Google führt Google+ Local ein. Die Places 2.0

Gestern hat Google eine Veränderung bei den Places vorgenommen die auch Google+ berührt. Das Ganze nennt sich Google+ Local. Es gibt nun in der Navigation innerhalb von Google+ einen neuen Button, über den Google Places gesucht werden können. Die Inhalte aus den Places werden dann direkt in Google+ dargestellt. Ähnlich wie bei Qype kann ich zum einen also sagen was ich suche und zum anderen wo. Auf eine entsprechende Nachfrage kann ich mir beispielsweise also alle Restaurants in München anzeigen lassen.

Screenshot von der Places-Ansicht in Google+

Wer jetzt aber denkt die Places werden direkt in die Google+-Seiten des jeweiligen Unternehmens integriert wird leider enttäuscht. Eine direkte Verbindung existiert nicht, Seite und Place sind derzeit (noch) klar voneinander getrennt.

Nichts wirklich Neues also? Doch ein bisschen schon, denn: Mir als Google+ Nutzer wird jetzt gezeigt ob einer meiner Kontakte einen Place schon einmal bewertet hat. Das ist etwas, was man durchaus als spannendes Feature bezeichnen kann. Eine Bewertung einer meiner Kontakte oder Freunde ist sicherlich glaubwürdiger als Bewertungen von Leuten, die ich gar nicht kenne. Außerdem wird der Place, wenn ich aus Google-Maps auf diesen zugreife und ich gleichzeitig in Google+ eingeloggt bin, direkt auch dort angezeigt. Habe ich als Nutzer keinen Google+ Account und rufe einen Place auf, wird mir dieser im Google+ Design angezeigt. Dort werde ich dann aufgefordert mir einen Account beim sozialen Netzwerk anzulegen.

Screenshot einer Bewertung durch einen kontakt

Weiterhin hat Google mit der Neuerung auch den Google Place selbst ein wenig angepasst. Aus der Akquise von Zagat die Google vor einiger Zeit abgeschlossen hat, werden nun auch Inhalte in Form von Bewertungen in den Place integriert. Die Bewertungsskala geht hier von 0 bis 30. Nähere Informationen zu den Zagat-Bewertungen, und inwiefern diese mit den alten Bewertungen des Places vermischt wurden, gibt es nicht. Bewertungen können nach wie vor vom Nutzer im Place abgegeben werden. Dabei (und das ist schon eine durchaus interessante Neuerung) sind nun die Kategorien Qualität, Räumlichkeiten und Service vorgegeben. Sie Skala geht dabei jeweils von 0 (schlecht) bis 3 (hervorragend). Google macht erst beim Thema Bewertungen! Es bleibt abzuwarten ob und wie die Betreiber der Bewertungsportale reagieren.

Was ändert sich nun für die Betriebe? Eigentlich nicht viel, es bleibt erst mal bei denselben Hausaufgaben wie vor der Umstellung. Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit in und über Google+ zu erlangen, geht nur über den Einzelnen. Der Einzelne Gast muss mit einem tollen Produkt überzeugt werden, er muss sich  über einen Kontakt in Google+ an den Gastgeber binden wollen. Im Optimalfall springt dann noch eine gute Bewertung heraus. Faustformel hier: Qualität = Aufmerksamkeit.

Wir sehen also, Google lässt mal wieder die Muskeln spielen. Man macht einen weiteren Schritt bei der immer enger werdenden Verknüpfung der einzelnen Dienste und schafft es auf diesem Weg, dass sich die Dienste gegenseitig befeuern.

Google hat weitere Updates angekündigt. Welche Erweiterung würde Sinn machen? Vielleicht die Verknüpfung von Place und Google+-Seite?

Google

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9 Kommentare zu “Google führt Google+ Local ein. Die Places 2.0”

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Ich würde es gut finden, wenn beim Google+ Seiten Profil unter dem Begriff Filme der eigene Youtube Kanal angezeigt wird, oder die Filme welche man bei Youtube hochgeladen hat. Was meint Ihr – wird die Google+ Seite und die Google Places Seite bald zusammen gelegt? Welche wird wegfallen und werden die alten Bewertungen mit den neuen auch zusammen gelegt? Fragen über Fragen ;-) Lieben Gruß aus der Lüneburger Heide Olaf

anbei meine korrekte Webadresse – die ist bei meinem Kommentar irgendwie abgeschnitten worden

So wie ich das sehe, sind doch die meisten Informationen aus dem Places Eintrag in Google+ Local eingeflossen, zumindest die Bilder, Beschreibung und sonstige Kontaktangaben. Auch können über den entsprechenden Zugang endlich(!) die abgegebenen Bewertungen kommentiert werden.
Mich persönlich stört diese 3er oder 30er Skala für die Bewertungen. Da gäbe es weitaus intuitivere Systeme, welche weltweit Standard sind wie 1-10, 5 Sterne oder 0-100(%). Nur in der höheren Gastronomie werden 3 Sterne verwendet, nun versucht Google dieses System wohl auf alle Unternehmen überzustülpen. Ist mir ein bisschen zu simpel… zu schwarz/weiss.

[...] Frage wie man das erreichen kann, hat es Tim Schütrumpf (Tourismuszukunft) hier sehr gut auf den Punkt gebracht: Faustformel hier: Qualität = [...]

Ich habe mir Local mal angesehen und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Allerdings sollte man sich mal die Folgen für Unternehmen ansehen. Nun werden immer mehr Firmen auf Googles Netzwerk reagieren müssen, um die Suchmaschine ordentlich zu bedienen. Ich denke jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo Google die Macht der Suchmaschine für sein Netzwerk nutzt und wenn ich mir die Entwicklung von Facebook ansehe, könnte das eine große Chance für Google sein.

@Olaf Vielleicht ist man sich ja bei Google selbst noch nicht klar, was man eigentlich will. Ich gehe mal davon aus, dass es bald eine Lösung geben wird die beides sinnvoll miteinander vereint.
@ Jochen Definitiv! Es ist jetzt ziemlich klar, dass man einzelne Dienste einsetzt um die Nutzer an neuere Dienste “heranzuführen”

Ein weiterer logischer Schritt für Google auf dem Weg zur Weltherrschaft. Leider wirkt das Resultat doch wieder etwas gebastelt, als hätte man ohne jedes belastended Usabilitywissen mal drauflos geschraubt. Bewertungen und Profile zu trennen, ist z.B. ziemlich doof, wenn man das Ganze doch eigentlich integrieren möchte…

Schöne Zusammenstellung Tim!
Was die Bewertungsportale angeht, hat TripAdvisor da eher vorgelegt, als dass sie reagieren müssen. Die Funktion ähnelt stark der Zusammenführung von Places und Plus und nennt sich Friend of a Friend (funktioniert über Facebook Connect). Wurde im April gelauncht. Ein ähnliches Konzept gibt es ja auch schon bei Airbnb, wo via Facebook Connect die soziale Verbindung zum Vermieter angezeigt werden kann. Einzig bei HolidayCheck sind solche Tendenzen nicht zu erkennen. Stattdessen liegt dort der Fokus auf “Gemeinsam gegen Fälscher” und vielen Maßnahmen, um die Qualität der Bewertungen zu sichern. Diese braucht es aber eigentlich dann gar nicht mehr, wenn Glaubwürdigkeit und Vertrauen über Personen erfolgt.
Welche Erweiterungen Sinn machen? Ich denke, dass Google sein Netzwerk nach und nach über alle Dienste legen wird. Irgendwo hab ich mal gehört (frag mich nicht mehr wo): Google Plus ist der Klebstoff, der alle Google Dienste verbindet. Buzzword: Social Layer. Macht ja auch Sinn…

Aber bitte auch die “weak ties” und “strong ties” Bedeutung in den sozialen Netzwerken bedenken. Irgendwie frag ich mich immer, ob ich nur noch dorthin will, wo meine Freunde schon waren…ich hätte gerne 2 Buttons: “What friends say” und “all others”…manchmal mag man eben ganz was Neues entdecken!


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