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16. April 2011

Zurück vom Online-Hotelkongress!

Zurück vom Online-Hotelkongress!

Anfang dieser Woche durfte ich  zwei Tage lang dem Online-Hotel-Kongress in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden beiwohnen und dort einige spannende und anregende Vorträge hören. Etwa 100 bis 120 Zuhörer konnten sich in den Vorträgen umfassend zum Thema eHotellerie auf den neuesten Stand bringen. Mit dabei natürlich, die immer wieder heiß diskutierten Dauerthemen Bewertungen, Hotelportale und auch soziale Medien in der Hotellerie.

Im Bereich der sozialen Medien stellten die relaxa  Hotels, die Travel-Charme Hotels und das Estrel Berlin Social-Media Guidelines vor. Diese sollen die Aufgaben und Kompetenzen hinsichtlich der Nutzung der sozialen Medien in den Hotels regeln, und auch einen rechtlichen Rahmen verleihen. Hotelleriesuisse stellte Ihre Zusammenarbeit mit Trust-You vor. Dem Monitoring-Tool vor, welches die systematische Überwachung der Gespräche über Hotels im Web 2.0 ermöglicht. Vor einiger Zeit haben wir an dieser Stelle ja auch schon einmal drüber berichtet.

Seitens der Buchungs- und Bewertungsportale standen sich die Verantwortlichen von verschiedenen Plattformen, darunter auch Unister und HRS in einer lebhaft geführten Diskussion gegenüber. Diese brachte interessante Aussagen zu Tage: Wie etwa, dass der ein oder andere Internetnutzer nicht in der Lage ist einzuschätzen, ob 5 Euro „Reservierungsgebühr“ auf  einem Buchungsportal zusätzlich zum Hotelpreis zu zahlen, eigentlich in Ordnung ist.
Ebenfalls ein intensiv diskutiertes Thema war der Trend der immer populärer werdenden Group-Buying-Plattformen wie Groupon. Die Branche ziehe sich hier eine Kundenklientel heran, die den Hotels praktisch keinen mittel- oder langfristigen Nutzen bietet. Diese “Geiz-ist-geil”-Gäste werden dann bei der nächsten halsbrecherischen Rabattaktion ins nächste Hotel weiterziehen weil sie gar nicht mehr bereit sind, einen angemessesnen Preis für ein Hotelzimmer zu bezahlen. Auch HRS, so berichtete Ulf Valentin, seines Zeichens Marketingmanager für Brand & New Media, in seinem Vortrag,  nimmt sich der „Deal-Problematik“ an. So ist man  diese Woche mit einer ähnlichen Plattform namens „DealDays“ innerhalb der Facebookpräsenz des Portals an den Start gegangen.

Am zweiten Tag liefen jeweils zwei Session parallel. Dabei richtete sich die erste Session an den Belangen der Kettenhotellerie aus, während in der zweiten Session Themen besprochen wurden, die besonders für Privathotels interessant waren. Dabei hatte ich als Referent die Gelegenheit ein Projekt vorzustellen, das wir in Zusammenarbeit mit dem Hotel otto in Berlin durchführen. Ich konnte den Zuhörern von unserem Konzept berichten, wie sich eine Online-Strategie eines Hotels messbar machen lässt. Sprich: Wie hoch sind denn die Vertriebskosten, die mir als Hotelier durch all meine Aktivitäten im Netz eigentlich entstehen?

Am Nachmittag konnte ich in den Masterclass-Sessions einige interessante Informationen hinsichtlich der juristischen „Fallen“ im Social Web erfahren.  So zum Beispiel, dass man Menschen bei der Ausübung einer gleichzeitigen Tätigkeit fotografieren darf, aber auch nur dann, wenn die Menschen dies gemeinsam tun. Verstanden? Nein? Ist auch nicht ganz einfach, denn, so bekam ich auf Nachfrage bestätigt, die Grenzen zwischen erlaubt und nicht erlaubt, sind in vielen Fällen fließend.

Was kann man abschließend zum Online-Hotel-Kongress festhalten? Für mich sind das zwei Dinge: Erstens:  Social Media wird mittlerweile in der Branche als erwachsen und nutzenstiftend angesehen. Das zeigt der professionellere Umgang mit Social Media anhand von eigenen Guidelines, sowie auch die Entwicklung, dass man sich intensiver mit den rechtlichen Aspekten dieses Themas beschäftigt. Zweitens  wird es spannend bleiben, die Reiseplattformen zu beobachten und zu sehen, wie diese sich der neuen Konkurrenz in Gestalt der Dienste wie Groupon und Co. annehmen werden.

Viele Grüße,

Tim

Tim Schuetrumpf

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