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Von Abhängigkeit, Schockstarre und Lethargie in der Hotellerie

Die Hotellerie schreit auf. Da hat es doch gar nicht lange gedauert bis der Paukenschlag gekommen ist. HRS, der Gigant, zieht, nach der Übernahme der Mehrheit bei Hotel.de, die Preise an. 15%! Bumm! Nun liest man von gefangen sein und von der Marktmacht des Marktführers. Man ist wütend und sogar ein Boykott, ein Streik, geistert durch so machen Hotelierskopf.
Sicherlich ist die Preiserhöhung ein Ärgernis. Frustrierend könnte man es auch noch nennen. Aber nun in einer Schockstarre zu verharren ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Sprechen wir von der Online-Vermarktung müssen wir festhalten, dass man als Gastgeber immer auf die Unterstützung von Partnern angewiesen ist. In welcher Form auch immer. Einer einzigen Plattform muss man aber nicht per se ausgeliefert sein. Dass, was man als Hotelier wissen muss, ist doch ob es ohne den Vertriebspartner X geht oder es ohne Ihn nicht geht. Sprich: was bringt mir Vertriebspartner X und was kostet mich das? Doch wer weis das schon? Im vergangenen Jahr haben wir beim HSMA Pricing & Distribution Day einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Ein einziger Zuhörer war in der Lage zu beziffern, was der Gast über einen bestimmten Kanal wirklich kostet. Nur diese Gewissheit lässt uns doch einschätzen was die Preiserhöhung über HRS überhaupt bedeutet . Abhängig ist man vertriebsmäßig in jeden Fall. Es geht doch nur darum die profitabelsten Abhängigkeiten zu identifizieren! Ich schätze mal, dass das in anderen Branchen zur Tagesordnung gehört.
Schätze ich aber die Abhängigkeit nicht mehr als akzeptabel ein, dann muss ich anfangen meine Hausaufgaben zu machen: Denn dann heißt es, alle Möglichkeiten nutzen, den Direktvertrieb zu steigern. Sicherlich gehört dazu auch eine Social Media Strategie. Das Thema bringt den Kunde. Dazu gehört aber auch die Herstellung der Auffindbarkeit und der Sichtbarkeit meiner Website. Dazu gehört aber auch die Optimierung der Usability der Website und die Auswahl eines Buchungssystems, welches den Nutzer nicht nach wenigen Minuten verzweifeln lässt. Dazu gehört aber auch, sofern ein Gast per Telefon eine Reservierung vornehmen möchte, auch Preise zu nennen, die nicht erheblich teurer sind als die Preise die dem Nutzer auf den Portalen angeboten werden. Da haben viele sicherlich ziemlich großen Nachholbedarf. Danach kann ich dann immer noch schreien.

Viele Grüße,

Tim

P.S: Wir haben beim Programm des eMarketingDay darauf reagiert und freuen uns auf die Diskussion mit HRS und der Hotellerie! Seid Ihr mit dabei?

7 Kommentare zu
Von Abhängigkeit, Schockstarre und Lethargie in der Hotellerie

Ein guter Beitrag,

es gibt leider immer noch zu wenig Betriebe die Social Media als Chance sehen.

Gruß
Kurt

das schlimme ist eigentlich nur daran, dass ich befürchte, dass es in ein paar Wochen aus den Medien als Thema raus ist, und sich kaum etwas ändern wird.
„Roomkey“ ist ein super Ansatz und wird sicherlich eine „Delle“ hinterlassen. Ein Schritt aus der Hotellerie für die Hotellerie, nur leider ein paar Jahre zu spät meiner Meinung nach. HRS gibt es schon über 20 Jahre und mehr.

Daher „totally agree“ mit dem Aspekt „Hausaufgaben“ machen und erst die „Cost of Distribution“ zu berechnen, und dann zu meckern. Wenn ich nur wenig Roomnights habe bei dem einen oder anderen Partner, ist es zwar immer noch sehr, sehr ärgerlich, aber eine ganz andere Relevanz. Macht eure Websites professionell, investiert in Personal was sich mit Conversion Tracking / SEO, Long Tail, Webcontrolling etc. auskennt, und klare Bekenntnis zu Direktvertrieb und dann erst Social Media. Dann hat sich die ganze Diskussion schon fast erübrigt.

Es ist doch geradezu typisch, dass auf den Konferenzen keiner sich traut was zu sagen. Ja einer im Saal, das ist leider die traurige Wahrheit… Die andere Seite ist natürlich auch, jeder braucht Partner im Onlinevertrieb. Die Gretchenfrage: Kann ich für 13-15% Provision soviel Reichweite wie Hotel.de und HRS aufbauen? Ich würde sagen klares nein…… Also das miteinander ist auch ein wichtiger Aspekt. Jeder braucht jeden!

Ich muss sagen, dass das zum einen nicht verwundert, zum anderen eben viele Hotels schlicht und ergreifend immer noch schlafen, nicht zuletzt in Sachen Social media, aber auch im Onlinemarketing allgemein.
Und wenn ich nur an so Details wie kostenloses W-Lan denke. Wie viele Studien gibt es, dass mittlerweile solche und andere „Details“ Buchungskritisch sind, nichts desto trotz versuchen zahlreiche Hotels einem astronomische Summen für den I-Net-Access abzuknöpfen.
Liebe Hotels: Geht in euch, seht die Möglichkeiten, und werdet euch dessen bewußt, dass da noch viel, viel mehr möglich ist!

Man muss nur in die Immobilienwirtschaft gucken – Immobilienscout24.de um zu sehen wie die Preisentwicklung weitergehen wird. Wehret den Anfängen !
Die Portale erhöhen die Preise, kaufen damit den relevanten Traffic mit Adwords auf und damit zahlen Hoteliers die eben nicht selbst optimieren können (<30 ZImmer) selbst für Gäste die im Internet direkt das konkrete Hotel suchen…

Man muss einfach kräftig winken (wie jetzt z.B. hier) und seinem Kunden, dem Hotelgast einen größtmöglichen Nutzen bieten. Wer dann noch mit Liebe seinem Beruf nachgeht, wird von Schlagwörtern wie Abhängigkeit, Schockstarre & Lethargie wenig berührt werden. Auch wenn man manche Gäste nicht mehr erreicht, weil Sie den bequemen und auch legitimen Weg über ein Buchungsportal nehmen. Ich persönlich bin sowieso ein Fan des Trüffelschweins 😉

Das Thema Channelsplit für meine Hotel-Kunden habe ich mir im Zuge der HRS Diskussion etwas genauer angesehen und angefangen eine Channelsplit Statistik in mein Buchungssystem einzubauen. Interessant bei der Analyse und Recherche für den Artikel http://www.igumbi.com/de/blog/hrs-provisionen-von-13-auf-15-prozent-gestiegen-was-nun-tun war das jene Hotels die einen relativ geringen Anteil an OTA Buchungen (Booking.com, HRS, etc.) haben, auch sehr viele Telefon und E-Mail Buchungen abwickeln. Einer der Betriebe der sehr wenig Mail und Email Buchungen hat auch einen exorbitant hohen OTA Anteil.

Man sollte also die eigene Hotel Website als Online Prospekt mit Preis- und Verfügbarkeitsauskunft sowie Buchbarkeit mit online Buchungstool verstehen.
Die traditionellen Kanäle wie Mail und Telefon müssen aber unbedingt zur Abrundung der Kontaktmöglichkeiten genauso professionell betreut werden um den OTA Anteil im Griff zu haben. Und als Ziel sehe ich den OTA Anteil kleiner als 30-40% zu halten. Ganz ohne OTAs wird es ja nicht gehen, zumal die auch mit der Bewertungsfunktion einen gewissen Billboard Effekt für ein Hotel produzieren

Ein guter Beitrag,

es gibt leider immer noch zu wenig Betriebe die Social Media als Chance sehen.

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