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29. Juli 2011

Google Hotelfinder. Was ist neu?

Update (18.10.2011): Seit heute auch in Deutschland verfügbar

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Gestern  Abend hat Google mal wieder die Muskeln spielen lassen und  seinen neuesten Streich namens „Google Hotelfinder“ gestartet. Dieses Tool, welches bislang aber nur für Orte in den USA verfügbar ist, soll dem Internetnutzer die Suche nach einem Hotel in Zukunft vereinfachen. Dabei hat der Suchmaschinen-Anbieter seine übliche Google-Maps Hotel-Suchfunktion verfeinert und in ein eigenständiges Produkt verwandelt. Vor allem eine Reihe von neuen Filterfunktionen vereinfacht die Suche. Was ist also neu am Hotelfinder?

1. Der Kartenausschnitt

Während bisher in der Google Maps Hotelliste am linken Bildschirmrand alle Hotels gelistet sind, die sich auf dem momentanen Kartenausschnitt befinden, ermöglicht es der  Hotelfinder „Grenzen“ in Form eines (oder mehreren) frei definierbaren Vierecks zu setzen. So ist es möglich, seine Hotelsuche auf eine Straße oder eine bestimmte Auswahl von Häuserblocks zu konzentrieren. Außerhalb der Grenzen liegende Hotels werden dennoch angezeigt, auch wenn diese nicht in der Liste erscheinen. Praktisch dann, wenn man doch bereit ist einen Kompromiss einzugehen. Kennt man sich in einer Stadt nicht aus, erleichtert Google die Auswahl einer Gegend, indem es Bereiche optisch hervorhebt, die laut Google besonders oft von Besuchern frequentiert werden. Fraglich ist aber, ob sich jemand auf diese Angaben so ohne weiteres verlässt. Spannend wäre es dann, wenn die Check In’s meiner Google+ Kontakte darin integriert werden würden.

Las Vegas Auswahl

2. Dealauswahl

Eine bestehende Auswahl von Hotels kann genauer danach definiert werden, wie viel günstiger das Hotel gegenüber den Durchschnittspreisen  aus der Vergangenheit ist. Die Suchmaschine „merkt“ sich also die Preise und kann diese dann mit dem tagesaktuellen Preis vergleichen. Hier liegt meiner Meinung nach eine Schwäche des Produkts. Es scheint so, als würden hier sämtliche Preise aus der Vergangenheit herangezogen. Dabei wäre es sinnvoller für den Vergleich, Preise von vergleichbaren Tagen heranzuziehen. Mache ich beispielsweise in  Las Vegas den Versuch, und wähle eine Rate am Wochenende, ist der Preis hier fast immer 30, 40 % höher als „normal“. Umgekehrt, wenn ich ein Preis unter der Woche suche, „spare“ ich immer einige %. Warum nicht Montage mit Montagen vergleichen und Samstage mit Samstagen? Das wäre doch irgendwie aussagekräftiger?!  In anderen Orten, an denen möglicherweise unter der Woche die Hotels voll mit Geschäftsreisenden, und an den Wochenenden leer sind, wird sicherlich ein ähnlicher Effekt zu erwarten sein. Das gleiche gilt für Tage mit Messeraten.

Mit dieser Funktion scheint Google vor allem seiner Konkurrenz in der Heimat Paroli bieten zu wollen. Denn die Idee ist nicht neu: Bing hat eine ähnliche Funktion schon in der Hotelsuche integriert.

3. Vergleichbarkeit

In der Hotelliste können je nach Bedarf Detailinformationen ein- und ausgeblendet werden. So können nähere Angaben zum Haus, Photos oder die Bewertungen aus den Place-Pages angesehen werden. Hier ist dann der Einstieg in die Buchungssysteme der Intermediäre möglich mit denen Google kooperiert. Praktisch genau so, wie wir es auch schon seit einiger Zeit aus Google Maps gewohnt sind. Dank der Liste muss man nicht tausend weitere Fenster oder Tabs öffnen, über die man irgendwann den Überblick verliert. Schön ist die Möglichkeit, ähnlich wie bei einigen Online-Shops, eine eigene „Short List“ anzulegen, in der man besonders interessante Hotels speichern kann. Dadurch ist es möglich, sich in Ruhe alle in Frage kommenden Häuser  zu merken und später wieder zu finden.

Hotelfinder Hotelliste

Und nun?

Google bewegt sich mit diesem Produkt weiter hin zu einer vollwertigen Hotelsuchmaschine, bzw. hat ihn eigentlich damit getan. Und macht damit seinen Marktbegleitern wie Trivago das Leben in Zukunft wohl ein bisschen schwerer. Für die Intermediäre, die jetzt schon via Google Maps sichtbar sind, wird sich wohl erst mal nicht viel ändern. Für die, deren Raten in Google bislang nicht dargestellt werden, könnte es aber schwieriger werden. Nämlich dann, wenn die Hotelsuchmaschine von der breiten Masse akzeptiert und angenommen wird. Dann wird mehr Geschäft an denen vorbeilaufen, die dort nicht sichtbar sind.
Und die Hotels? Hier werden Standortvorteile wertvoller als sie es bislang sind. Dabei wird es darauf ankommen, ob ein Haus seinen Platz irgendwie „interessant“ machen kann. Würden Check In’s eine Rolle bei der Einstufung, wie oft ein Ort von Reisenden frequentiert wird, spielen, könnte das Hotel verstärkt versuchen Check In’s in Google+ zu generieren . Daneben müsste das Hotel aber auch versuchen, seine Umgebung für Besucher interessant zu machen. Wie das umzusetzen ist, und ob es überhaupt möglich sein wird, diese von Google nun definierten Frequentierungs-Bereiche zu beeinflussen, wird sich zeigen müssen.
Nachdem nun die Hotels seit vergangener Woche, mit dem Entfernen externer Bewertungen von den Placepages beim Sammeln derselben praktisch von null  beginnen müssen, kann man mit dem Hotelfinder am Horizont schon wieder die  nächsten Hausaufgaben erkennen, die auf die Hotellerie zukommen.

Soviel zu meinen Gedanken zu diesem Fall. Wie sieht es mit euren aus?

Tim Schuetrumpf

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