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Augmented Reality in Südtirol

Das Südtiroler Land, genauer gesagt Peer Internet Solutions, hat nun eine Augmented Reality Applikation für Android- und Smartphones entwickelt. Diese Applikation wurde auf Basis von „Mixare“ entworfen. Diese ist eine „Open Source Augmented Reality Engine“, welche von jedem Entwickler verwendet werden kann, um seine eigene Applikation darauf aufzubauen.

Die Innovation daran ist, dass diese Applikation unter einer Open Source Lizenz (GPLv3) veröffentlicht wurde. Somit steht sie zum Beispiel für alle Destinationsmarketingorganisationen (DMOs) komplett frei zur Verfügung.
Mit dieser App für Südtirol ist es nun möglich, Daten über die Destination direkt auf dem Handy abzurufen. Die Augmented Reality, beziehungsweise die erweiterte Realität, zeigt hier auch Infos an, die man mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Der Nutzer muss lediglich sein Handy in Richtung eines für ihn interessanten Objekts richten. Auf dem Bildschirm erscheinen darauf alle relevanten Informationen für dieses Objekt. Dieser Dienst kann somit für Touristen, oder sonstige Interessenten, extrem nützlich sein, um eine neue Form des Urlaubserlebnisses, oder eben der Nachrichtenbeschaffung zu erleben.
Mit dieser Applikation kann man sich nicht nur Informationen über verschiedene Attraktionspunkte bekommen. Wenn man sein Handy in eine bestimmte Richtung richtig, werden auch Sehenswürdigkeiten oder Hotels mit entsprechender Bettenauslastung angezeigt.
Somit kann jeder Besucher der Destination alle für ihn wichtigen Informationen direkt auf dem Handy abrufen. Dieser Ablauf erleichtert die Beschaffung von Informationen enorm und auch der Zeitaufwand hält sich hier in Grenzen. Christian Peer hofft auf eine große Resonanz und überlegt momentan, auch eine Applikation für das iPhone zu entwickeln.

Hier die Demonstration von mixare in Eppan (Südtirol)

2 Kommentare zu
Augmented Reality in Südtirol

Mixare sieht recht vielversprechend aus!

Ich frage mich aber ein wenig warum alle eine eigene App entwickeln. Mit Wikitude und Layar (in den Bergen nur bedingt tauglich, weil keine Z-Achse) gibt es doch bereits sehr gute Anwendungen, in denen man seine Inhalte sehr gut integrieren und darstellen kann.

Wikitude ist neben dem iPhone und Android auch noch für Nokia und somit für eine noch breitere Kundenbasis verfügbar.

In meinen Augen hat das dann auch den Vorteil, dass man sich auf die Inhalte konzentrieren kann und die Weiterentwicklung der Software nicht selbst machen bzw. finanzieren muss.

In der Region Schladming-Dachstein habe ich es zum Beispiel so realisiert.

@Peter: Auch wir hatten ursprünglich auf eine der verfügbaren AR-Apps (die übrigens alle ausgezeichnet funktionieren) aufgesetzt und im letzten Jahr sozusagen schon eine fertige Suedtirolerland.it-AR-App auf unseren Android-Handys am Laufen. Nur haben wir dann das Problem mit den Höhen entdeckt, die Punkte wurden nur selten in der richtigen Höhe angezeigt. Und das ist in einer Berglandschaft wie dem Südtirolerland natürlich nicht so toll.

Nachdem dieses Problem nicht zeitnah gelöst wurde (es bestanden auf Herstellerseite andere Prioritäten, was ich auch sehr gut verstehe), haben wir uns nach einer Open Source AR-Engine umgeschaut, und keine wirkliche Alternative gefunden. Und da AR ein heißes Thema ist haben wir uns dann nach einiger Diskussion dazu entschlossen, eine solche AR-Engine als Free Software zu entwickeln.

Es ist also nicht eine eigene Ego-App, sondern ein erster Entwurf, bzw. ein Vorschlag für eine Open-Source AR-App. mixare hat also NUR (!) als Free Software seine Daseinsberechtigung, wobei die Open-Source Lizenz mehrere Vorteile hat: wir müssen uns z.B. nicht selber ums Testen auf den dutzenden Android-Handys kümmern. Das erledigt die Free-Software Community für uns. Schon in den ersten drei Tagen haben wir zahlreiche sehr wertvolle Rückmeldungen erhalten.
Dann haben wir heute den Source-Code online gestellt. Ich bin mir sicher dass es nicht lange dauern wird, bis erste Patches von der Community zurückkommen. Weiters haben wir schon ganz konkret zwei Informatik-Studenten, welche das Projekt zum Thema Ihrer Diplomarbeit machen möchten (wenns von den Unis auch akzeptiert wird). Einmal für die Weiterentwicklung auf der Android-Plattform, und einmal (man höre und staune 😉 ) für die Portierung aufs iPhone. Dies z.B. wäre mit einer proprietären Lösung nicht so leicht möglich…

Wie auch immer: die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob ein ausreichend großes Interesse an einer solchen Free-Software Variante einer AR-Engine besteht, um das Projekt wachsen zu lassen. 🙂

P.S.: Übrigens, wegen Nokia. Heute hat Nokia sicherlich noch einen bedeutenden Marktanteil. Nur wenn Sie nicht damit aufhören sich selbst Konkurrenz zu machen (Symbian vs. Maemo bzw. MeeGo) wird das nicht mehr lange so sein…

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Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation