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Google Analytics entspricht deutschem Datenschutz

Viele Unternehmen haben bisher Google Analytics nicht genutzt, weil sie Bedenken hatten, dass die Verwendung des Tools nicht den Datenschutzanforderungen entspricht. Diese Ansicht vertraten bisher auch die entsprechenden Behörden.

In einer Stellungnahme des Hamburger Beauftragten für Datenschutz (HmbBfDI) heißt es nun, dass Google die Forderungen der Datenschutzbehörden nun umgesetzt hat und Google Analytics ab sofort beanstandungsfrei einsetzbar ist.

Deutsche Website-Betreiber können jetzt mit folgenden Maßnahmen dafür sorgen, dass der Einsatz von Google Analytics den Datenschutzbestimmungen entspricht: Sie sollten in ihrer Datenschutzerklärung auf den Einsatz von Google Analytics und der Möglichkeit, dieses mit Hilfe eines Browser Add-ons zu deaktivieren, hinweisen. Außerdem sollten Unternehmen eine IP-Masken-Funktion anwenden, durch die an Google nicht die komplette IP-Adresse des Nutzers übermittelt wird. Technische Details zu diesen Funktionen können in dieser Mitteilung von Google nachgelesen werden. Genauere und verbindliche Hinweise zur Umsetzung gibt das HmbBfDI in einem Merkblatt.

Durch die Umsetzung dieser Hinweise können Unternehmen ab jetzt Google Analytics ohne datenschutzrechtliche Bedenken einsetzen. Vor allem im Tourismus, speziell bei Destinationen, war Google Analytics in den letzten Jahren ein Problem, da Destinationen mit öffentlichem/behördlichen Hintergrund oft auf die Nutzung verzichten mussten. Diese Zeit ist nun endgültig vorbei – diese Ausrede zählt nicht mehr! 😉

 

7 Kommentare zu
Google Analytics entspricht deutschem Datenschutz

Gottseidank gilt dieser bürokratische Schmarrn des Hamburger Beauftragten für Datenschutz nur in Hamburg.

Dem Beitrag widerspreche ich grundsätzlich nicht. Es ist aber versäumt worden gezielt darauf hinzuweisen, dass mit den Nutzern – also den Webmastern – ein 15-seitiger Vertrag mit Google geschlossen werden muss. Das ist dann doch schon wieder eine Sache bei der man Bauchweh bekommen kann.

Denn eines darf man nicht vergessen. Der Webmaster selbst hat auf die Daten von GA keinen Einfluss. Weder auf den Ort wo sie abgelegt sind noch in die genaue Funktion der Erfassung.

Muss natürlich jeder selbst wissen was er tut. Ich sehe hierin eine komplette und vertraglich festgelegte Abwälzung auf den Webmaster.

Neben dem 15-seitigen Vertrag gibt es noch ein nettes Nebendetail: für alle diejenigen, die Google Analytics schon seit längerem nutzen, ist es Pflicht, alle bis jetzt gesammelten Daten zu löschen. D.h. das aktuelle Profil muss gelöscht werden und eine neues mit Tag 0 begonnen werden.
Aber wer kann schon auf historische Daten verzichten?
Sofern dies aber nicht geschieht, entspricht man nicht dem deutschen Datenschutzgesetz. Also wäre dann auch der Vertrag wiederum obsolet.
Wie sieht es eigentlich mit Google Analytics in Österreich und Südtirol/Italien aus?
Kann man hier Google Analytics ohne Bedenken einsetzen?

noch ein Nachsatz: auch wenn man selbst sein Profil als Websitebertreiber löscht, so hat man nur keinen Zugriff mehr auf die Daten. Die daten selbst werden von Google ausdrücklich nicht gelöscht.
Was macht das dann für einen Sinn??

@Oliver: Du machst einen entscheidenden und sehr großen Fehler wenn ich das mal so sagen darf…. Du fragst in Sachen Datenschutz nach dem Sinn! Das passt nicht.

Ich will nicht behaupten, dass Datenschutz unwichtig ist – im Gegenteil. Doch hier verlieren die Herren Datenschützer oftmals den Boden unter den Füßen… die Halt an die Realität.

Natürlich ist das Humbug wenn ICH keinen Zugang zu den Daten mehr habe aber im großen Topf weiterhin alles erhalten bleibt. Ähnlich ist es mit Cookies….. deren Lebensdauer spielt doch gar keine Rolle. Wie um Himmelswillen will ich anhand eines Cookies Dich erkennen etc.?

Wir sind in Deutschland. Und genau da liegt das Problem!

@Thomas: Das dürfte ein bisschen falsch rüber gekommen sein: ich hinterfrage nur den Output des Datenschutzbeauftragten. Meiner Meinung fängt durch diese Entscheidung die ganze Diskussion sinnloser Weise wieder von vorne an – das ist die Befürchtung. Ich sitz zum Glück in Österreich – aber dieser Wirbel aus Hamburg verunsichert alle Websitebetrieber – nicht nur in Deutschland!

@Oliver: Danke für die Klarstellung.

Dieser Wirbel wird wohl nie enden. Kaum kehrt etwas Ruhe ein findet einer wieder ein Pünktchen…. und schon gehts von vorne los. Manchmal macht es mir den Eindruck als müssten diese Datenschutzbeauftragten damit ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen.

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