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14. März 2011

Mobiles Internet im Tourismus – über die Sinnlosigkeit von nativen Apps am Beispiel der ÖW-WebApp

Zur ITB 2011 veröffentlicht die Österreich Werbung eine WebApp, erstmal  speziell angepasst  für das iPad. Jeder Stand in der Österreich Halle wartet mit einem iPad und der dazugehörigen brandneuen WebApp auf die Besucher. Um Missbrauch zu vermeiden wurde auf der ITB die Webapp über eine App aufgerufen (=hybride App) und der Home-Button per Metallcase “gesperrt”.

ÖW WebAPp

Bisher war die Österreich Werbung mit iAlps und iSki vertreten – setzte hier also auf native Apps. Zudem gab es bisher auch die austria.info in einer mobilen Version. Die WebApp geht neue Wege – statt einer nativen Applikation wurde hier auf eine WebApp, erstmal optisch speziell für das iPad gelayoutet, gesetzt.

Manch einer wird jetzt fragen, warum keine native iPad App, wenn doch iPads auf den Messeständen vorhanden sind? Die Vorteile von WebApps liegen, im Anbetracht des aktuellen App-Wahns, wahrscheinlich nicht direkt auf der Hand. Wer etwas von sich hält veröffentlicht zumindest eine iPhone, wenn nicht sogar eine Android App. Ist es doch, so wird vermutet, für den Benutzer einfacher eine App im gewohnten App Store herunterzuladen. Außerdem können native Applikationen einen ganz anderen Standard erreichen, als WebApps. Immerhin sind WebApps einfach nur für mobile Endgeräte angepasste Webseiten und keine Programme.

Think again! Wir haben uns in unserer Studie über mobile Applikationen im Tourismus  mit Vor- und Nachteilen von nativen, hybriden und Web-Apps beschäftigt. Zwar befinden wir uns weiterhin in der Hochphase von nativen Applikationen, jedoch sind wir davon überzeugt: Die Welle appt ab – Problematiken, wie die immer weiter fortschreitende Zensur von Apple auf ihren „walled garden“ und die für 2011 erwartete Diversifizierung des Tablet Marktes durch Konkurrenzprodukte anderer Hersteller, werden die Verbreitung und den Erfolg von WebApps vorantreiben. Bisher haben immer offene Standards langfristig mehr Einfluss ausgeübt als geschlossene Systeme.

Einige Vorteile von WebApps kurz zusammengefasst:

  • Kompatibel zu ALLEN Plattformen (mit HTML5 fähigem Browser)
  • Programmcode in HTML5 und CSS
  • Einmaliger (geringer im vgl. mit XCode Touch o.ä.)  Programmieraufwand
  • Anpassung an Displaygrößen mit CSS
  • Zugriff auf APIs der Smartphone Sensoren – GPS und co. also auch per Webseite nutzbar!
  • Offline-Funktionalität
  • Direkte Distribution
  • Einfache Wartung/Updates
  • Weiter wachsender Funktionsumfang von HTML5

Die WebApp der Österreich Werbung zeigt, dass eine native App nicht mehr unbedingt notwendig ist. Das Look and Feel, der Funktionsumfang und die Bedienung kommen  einer nativen App gleich, kann aber mit jedem Tablet mit HTML5-fähigem Browser angesehen werden . So hat die ÖW WebApp bestimmt auch nach der ITB  noch eine Zukunft als Österreich Informationsmedium für Tablets und auch weitere mobile Endgeräte mit HTML5 Fähigkeiten….

Wer sich kein eigenes Bild auf der ITB machen konnte, kann unter folgendem Link die WebApp ausprobieren (funktioniert auch im normalen Browser): http://sommer.austria.info/itb/vendor_ep.php?id=79

Viele Grüße,

Daniel

PS. Ja. ein wenig provokant der Titel 😉

Daniel Amersdorffer

Kommentare

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Mobiles Internet im Tourismus – über die Sinnlosigkeit von nativen Apps am Beispiel der ÖW-WebApp

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