlicht am 21. August 2012 um 10:51 Uhr