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7. Februar 2011

Social Media Agenturen im Tourismus – ein Appell an die Branche!

Social Media Agenturen im Tourismus / in der Touristik verstehen Ihre Aufgaben in touristischen Unternehmen durchaus unterschiedlich – drei unterschiedliche Ansätze scheinen sich herauszubilden.

1. die sprechenden Social Media Agenturen

2. die operativ helfenden Social Media Agenturen

3. die strategisch begleitenden Social Media Agenturen

Im folgenden Artikel würde ich gern auf die drei Gattungen eingehen und ihr Stärken & Schwächen besprechen und diskutieren – und einen deutlichen Appell an die Branche richten!

1. Sprechende Social Media Agenturen sind in vielen Fällen aus PR Agenturen hervorgegangen oder haben PR Hintergrund. Sie verstehen sich als Kommunikationspartner, d.h. sie übernehmen nicht nur Programmier- und Designdienstleitungen sondern konzentrieren sich auf Kommunikation im Social Web. Das heißt, die Kommunikation über touristische Leistungen und Produkte geht auf die Agentur über.

Vorteil: kurzfristig implementierbar, einfacher Einstieg ins Social Web, keine Strukturveränderung in Unternehmen notwendig

Nachteil: Kommunikation oft unpersönlich, unauthentisch und unglaubwürdig; keine systematische Integration von Social Media in Unternehmensprozesse

2. Operativ helfende Social Media Agenturen verstehen sich als Dienstleister in Bezug auf Design & Programmierung – Hintergrund zumeist klassisches Internetagenturgeschäft (SEM, Programmierung, SEO). Die Kommunikation bleibt beim jeweiligen touristischen Unternehmen. Für Social Media werden in Form von Kampagnen Dienstleistungen umgesetzt – die Herangehensweise ist zumeist nicht prozess- sondern projektorientiert!

Vorteil: Kommunikation liegt bei Unternehmen und wird dadurch glaubwürdig und authentisch. Kampagnen schaffen Aufmerksamkeit in Unternehmen und bei Entscheidern

Nachteil: Prozesse in Unternehmen werden nicht verändert und nur aus operativen Gesichtspunkten verändert, Nachhaltigkeit fehlt

3. Strategisch begleitende Social Media Agenturen konzentrieren sich auf Unternehmensziele und die holistische Integration von Social Media in das Gesamtunternehmen – Hintergrund Unternehmensberatung. Die Kommunikation obliegt beim Kundenunternehmen; Programmierung und Design treten in den Hintergrund – der Fokus liegt der Veränderung auf Strukturen und Prozessen in touristischen Unternehmen.

Vorteil: glaubwürdige authentische und gelebte Kommunikation; nachhaltige Veränderung der Unternehmen und Geschäftsmodelle, effektiverer und effizienterer Einsatz von Social Media

Nachteil: Erfolge werden oft erst auf mittel- bis langfristige Perspektive ersichtlich; höhere finanzielle Kosten zu Beginn des Prozesses (mehr Beratungstage am Anfang notwendig);

Touristischen Unternehmen müssen sich klar werden, wie intensiv sie sich mit dem Thema Social Media beschäftigen wollen (Integrationsgrad?) und wie viel sie in das Thema investieren (zeitliches und finanzielles Budget) wollen. Wir wünschen uns hier eine klare und offene Kommunikation aller Akteure in Richtung der touristischen Unternehmen.

Social Media ist kein Hype, sondern relevant für jedes touristisches Unternehmen – wir dürfen nur  nicht den Fehler machen, falsche Erwartungen zu schüren!  Deshalb unser Appell – kommuniziert klar Eure Vorteil UND Nachteile und pegelt somit die Erwartungen richtig ein– von Beginn an! Freu mich auf die Diskussion mit Euch!

P.S.: Wir sind eine strategisch begleitende Social Media Agentur für den Tourismus.

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation

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