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31. Juli 2010

Die schwarze Dame im Müllsack – traurig aber wahr.

Vor ein paar Monaten habe ich erste Gerüchte über SIE gehört… Sie kommt aus Amerika, sie sieht wirklich gut aus und ist ganz innovativ gekleidet – so die Gerüchte. Je mehr Gerüchte über sie, die Dame in schwarz, zu mir durchdrangen, desto größer wurde mein Appetit, sie näher kennen zu lernen. Bis dahin war das vereinzelt glücklichen Barbesuchern oder ausgewählten Bloggern vorbehalten… als ob die was Besseres wären, aber so ist das Leben eben manchmal…

Monate später, so im Juli, neue Gerüchte. Die Dame würde jetzt auch nach Europa kommen. In vielfacher Ausführung. Scheinbar finde nicht nur ich sie attraktiv, dein so eine große Firma mit einem rosanen T (über die ich ja eh schonmal berichtet habe) – denn diese Firma kauft in Deutschland gleich mal alle verfügbaren Exemplare der schwarzen Dame – und alle anderen gehen leer aus. Fast so ähnlich wie in einer Monarchie – die größten schnappen sich alles und die anderen schauen dumm aus der Wäsche.

Frankreich macht alles besser – das wusste ich schon immer. Croissants, Baguette usw. Und außerdem kann dort jeder, der will, die schwarze Dame kaufen. Auch ich. Gesagt getan und sie wird mir zu einer französischen Adresse geliefert und dann weiter zu mir – danke nochmal…

Am 19.7. bekomme ich sie in einer handlichen Schachtel, der Paketmann ruft mich an… “Paket liegt auf der Schwelle, nur dass sie wissen, mann. Aber würde ich das bald holen, weil is teurer drinn…” – äh ja gut. Toll gemacht. Fängt ja echt super an. Wie ein Irrer nach Hause geradelt und meine neue Dame geborgen.

Dann aber die Enttäuschung – sie sieht einfach nur gut aus. Aber eben mehr auch nicht… Die Inbetriebnahme :) verläuft ja noch ganz ok, aber dann die ersten Rückschläge – die Gesprächsqualität ist echt miserabel … so meine alte Freundin aus Finnland hat da noch deutlichere Gespräche geliefert. Und wenn man sie zu sehr umarmt, die schwarze Dame, dann wird sie total bockig und verweigert sich komplett.

Die Firma, die die Dame geliefert hat, hat damit wirklich einen Riesenbock geschossen. Für jede wirkliche Annäherung ist meine schwarze Dame unbrauchbar und ich muss sie entweder in einem Müllsack aus dickem Gummi verstecken (das nennt sich dann neudeutsch “Case Programm” – oder mit ihr via Kabel kommunizieren. Ihren eigentlichen Zweck hat sie damit total verfehlt – nämlich gute Gespräche in jeder Lebenslage.

Zum zurückschicken ist sie leider zu schön die schwarze Dame und ich hoffe, dass dieser Herr Jobs da noch eine bessere Lösung findet – zum Beispiel eine neue Dame im Austausch. Müllsäcke verschenken ist ein wenig trivial.

Daniel Amersdorffer

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