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Google Local Search – Google Place anlegen wird wichtiger denn je!

Auf Google werden verschiedene Arten von Suchanfragen ausgeführt. Einen sicher nicht unerheblichen Bestandteil machen dabei lokalspezifische Suchanfragen aus, z.B. Begriffe wie “Hotel Eichstätt” oder “Frisör München Sendling“. Und genau für diese lokalen Suchanfragen ergeben sich zur Zeit gewaltige Veränderungen:

Lokale Suchen werden durch die steigende mobile Nutzung des Internets immer wichtiger. Diverse Studien und Marktdaten zeichnen alle ein klares Szenario: die mobile Internetnutzung via Smartphone und UMTS-Laptops wird die stationäre Internetnutzung bald überholen. Menschen sind unterwegs und suchen wesentlich spontaner als früher nach einem Hotel, Restaurant etc. Vorbei ist die Zeit, als man noch nach Berlin gefahren ist und alles schon vorher herausgesucht und ausgemacht hatte. heute wird teilweise eine Stunde vorher entschieden, welches Museum interessant ist, welche Veranstaltung abends besucht wird. Branchenbuch, reiseführer und Konsorten gehen in ihrer Nutzung ständig nach unten zugunsten eben dieser immer kurzfristigeren lokalen Suchanfragen.

Die Zuordnung von Ortsangaben zu seo-relevanten Inhalten gewinnt an Bedeutung. Da die Anzahl der lokalspezifischen Suchen relativ gesehen ansteigt innerhalb aller Suchanfragen ansteigt wird es immer wichtiger, als Hotel und Tourismusverband seine vom Kunden nachgefragten geographischen Bezeichnungen zu kennen und an seo-relevanten Stellen der Webpräsenz einzusetzen (auf externen Plattformen in Beschreibungstexten und Schlagwortfeldern; auf der Webseite zur Suchmaschinenoptimierung). Die Ortsangabe gewinnt auch an Bedeutung, da viele mobile Endgeräte via GPS-Sensor die Suchergebnisse automatisch an den Aufenthaltsform anpassen – sogar auf dem normalen Computer ist das etwas rudimentärer allerdings, schon der Fall.

Google “lokalisiert” seine Suchergebniss-Seiten. Google bietet seit geraumer Zeit das Google Branchencenter, in das sich jedes Geschäft (Hotel etc.) selbst eintragen konnte, teils wurde der Eintrag auch automatisiert aber weniger gut erstellt. Das Google Branchencenter wurde aufgebohrt durch Google Places – ein Art Branchenbezug mit starkem geographischen Bezug. Jeder Branchenbucheintrag bekommt seine eigene “Seite” in Google – eine so genannte Places Seite. Auf dieser werden relevante Inhalte, Bilder unsw. verschiedener Plattformen aggregiert – für Hotels sind dies Beschreibungstexte, Bewertungen, Bilder, Videos etc. – sucht man nach ortsbezogenen Dingen – so beispielsweise “Hotels Eichstätt” – erscheinen nun genau diese Places als Listung:

Screenshot zeigt Google places aufgelistet

Was ergibt sich daraus?

  • Früher wurde eine Karte des Ortes dargestellt, daneben die Hotels mit Weblink zum Hotel. Heute werden die Google Places dargestellt als Liste, die Karte ist anch rechts in die Randspalte gewandert.
  • Momentan gelangt zum Google Place, wenn man das Bild anklickt – die URL des Hotels ist also immer noch recht prominent und somit wird von Google NOCH die Direktbuchung ermöglicht.
  • Den Google Places kommt damit viel mehr Aufmerksamkeit als zuvor zu, sie müssen so optimiert werden, dass sie interessant genug sind, angeklickt zu werden.
  • Bewertungen werden extrem prominent platziert, bei Hotels ganz besonders, aber auch sonst recht deutlich bei allen lokalen Suchanfragen.
  • Je härter umkämpft und je häufiger nachgefragt ein Suchbegriff, desto wahrscheinlicher ist es, dass eben auf diesen Begriff extrem optimierte und starke Portalseiten noch die ersten 1-4 Plätze vor dden Places einnehmen (Beispiel: Hotels Berlin Mitte) oder die Liste eine andere (an der alten agelehnte) Erscheinungsform hat.

Google search mit Google Places und normalen Suchtreffern

Uns sieht ein Google Place aus aktuell:

Screenshot Google Place Eintrag

Was können Hoteliers tun?

  • Ihre Keywords (v.a. geographische Begriffe aber auch weitere Keywords) recherchieren – was wird am meisten vom Kunden gesucht? Keywords unbedingt für folgende Schritte nutzen:
  • Ihre Bewertungszahl erhöhen und auf eine gute Qualität der Bewertungen abzielen!
  • Inhalte zum Hotel auf Tripadvisor und Konsorten aktuell und interessant halten!
  • Bilder und Videos in großen Medienplattformen einpflegen!
  • Ihren Place beanspruchen und mit den richtigen Keywords und guten Bildern “bestücken”

Was können Destinationen tun?

  • Den Hoteliers helfen, die Neuerungen der lokalen Suche zu verstehen und dem Thema Bewertung aufgeschlossen gegenüber zu stehen.
  • Langfristig eine zu große Abhängigkeit von Google vermeiden und mehrere Vertriebskanäle aufmachen helfen.

Was könnte passieren?

