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6. September 2010

Der Trivago Trick – mach den Fairness-Check!

Betreff: Kooperationsangebot von Trivago: Trivago versendet gerade Mails an Tourismusorganisationen / Destinationen – man könnte hier nachfragen, ob die Tourismusorganisationen hier vorher ihre Zustimmung gegeben haben – aber darüber will ich jetzt gar nicht sprechen. Diese E-Mails sehen so aus (Ansprechpartner anonymisiert):

“Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist XXXX und ich bin bei der Firma trivago für den Bereich XXX  zuständig.

trivago ist ein kostenloser Onlinereiseführer mit europaweit 8 Millionen Besuchern pro Monat. Außer in Deutschland wird trivago in 21 weiteren Ländern angebotenen. Im Zuge der ständigen Weiterentwicklung unserer Plattform haben wir einen Reiseführer für  XXX eingerichtet (www.trivago.de/XXXX).

In diesem Zusammenhang bieten wir Ihnen jetzt die Möglichkeit, Ihre Internetseite www.XXX.de) kostenlos international zu präsentieren. Unser Kooperationsangebot, dass sich exklusiv an offizielle Tourismusorganisationen richtet, umfasst zwei Aspekte:

Wir bieten Ihnen zur Steigerung Ihrer Sichtbarkeit einen Premium-Eintrag in Form einer Infobox auf unserer Übersichtsseite für die Region XXX an. Ein Beispiel können sie sich unter www.trivago.de/koeln-15481 ansehen.

Im Gegenzug verlinken sie uns auf ihrer Seite zurück. Dafür sind zwei Formate denkbar. Entweder durch einen Textlink in Form eines Logos (www.suedtirol.info) oder durch die Veröffentlichung von nutzergenerierten Inhalten zu ihrer Region mit einem Widget (www.koelntourismus.de).

In der Kombination beider Aspekte steigern Sie nachhaltig die Besucherzahlen Ihrer Webseite. Ausführliche Informationen zu unserem Kooperationsangebot finden Sie unter http://imgpe.trivago.com/contentimages/company/trivago_tourismuszentralen.pdf. Alternativ zum Download: http://imgpe.trivago.com/contentimages/company/trivago_tourismuszentralen.pps.

Ich hoffe Ihr Interesse geweckt zu haben und freue mich auf Ihr Feedback. Gerne stehe ich Ihnen bei Rückfragen persönlich zur Verfügung.”

Was passiert hier? Trivago bietet im Contentbereich ihrer Seiten vermeindliche “Links” zu den Destinationen (die aber keine echten Links sind – macht mal Javascript aus, dann werdet ihr das sehen). Dies wird so geschickt formuliert, dass es für Destinationsverantwortliche nur schwer ist, den Unterschied zu verstehen – geschweige denn nachzuvollziehen, welchen Gegenwert sie zur Verfügung stellen.

Im Gegenzug erhält Trivago nämlich einen echten (Follow)Link von der Destinationsseite, die zumeist sehr alt und somit glaubwürdig sind – also einen sehr hohen Wert haben (damit wird eine Buchungsseite gestärkt – für Destinationen, die sich als Incomer verstehen eine direkte Konkurrenz)! Ist das fair? Wir denken nein – ein echter Linktausch wäre fair! Aus unserer Sicht wird in diesem Fall das fehlende Wissen auf DMO-Seite “intelligent” genutzt – langfristig  macht man sich so keine Freunde unter den Destinationen!

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation

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