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19. Januar 2012

Von Abhängigkeit, Schockstarre und Lethargie in der Hotellerie

Die Hotellerie schreit auf. Da hat es doch gar nicht lange gedauert bis der Paukenschlag gekommen ist. HRS, der Gigant, zieht, nach der Übernahme der Mehrheit bei Hotel.de, die Preise an. 15%! Bumm! Nun liest man von gefangen sein und von der Marktmacht des Marktführers. Man ist wütend und sogar ein Boykott, ein Streik, geistert durch so machen Hotelierskopf.
Sicherlich ist die Preiserhöhung ein Ärgernis. Frustrierend könnte man es auch noch nennen. Aber nun in einer Schockstarre zu verharren ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Sprechen wir von der Online-Vermarktung müssen wir festhalten, dass man als Gastgeber immer auf die Unterstützung von Partnern angewiesen ist. In welcher Form auch immer. Einer einzigen Plattform muss man aber nicht per se ausgeliefert sein. Dass, was man als Hotelier wissen muss, ist doch ob es ohne den Vertriebspartner X geht oder es ohne Ihn nicht geht. Sprich: was bringt mir Vertriebspartner X und was kostet mich das? Doch wer weis das schon? Im vergangenen Jahr haben wir beim HSMA Pricing & Distribution Day einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Ein einziger Zuhörer war in der Lage zu beziffern, was der Gast über einen bestimmten Kanal wirklich kostet. Nur diese Gewissheit lässt uns doch einschätzen was die Preiserhöhung über HRS überhaupt bedeutet . Abhängig ist man vertriebsmäßig in jeden Fall. Es geht doch nur darum die profitabelsten Abhängigkeiten zu identifizieren! Ich schätze mal, dass das in anderen Branchen zur Tagesordnung gehört.
Schätze ich aber die Abhängigkeit nicht mehr als akzeptabel ein, dann muss ich anfangen meine Hausaufgaben zu machen: Denn dann heißt es, alle Möglichkeiten nutzen, den Direktvertrieb zu steigern. Sicherlich gehört dazu auch eine Social Media Strategie. Das Thema bringt den Kunde. Dazu gehört aber auch die Herstellung der Auffindbarkeit und der Sichtbarkeit meiner Website. Dazu gehört aber auch die Optimierung der Usability der Website und die Auswahl eines Buchungssystems, welches den Nutzer nicht nach wenigen Minuten verzweifeln lässt. Dazu gehört aber auch, sofern ein Gast per Telefon eine Reservierung vornehmen möchte, auch Preise zu nennen, die nicht erheblich teurer sind als die Preise die dem Nutzer auf den Portalen angeboten werden. Da haben viele sicherlich ziemlich großen Nachholbedarf. Danach kann ich dann immer noch schreien.

Viele Grüße,

Tim

P.S: Wir haben beim Programm des eMarketingDay darauf reagiert und freuen uns auf die Diskussion mit HRS und der Hotellerie! Seid Ihr mit dabei?

Tim Schuetrumpf

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