  • Google könnte den Buchen-Button einführen, entweder auf Basis eigener Daten oder gegen Provisionszahlung, direkte Weblinks von Hotels verbannen, die Places noch weiter prominent platzieren.
  • Noch sind allerdings die Werbeeinahmen von HRS und co. zu groß um so einen Schritt zu machen – und durch die neue Gestaltung müssen HRS und co. noch mehr Paid Traffic wie jemals zuvor einkaufen. Vielleicht ist auch das ein Teilziel der Veränderungen.

Es bleibt auf jeden Fall spannend.

VG Daniel

1 Kommentar zu
Google Local Search – Google Place anlegen wird wichtiger denn je!

zu ‘Google könnte den Buchen-Button einführen … Noch sind allerdings die Werbeeinahmen von HRS und co. zu groß um so einen Schritt zu machen’

GOOGLE WIRD DEN BUCHEN-BUTTON EINFÜHREN:
5 gute Gründe und was wirklich von Interesse ist

Wenn man sich die Googleperspektive zueigen macht und die bisherige Entwicklungsrichtung anschaut, dann ist der Buchenbutton eine naheliegende und offenkundige Konsequenz.

1 Immer dort, wo sehr viel gleichartiger Traffic hingeht, ersetzt Google die standardisierten Suchergebnislistings durch formalisierte Themenportale (Bsp. Mapping&Routing) und eliminiert teilweise ganze Branchenbereiche (dort: kostenpflichtige Kartenanbieter)

2 Schon vor Jahren hat Google erklärt, man wolle aus dem Anzeigengeschäft in das provisionierende Affiliategeschäft vordringen

3 Google kann hierbei starken homogenen Traffic multipliziert mit starken Werbeerlösen als Indikator für aussichtsreiche Branchenbereiche aus den eigenen Datenbanken destillieren

4 in einem anderen ‘verwandteren’ Geschäftsfeld, dem der Displaywerbung, ist nicht erkennbar, dass Google das bedeutungsvolle Agentursegment in irgendeiner Weise schont, dass mit dem SEM-Bereich riesige Mengen Gelder für Markenartikler in Adwords kippt: Mit dem Aufbau eines integrierten Marktplatzes ist Google ganz offen dabei, alle Mittler zwischen (konkurrierenden) Werbeträgern und Werbekunden zu beseitigen

5 Google zieht ein Großteil der etablierten Wertschöpfungsschritte auf dem Weg zur Hotelbuchung auf die eigene Seite: Lokalisierung von Hotels, Konsolidierung der Bewertungen (verschiedener Dienste), Detailinformationen, Listingdarstellungen, Bildmaterial UND Google ist meist die erste Plattform, auf der der Onliner sein Kaufinteresse offenbart (und das nicht notwendigerweise erst mit der Suche: er nutzt vielleicht auch Gmail und/oder den Googlekalender)

Interessant ist eigentlich somit nur, WAS Google hinter einen Buchen-Button für einen Dienst legen würde. Sinnvollerweise würde der Buchenbutton in Verbindung mit einer Verfüpgbarkeitsanfrage stehen – also ‘von’ und ‘bis’ enthalten sowie ‘ähnliche Hotels’ und eine Radiusselektion in km (miles). Dahinter würde eine konsolidierte Darstellung der Angebote der verschiedenen Reservierungsdienste und Veranstalter erscheinen (und somit die Wertschöpfungsstufe der immer beliebteren Preisvergleichsseiten vereinnahmen). Die OTAs und Veranstalter ‘besitzen’ nämlich Kontingente zu unterschiedlichen Preisen. Allerdings – wenn dies bei Google transparent gemacht wird, dann ist genau dieser Besitz entwertet, der zuvor eine Verzerrung des Marktes zugunsten der ‘eigenen’ Nutzer darstellte – schlimmer gar, der Vorteil wird zum Nachteil, denn der Hotelier bekommt nun zulasten der anderen OTAs immer die Buchungen des niedrigstpreisigen Systems. Während also die OTAs entscheiden müssen zwischen Verzicht auf Google-Traffic oder Verzicht auf ihren einzigen echten Mehrwert, werden die Hoteliers Einheitspreise machen und ein erhebliches Interesse entwickeln, direkt über Google gebucht zu werden, um die OTA-Provisionen zu umgehen. Der OTA hat währenddessen lediglich die Möglichkeit, den Preis durch teilweise Preisgabe der eigenen Provision zu verbessern oder irreführende Preismodelle wie in der Luftfahrt zu fahren. Der Buchenbutton, der hier wie eine Zäsur im Verhältnis von Google zu den anderen Marktteilnehmern dargestellt wird, ist lediglich ein unbedeutender Randstein auf dem Weg, Hotelinventardaten für jedermann transparent und erreichbar zu machen – und dies insgesamt nur ein Millimeterstrich auf dem Pfad, alle Daten der Welt schnell und leicht erreichbar zu machen, den Google in Siebenmeilenstiefeln geht. Von hier aus zurück geschaut über den Kommentar und den kommmentierten Artikel stellen sich die Werbeausgaben bei Google, die weitestgehende Öffnung und sogar Lenkung des Zugriffes auf den eigenen Datenschatz durch Google in einem fatalen Licht dar. Vielleicht hat der Tag, an dem der Buchenbutton kommt doch einen hohen Stellenwert: Er bringt die Erkenntnis, dass der Googleslogan ‘don’t be evil’ keine Selbstverpflichtung, sondern ein Imperativ ist. Der Googlegeschäftszweck ist: ‘Eliminate the middle-man’.

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