ITB Berlin 2011 – ein Rückblick und ein Ausblick

Die ITB Berlin 2011 ist vorbei – zahlreiche interessante Gespräche über aktuell laufende aber auch über zukünftige Projekte liegen hinter uns. Nun erlauben wir uns einen kurzen Rückblick auf die ITB.

Der erster Eindruck war sehr erfreulich – die Branche ist gut gelaunt in die ITB gestartet. Bereits am Dienstagabend bei der Award Night des Travel Industry Clubs berichtete uns jeder Gesprächspartner, wie gut es doch gerade läuft und wie viel Arbeit jeder hat. Diese positive Einstellung wurde durch die Katastrophe in Japan jäh überschattet – die Auswirkungen für die Weltwirtschaft und somit auch für den Tourismus als globalisierte Branche sind alles andere als abschätzbar.

Betrachtet man die ITB nun im Hinblick auf unser Thema “Internet/Social Media” so gibt es folgende Veränderungen:

- die Bedeutung des Themas nimmt bei allen Akteuren im Tourismus zu. Der größte Bedeutungszuwachs ist bei großen Reiseveranstaltern zu verzeichnen – was sicher aber auch an der mangelhaften strategischen Beschäftigung mit dem Thema bzw. mit der fehlenden Priorisierung der Thematik (Vgl. hierzu TUI kündigt Ende des Reisebüro-Online Gegesatzes an) liegt.

- das Thema Social Media unterliegt einem Bedeutungswandel – wurde im letzten Jahr auf der ITB vor allem in Projekten und Tools gedacht, so konnten wir in unseren Gesprächen feststellen, dass verstanden wurde, dass Social Media prozessortientiert angegangen werden muss. Hierfür müssen Strategien in den Unternehmen erarbeitet werden.

- das eine Top Thema (Facebook) wie im letzten Jahr gab es in diesem Jahr nicht. Location Based Services (Foursquare und Co.) konnten diese Lücke nicht füllen – eher wurde “olle Kamellen” neu und anders diskutiert. Das Thema Bewertungen beispielsweise wurde durch Unternehmen (CustomerAlliance, TrustYou, etc) erneut in die Branche getragen und gewinnt in der täglichen Arbeit vermehrt an Relevanz. Was auch an der steigenden Bedeutung des Themas bei der Suchmaschinenoptimierung bei Google liegt.

- Social Media wird  nun auch von Unternehmen der late majority (Innovationsadaptionstheorie) eingesetzt. Die Motive liegen hier vor allem darin, dass es ja alle machen und man als Unternehmen darauf vermeindlich nicht verzichten kann. Das Ergebnis sind vorwiegend mehr oder weniger sinnvolle Facebook- und Twitteraccounts, die nicht in Unternehmensprozesse integriert sind.

- Immer mehr Studien beschäftigen ausschließlich oder auch mit dem Thema Social Media. Beispielsweise soll hier die Reiseanalyse genannt werden – erste Ergebnisse finden sich im Daten & Fakten-Bericht des VIR. Allerdings wird immer versucht das Thema aus Sicht des Gastes zu beleuchten – diesen Methoden sind allerdings zumeist sehr fragwürdig, in Bezug auf die tatsächliche Aussagekraft. Kann ein Gast tatsächlich formulieren, welche Medien einen Einfluss auf sein Handeln haben? Wir denken nein! Hier muss ein Paradigmenwechsel in der eTourismus-Forschung stattfinden, um die tatsächlichen Relevanz der sozialen Medien aus Sicht des Gastes bewerten zu können. Wir betrachten in unserer Forschungsarbeit im Social Media-Bereich im Moment vor allem aus Anbieterperspektive – kommende Woche folgen hierzu mehr Infos.

Insgesamt kann man in Bezug auf Tourismuszukunft sagen, dass wir aus den institutionalisierten Events fachlich wenig Neues (ITB Kongress, eTravel World, etc) mitnehmen könnten! Anders sieht es bei den direkte Gesprächen mit relevanten Anbietern  und Verbänden (IHA, ÖHV, HSMA) aus – danke für die tollen Infos und News im Bereich (e)Tourismus.

Fazit: die ITB wirkt – vor allem auf Dialogebene – solche Messen wird und muss es immer geben! Ob man die Jäger- und Sammlermesse noch braucht, steht auf einem anderen Blatt.

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2 Kommentare zu “ITB Berlin 2011 – ein Rückblick und ein Ausblick”

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Nachlese zum Thema Social Media auf der ITB unter http://tinyurl.com/5u38jay

[...] zu diesem Thema.Die Österreich Werbung hat auch in diesem Jahr Interviews zu Trends auf der ITB in Berlin geführt. Ich durfte in diesem Jahr auch meine Meinung dazu angeben – das Ergebnis sehr [...]


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von links: Jens Oellrich, Michael Faber, Daniel Amersdorffer und  Florian Bauhuber

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