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Facebook macht Ernst! Städtenamen Ade!

Nachdem Mitte Februar die Facebook Seite von München mit rund 400 000 Fans verschwunden war haben sich viele gefragt was Facebook damit bezweckt  und wie es anderen Städten damit ergehen wird.

Nun erreichte uns (und vermutlich auch einige andere Inhaber von Länder und Städte Seiten) heute eine E-Mail von Facebook in der sie erläutern wie es mit den Fanseiten weitergeht.

Laut Facebook: „kann niemand eine Stadt oder ein Land für sich beanspruchen.“

Facebook bietet den Städten und Ländern nun an ihre Namen zu ändern. Dabei machen Sie folgende Beispiele: „für Städte wie München wären die Optionen u.a. München.de, VisitMunich, München Touristik oder StadtportalMünchen, BesucheMünchen.“

Die betroffenen Städte und Länder Seiten haben nun 3 Wochen Zeit, sich einen neuen Namen auszudenken und bei Facebook die Umbenennung zu beantragen. Geschieht dies nicht innerhalb des gegebenen Zeitfensters können ggf. die Administratorenrechte verloren gehen.

Dies bedeutet, dass Fans und Reputationen verloren gehen können und dass viel investierte Zeit und Arbeit unwiederbringlich ist. Deshalb ist es wichtig den Namen zeitnah umzustellen um die Facebook Fanseite zu sichern.

Für die Seitennamen gelten folgende Richtlinien:

– Nutzernamen müssen aus mindestens 3 Zeichen bestehen, dürfen aber nicht mehr als 35 Zeichen haben

– Seiten-Namen müssen mit einem Großbuchstaben oder einer Zahl beginnen
– Seiten-Namen müssen korrekt in Bezug auf Grammatik, Zeichensetzung und Abstand sein

Seitennamen dürfen nicht:

– Wörter beinhalten, die nur Groß- oder Kleinbuchstaben verwenden – außer der Name ist ein Akronym
– nur Kleinbuchstaben verwenden
– Symbole beinhalten (*,©, _, ^, {, }, ~, etc.
– überflüssige Erklärungen oder unnötige Vermerke beinhalten („offiziell“, „Fan“, „Seite“, etc.)
– Ort-Verweise beinhalten (z.B. Facebook – Austin)
– Versalien innerhalb eines Wortes beinhalten (z.B. FaceBook)
– ein generischer Ortsname sein

Die vollständigen Seiten-Richtlinien sind unter folgendem Link abrufbar: https://www.facebook.com/page_guidelines.php

 

Fazit: für viele Städte und Länder, welche hierdurch gezwungen sind, ihren Namen anzupassen erscheint dies als ein hartes Urteil für das Marketing von Destinationen im sozialen Netzwerk Facebook. Dies liegt daran, dass mit dem Namen oftmals eine gewisse Markenidentität  und Assoziation seitens der Fans gegeben ist. Dennoch ist es von höchster Relevanz die lang aufgebaute Reichweite und Reputation an dieser Stelle zu erhalten und das Potenzial nicht zu verschenken. Es handelt sich weiterhin um einen äußerst wichtigen Kanal für die Kommunikation mit Fans und Interessenten, insbesondere bei einem immateriellem Produkt wie dem Tourismus.

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: schaut doch mal bei unseren Seminaren vorbei – hier könnt ihr u.A. lernen wie man Facebook (und andere Plattformen) erfolgreich im Tourismus nutzen kann!

Viele Grüße!

 

 

22 Kommentare zu
Facebook macht Ernst! Städtenamen Ade!

Daniel

Ist dieses Vorgehen ausschließlich dann nötig, wenn Facebook einen via Mail dazu auffordert oder kann es passieren, dass die eigene Seite auch so gelöscht wird.

Welche ist die betreffende Stelle, um eine Namensänderung zu beantragen?
Gibt es dazu Informationen?

Das wird wohl die User Egypt, Kuweit, Russia und Yemen ziemlich treffen – wie ich mal recherchiert habe 😉

http://d76.de/blogs/about/facebook-name-stadt-land/

Michel W.

@Dirk S. Frankreich hatte mal die Vanity-Url https://www.facebook.com/france 😉

Daniel

Mich würde bei allem Spaß wirklich interessieren, an wen man sich im Hause Facebook wendet, damit einen nicht das selbe Schicksal erleidet wie Frankreich und München. Das wäre doch die eigentlich relevante Information, auf die man in diesem Artikel hofft! 😉

Lieber Daniel,

aus unserer Sicht, müssen sich diejenigen die keine Mail im Moment erhalten haben, noch keine Sorgen machen. Wobei der Trend ziemlich klar ist und es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis auch andere Städte und Regionen hier nachziehen müssen.

Ländernamen sind ja schon länger nicht mehr möglich. Wir haben hier die Erfahrung gemacht, das aber immer vorher via Mail oder Nachricht informiert wird.

Viele Grüße,
Florian

In Köln haben wir noch keine Aufforderung erhalten.

Habt ihr in der Mail ein Antragsformular erhalten? Wir haben nämlich auch einen Ort, aber keine Mail erhalten.

Matthias Rothermund

Wir in Dortmund haben die Aufforderung erhalten und machen uns dann jetzt mal Gedanken.

Grundsätzlich ist die Richtung, in die das Ganze geht, meiner Meinung nach sehr betrüblich: Wir schaffen mit unserer Arbeit guten Content und viel Traffic. Facebook nimmt sich nun den Ortsnamen, akkumuliert die wertigsten Inhalte zu der jeweiligen Destination unter diesem Namen und schafft sich somit die Facebook-Destinationsplattform überhaupt. Das Geldverdienen fällt dann natürlich wesentlich leichter. Wir „füttern“ also deren Destinationspage und machen somit einen Großteil der Arbeit für die. Es ist halt ein großer Unterschied, ob ich eine Stadt „like“ oder nur den touristischen Zweig. Ich bin gespannt, ob wir grundsätzlich auch von dieser Entwicklung profitieren können.

Daniel

Gilt dieses Problem eigentlich nur für die Vanaty URLs oder auch für den Seitennamen?

Willi

Da wäre rechtlich zu klären ob Facbook Städte oder Ländernamen für eigene benutzen darf.

Eine ergänzende Frage, die vielleicht auch andere interessiert:
Wisst ihr an welche E-Mail-Adresse die Verständigung jeweils erging?
Wir haben immer mehrere Administratoren pro Seite und wenn es nicht alle bekommen, will ich bei der doch eher kurzen Frist nicht wirklich riskieren, dass etwas im Spam-Ordner übersehen wird …

Novalee

Darf sich eine Stadt / Landkreis denn mit „Stadt Cuxhaven“ betiteln oder ist das auch verboten?

Facebook, Google & Co bestimmen mal wieder wo es lang geht. Wo kommt denn das schon wieder her? Da hat doch bestimmt mal wieder ein Datenschützer oder Rechtsanwalt mitgewirkt. 🙁

Peter Sommerer

Na, da bin ich doch mal gespannt, welche Stadt bzw. Landkreis-Namen für FB interessant sind. Ich selber betreibe eine Fan-Seite mit einem Stadtnamen, Einwohner ca. knapp 20.000 , bisher habe ich noch keine Mailaufforderung zu einer etwaiigen Änderung erhalten.
Wir dürfen alle nicht vergessen, FB ist eine kostenlose Plattform, in die viele User eine große Menge an Zeit investieren, im Prinzip wie eine Spardose, nur das am Ende sehr wenig bis nichts rauskommt.
Gruß aus Marktredwitz
Peter Sommerer
https://www.facebook.com/Marktredwitz

Chris Beyeler

Da bis jetzt noch keine Mail bei uns eingegangen ist würde ich mich freuen, wenn jemand den Link zu dem Antragsformular posten würde.

Ich möchte nicht, dass es soweit kommt und die Seite gelöscht/gesperrt wird.

Lieber Stephan Lendl, das konnten wir bisher auch noch nicht exakt orten. Es ging in der Regel nur an eine Emailadresse und nicht an alle Administratoren. Ich gehe derzeit davon aus, dass es an die auf der FB-Seite angegebene Email-Adresse ging, jedoch konnten wir das nicht exakt nachvollziehen.

@Novalee: das müsste grundsätzlich ok sein, wobei Facebook hier Wert darauf legt, dass man der entsprechende Vertreter der Seite ist und dies auch so spezifiziert, Zitat: „Regierungen oder andere Organisationen, die gerne eine Seite für einen Ort, den sie repräsentieren anlegen möchten, sollten einen Begriff verwenden, der ihre Organisation spezifiziert. So sollte beispielsweise die Seite des San Francisco City Council „San Francisco City Council“ heißen.“

@Chris Beyeler und Stephan Lendl: ein Antragsformular gibt es hierzu nicht. In der besagten Email wurde eine entsprechende Kontaktperson genannt. Melde Dich doch einfach kurz per Mail bei mir, evtl. können wir hier einen Weg finden.

Viele Grüße,
Isabelle

Schon seltsam: Bis auf Matthias Rothermund hinterfragt hier kaum jemand, warum man sich von diesem Monopolisten so dermaßen an der Nase durch den Ring ziehen lässt. Stattdessen wird nur darüber philosphiert, was erlaubt ist und was nicht. Liebe Leute, ihr werdet bei vollem Verstand entmündigt und fragt euch nur, was ihr denn jetzt noch dürft? Matthias Rothermund bringt es doch auf den Punkt: Ihr zahlt alle auf ein Konto ein – nur nicht auf eures.

Vielleicht ist diese Mail für alle Beteiligten ganz interessant, die ich gerade durch Zufall von anderen Beteiligten bekommen habe.
Evtl. wird ja auch so ein Workshop in Ihrer Nähe angeboten oder Sie können nach Hamburg fahren, um offene Fragen zu klären?

From: Gunnar Bender
Date: Thursday, May 31, 2012 10:44 PM

Subject: Einladung zum Facebook-Workshop nach Hamburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich Sie gern persönlich zu einem Workshop zur Klärung aller Fragen rund um Seitennamen von Städten auf Facebook einladen.

In diesem Workshop möchten wir uns mit Ihnen über die aktuelle Situation austauschen, Ihre Fragen hierzu beantworten und im Dialog mit Ihnen an akzeptablen Lösungen arbeiten. Wir werden uns bemühen, auch die zuständigen Kollegen aus dem Produktbereich hinzuzuziehen, die zusätzliche technische Fragen beantworten können.

Wir laden Sie ein, alle offenen Fragen mit uns am 14. Juni von 11-14 Uhr in unserem Hamburger Büro (Großer Burstah 50-52) zu diskutieren. Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt die Frist, innerhalb der eine Entscheidung über einen neuen Seitennamen gefällt werden sollte, aussetzen werden. Die besagte dreiwöchige Frist wird für Sie erst ab dem 14. Juni gelten.

Bitten lassen Sie uns (im Idealfall bis zum 7. Juni) wissen, ob Sie oder ein Vertreter Ihres Hauses an dem Workshop teilnehmen werden.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen
Gunnar Bender

Dr. Gunnar Bender
Director Public Policy
Facebook Germany GmbH
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Andy

Als „ganz normaler“ Bürger einer der betroffenen Städte muss ich auch für Facebook eine Lanze brechen.
Irgendwo HABEN die recht. Denn sonst geht – bei Desinteresse, Ruhestand, oder gar Ableben des Betreibers der FB-Städteseite – das Geschacher um die „beste FB-Adresse“ los. Wie früher „um die beste Domain“. Da wurden Unsummen gezahlt, um „schulze.de“ zu ergattern und nicht (oh schockschwerenot!) das umständlichere „schulze-online,de“ verwenden zu müssen.
In den Anfangszeiten des Internet hat das sogar z. T. Studenten wohlhabend gemacht, da diese – lange vor dem Boom im privaten Bereich – als die ersten Netz-Nutznießer sich einfach auf eine Domain wie die Henne auf das Ei draufgesetzt haben und diese nur gegen eine vierstellige Summe wieder abgegeben haben. Wer schnell war, hatte die Nase vorn. (Wohlgemerkt: es gab NUR .de, das einen ganz anderen Stellenwert hatte. Denn weder .info, .name, .eu noch was da alles später kam existierte zu diesem Zeitpunkt)

Ich gehe davon aus, dass Facebook genau das zu verhindern gedenkt.

Sonst gäbe es bald Gesuche wie „Wir sind Firma XY und möchten gängige, nicht mehr gepflegte Städteseiten ankaufen. Für nur aus dem Städtenamen bestehende FB-Adressen zahlen wir Höchstpreise! (bis 15000 EUR sind möglich)“
Denn wo so etwas erst einmal erlaubt wird, ruft das sofort findige Geschäftemacher auf den Plan.
Als kleine apokalyptische Vision könnte man sich sogar vorstellen, dass Riesen-Konzerne wie Viacom irgendwann auf die Idee kommen, solche „reinen“ FB-Seiten aufzukaufen. Mit viel Geld ist bekanntlich alles möglich in dieser modernen Welt…

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