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22. Juli 2011

Innovationstag der Bayern Tourismus Marketing GmbH – spannende Vorträge und gutes Networking auf der Burg

Ein Tag rund um Innovation im Tourismus mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH – spannende Vorträge und gutes Networking auf der Burg Wernberg

Gestern haben Peter Ferber (Leiter der Akademie für eTourismus) und ich (Daniel) den Innovationstag der Bayern Tourismus Marketing GmbH auf der Burg Wernberg besucht. Nach einem leckeren Begrüßungssnack und Gesprächen mit vielen Touristikern starteten die Vorträge zum Thema Innovation im Tourismus. Die Veranstaltung schloss mit der Verleihung des Bayerischen Innovationspreises für Angebotsgestaltung.

Innovation durch Regelbruch

Herr Prof. Wüthrich brachte ein paar spannende Thesen und Tipps, wie man mit bestehenden Mustern brechen kann, um wieder mehr Exzellenz und Innovation im Unternehmen sicherzustellen. Innovation durch Regelbruch – so die zentrale Aussage. Insgesamt ein guter und aufrüttelnder Vortrag, für den alleine das Kommen sich gelohnt hätte.

Anschließend stellte der Hausherr die Burg Wernberg vor – echt ein schönes Hotel und eine tolle Location für Tagungen, wenn auch oder gerade weil sehr entlegen in der Oberpfalz situiert.

Zahlen oder kulturalistisch-soziologische Herangehensweisen zur Trendforschung?

Herr Prof. Lohmann von der deutschen Reiseanalyse berichtete anhand vieler aber auch sehr trockener Zahlen von verschiedenen Trends im deutschen Tourismus. Die Anwendbarkeit dieser Zahlen stellt sich meines Erachtens in Frage, weil vieles sehr allgemein gehalten und auf klassische Marktforschungsmethoden fokussiert ist. Beispielsweise waren die Zahlen zur Social Media Nutzung im Reiseplanungsprozess wirklich nicht tiefgehend. Onlineverhalten und Reiseverhalten allgemein wird über eine Befragung abgebildet. Gerade wenn es um das Thema Urlaubsarten gibt, entstehen bei mir hier schnell Fragezeichen. Kann man in einer Gästebefragung dem Gast wirklich eine valide und im Nachfragefall begründbare Antwort zutrauen, warum er im Wellness- und nicht im Gesundheitsurlaub war? Weiß der Gast wirklich zwischen den touristischen Fachbegriffen zu unterscheiden? Und kann man einen Gast wirklich auf diese Art ansprechen, oder geht es nicht viel eher um Werte in der Ansprache?

An dieser Stelle gefällt mir die Limbic Map (R) der Gruppe Nymphenburg sehr gut, die die Ansprache von Kunden auf zentrale gesellschaftliche Werte und nicht mehr auf künstlich ersonnene Urlauber- und Zielgruppen herunterbricht. Solche neurowissenschaftlichen Methoden fehlen mir in der Touristik noch sehr. Durch Globalisierung, vielfältige Freizeitmuster und eine explodierende Anzahl von Angeboten sowie der unglaublichen Differenzierung im Urlaubsverhalten inklusive entsprechender logischer Brüche werden meines Erachtens Zielgruppenschemata ausgehebelt – vom Konsumenten.

Zukünftig gilt es meiner Meinung nach, mehr kulturalistische Herangehensweisen zu nutzen, um Urlauber besser zu verstehen, nicht nur in Taten, sondern in sozialen, soziologischen und neurowissenschaftlichen Perspektiven zu denken. Ein Beispiel könnte sein, statt ständig die tatsächliche Mediennutzung deskriptiv und quantitativ zu analysieren, die Medienkultur und Techniksoziologie besser zu verstehen.

Die Besucher mussten mitarbeiten

In einem Kurzworkshop wurde in Kleingruppen zu verschiedenen Oberthemen (Globalisierung, Gesundheit, …) gesammelt, wie die Teilnehmer diese Trends erleben, was es für Unternehmen bedeutet und wie die by.TM den bayerischen Tourismus zur Trendnutzung besser unterstützen könnte. Die Ergebnisse waren viele Karteikarten und sicherlich einige in einen Denkprozess gebrachten Gäste – so zeigte es sich nach dem Workshop in den Gesprächen.

Abendessen und Innovationspreis

Nachmittags um 16 Uhr verlagerte sich die Veranstaltung dann aus dem neu erbauten Ideengebäude  hinauf in die Burg zu einem sehr guten Essen aus der 2-Sterne Küche des Hauses. Danke, es war echt lecker! Während des Abendessens wurden die drei für den Innovationspreis nominierten Projekte vorgestellt : ein Kinderferienangebot des Ulrichshofs im bayerischen Wald (ein Kinderhotel par excellence), eine Schüler-Lehrer-Exkursionsfahrten-Plattform aus dem Allgäu und die glutenfreien Urlaubsangebote von Scheidegg. Letztere gewannen auch den Innovationspreis. Tolles Produkt! Eine Nische wurde hier mit bestem Fachwissen und mittels einer Kooperation mit einer passenden Gesellschaft perfekt in Wert gesetzt. Der Innovationspreis wurde von Frau Wiedenmann, Geschäftsführerin der by.TM und Herrn Lück, Ministerialdirigent des bayerischen Wirtschaftsministeriums, übergeben.

Beste Grüße und danke an die by.TM für die spannende Veranstaltung!

Daniel

Daniel Amersdorffer

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