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4. November 2009

Sechs Social Media Trends

Hier mal auf die Schnelle ein paar Entwicklungen, die sich in letzter Zeit so im Internet abzeichnen (mit Fokus auf Web2.0/ Social Web):

1. Neue soziale Räume und neue soziale Praktiken

Vor einigen Jahren noch fand sozialer Austausch fast ausschließlich offline statt. Menschen wollen miteinander sprechen, gegenseitig Emotionen austauschen – uralte gesellschaftliche Phänomene von naezu unbegrenzter Haltbarkeit. Mittlerweile entstehen durch die Plattformen des Web2.0 auch online soziale Räume – Beziehungen zu anderen Menschen, Kommunikation und Emotionalität geschehen nun auch online. Es gibt heute völlig neue Sozialpraktiken, angefangen vom Smilie aus  Interpunktionszeichen und Klammern über die Facebook-ich-gebe-dir-eine-Rose-Anwendung bis hin zum Knüpfen von “Freundschaften” per Freundesliste in Facebook.

2. Das Grundrauschen macht das Social Web unsozialer

Je mehr das Social Web jetzt genutzt wird, desto größer wird das Grundrauschen darin. Der Artikel von dem ich heute inspiriert wurde (Harvard Business) formuliert, dass das Social Web nun weniger sozial wird – Begründung: Angesichts des hohen Grundrauschens wenden die User Filter an und versuchen bestimmte Personen auszublenden, aus ihrem sozialen Raum auszuschließen. Diese Entwicklung könnte man aber als völlig normal bezeichnen, sie passiert genauso auch in der Realität.

3. Unternehmen nutzen Social Web professionell und umfassend

Dieses Grundrauschen und die ständig steigende, heute bereits sehr hohe Nutzungsintensität machen sich Unternehmen nun auch mehr und mehr zu Nutze – Social Media wird vermehrt professionell für geschäftliche Interessen genutzt. Ein Beispiel sei die ausführliche Twitterstrategie von Dell für verschiedene Geschäftsbereiche, Kundensegmente und Märkte. Oder die Konzeption einer kompletten langfristigen Social Media Strategie inklusive Krisenmanagement, Themen-Community-Manager, etc. bei einer Destination im deutschsprachigen Europa. Grundlage für alle touristischen Destinationen sollte sobald wie möglich zumindest eine Social Media Guideline sein, die Angestellte und Akteure aus dem Destinationsnetzwerk befähigt, soziale Medien richtig zu nutzen.

4. Die Pionierchance zieht vorüber

Bald haben selbst touristische Unternehmen im Social Web keinen Vorteil mehr, wenn sie Pioniere sind, denn langsam aber sicher wird das Social Web in der Breite von Destinationen genutzt, es kommt zur Konkurrenz. Wer jetzt noch nicht mitspielt, muss einen großen Innovationsgap aufholen und verliert damit Chancen und erhöht die Kosten.

5. Mobile Technologien sind wesentlich für das Social Web

Kommunikation und sozialer Austausch im Social Web und auch die Reiseerfahrung mit Social Media lebt von der Synchronität – also der zeitlich dichten Abfolge von Reaktionen verschiedener Akteure (live Aspekt) – und von der digitalen Nähe – diese entsteht dann, wenn ich meine sozialen Netzwerke in den Social Media von überall teilhaben lassen oder ansprechen kann. Zudem beschäftigt man sich vom mobilen Endgerät viel eher mit Social Media, unterwegs in der Bahn hat man Zeit… Außerdem: Foto + Video sind fast von jedem Smartphone aus möglich und tragen damit zu einer hohen Emotionalität in den Social Media bei – die begeistert aufgenommen und mehr und mehr nachgefragt wird. Ein weiterer Grund für die steigender Beliebtheit mobiler Endgeräte: Am Arbeitsplatz sind Social Networks oftmals auf dem Computer blockiert, weil der Arbeitgeber diese Ablenkung vermeiden will.

6. Das Prinzip der peer to peer gerichteten Email wird erweitert

Nämlich durch das für viele / alle sichtbare “Teilen” und “Posten” von Inhalten auf Twitter und Facebook und so weiter… Kommunikation wird sichtbarer, die Privatsphäre weicht weiter und weiter zurück.

Daniel Amersdorffer

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