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22. September 2011

Wikipedia und SEO im Tourismus – wie wichtig sind Wikis für das Online-Marketing?

Oft wird Wikipedia skeptisch betrachtet, weil die eigene Website trotz guter Suchmaschinenoptimierung oft kaum an der  hervorragenden Platzierung von Wikipedia-Artikeln in der Google-Suche vorbeikommt.

Das liegt daran, dass Wikipedia für Google quasi das Ideal ist: Auf Wikipedia sind tausende von Menschen aktiv, die aktuellen Content beisteuern. Bei genauerer Betrachtung der Wikipedia-Statistik sieht man, dass allein in deutscher Sprache täglich 400-500 neue Artikel von ca. 6.700 Community-Mitgliedern eröffnet werden. Und auch die Nutzer vertrauen dem auf Wikipedia bereitgestellten Content – im Tourismus sind Wikis sogar die wichtigsten Plattformen im Web 2.0 bei der Suche nach Urlaubsinformation, wie die Reiseanalyse 2010 gezeigt hat (s. Abbildung). Hinzu kommt, dass auch andere Plattformen Wikipedia integrieren, wie z.B. bei den Facebook Community Pages oder den Google Places Profilen. Das alles erhöht ebenfalls die Sichtbarkeit von Wikipedia in Suchmaschinen.

Reiseanalyse 2010: Web 2.0 bei der Urlaubsinformation. Wikis sind das wichtigste Medium zur Reiseinformation

Aus SEO-Sicht macht es also durchaus Sinn, nicht gegen, sondern mit Wikipedia zu arbeiten. Denn Suchmaschinen wie Google registrieren, wenn die eigene Website in einem Wikipedia-Artikel verlinkt ist. Dabei ist es kein Nachteil, dass die Wikipedia-Links wegen ihrem Nofollow-Attribut nicht direkt zur Linkpopularität der eigenen Seite beitragen. Im Gegenteil: Es sind auch genau diese Links, die einen natürlichen Linkaufbau ausmachen. Darüber hinaus ist auch der eigentliche Content auf Wikipedia-Seiten relevant. So ist es für touristische Akteure möglich, von dem Vertrauen in den guten Content von Wikipedia zu profitieren und behutsam eigene Inhalte einzustreuen. Dadurch wird die gesamte Web-Präsenz gestärkt. Findet ein potentieller Gast einen guten Wikipedia-Artikel z. B. über eine Destination, so kann er schließlich immer noch auf die eigene Website gelangen, wenn diese in den Quellen des Artikels verlinkt ist. Außerdem können auf diese Weise auch Multiplikatoren wie Journalisten gewonnen werden, denn auch für diese ist Wikipedia oft die erste Anlaufstelle bei der Informationssuche.

Bleibt die Frage, wie bedeutend speziell auf das Thema Reisen ausgelegte Wikis im Vergleich mit Wikipedia sind, wie Wikitravel oder dessen Ableger Wikivoyage. Werden die Ergebnisse der Google Suche betrachtet, dann werden diese Wikis eigentlich nie auf der ersten Seite angezeigt, wenn nach einer Destination gesucht wird. Nur wenn diese mit dem Wort „Reiseführer“ kombiniert wird, werden die Reise-Wikis sichtbar. Ein kleiner Stichproben-Test mit dem Google Adwords Tool ergibt aber, dass es zu diesen Kombinationen kaum Suchanfragen gibt. Wer also nicht schon vorher weiß, dass er bei Wikitravel oder Wikivoyage suchen will, wird kaum auf diesen Plattformen landen. Betrachtet man den Traffic auf Wikipedia, Wikitravel und Wikivoyage, stellt sich heraus, dass die deutschsprachige Version von Wikipedia mit gut 17 Mio. eindeutigen Besuchern (Nutzer) wie erwartet weit vorn liegt. Aber auch Wikitravel kann als thematisches Wiki eine bemerkenswerte Anzahl von 140.000 eindeutigen Besuchern (Nutzer) aus Deutschland aufweisen. Wikivoyage scheint dagegen mit nur 20.000 eindeutigen Besuchern pro Monat abgehängt. (Quelle: Juni 2011 Google Ad Planner)

Fassen wir zusammen: Aufgrund seiner hohen Sichtbarkeit und Relevanz als Medium zur Reiseinformation sollte Wikipedia in das Online-Marketing von Destinationen oder auch anderen Unternehmen im Tourismus einbezogen werden. Aber auch die reisespezifischen Wikis, insbesondere Wikitravel, sollten mit ihrem thematischen Fokus nicht unter den Tisch fallen. Diese Zielgruppe ist zwar wesentlich kleiner, aber die User wollen sich speziell nach touristischen Aspekten der Destinationen oder des Unternehmens informieren.

Wie geht denn Ihr mit dem Thema Wikipedia & Co in Eurer Destination / Unternehmen um?

Liebe Grüße Annkathrin und Melanie

 

Melanie

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