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Reicht eine Facebook-Page als Homepage aus?

Beim Hotelcamp wurden wir gefragt, ob wir Beispiele von touristischen Unternehmen kennen, die nur noch mit einer Facebook-Page arbeiten, d.h. die Domain direkt auf die Facebook-Page umleitet – dank Ben Mussler von Qype  konnten wir diese Frage beantworten – et voila: http://www.lenzenalm.at

Uns ist bewusst, dass dies „nur“ eine Alm ist, aber – was ist wenn man alle Funktionen abbilden könnte, was eine klassische Webseite noch auszeichnet (z.B. eine Buchungsfunktion). Was dann? Brauchen wir dann noch reguläre „Home“-Pages?

9 Kommentare zu
Reicht eine Facebook-Page als Homepage aus?

Eine facebook fan page zu haben ist doch toll und vor allem wichtig angesichts der wachsenden Zahl von Menschen, die dieses Portal bzw. dieses Medium sich miteinander auszutauschen nutzen.

Insofern: eine fb-page kann ausreichen. Aber warum immer entweder oder? Klar, es hätte etwas Minimalistisches… aber das bekommt auch auch mit einer sauberen Startseite hin, die Besucher in die verschiedenen Kanäle (community, content etc.) lotst.

Ich würde nie auf nur ein Medium setzen. Das schöne an eigenen Seiten ist doch auch, das man mit entsprechenden domains und zielgruppengerecht angepasstem contect / design viel machen kann. Warum sollte ich da nur auf den blauen Riesen setzen?

Alexander

Ich wäre da vorsichtig, ausschliesslich auf eine Facebook Homepage zu setzen. Allerdings nicht aus Designgründen, da werden die Möglichkeiten auf FB wahrscheinlich für die größte Zahl an Leistungsträger ausreichen.

Du baust Jahre lang Traffic auf diese URL auf, generierst Fans, etc … und dann beschliesst Facebook von einem Tag auf den anderen irgendetwas im System zu ändern, deinen Account vielleicht überhaupt zu sperren … alles schon etliche Male vorgekommen. Wer schon einmal versucht hat, jemanden von FB ans Telefon zu bekommen, weiss wovon ich hier spreche. Gleiches Risiko halt wenn man als Hauptdomain http://www.providerDeinerWahl.com/meinHotel verwendet.

Das Beispiel von der Lenzenalm kann ich nicht ganz gelten lassen. Das ist vermutlich nur ein „Teilbetrieb“ vom Hotel Granat in Obergurgl. Das Hotel Granat hat sehr wohl eine eigene Homepage und dass auch aus gutem Grund.

Eher ist es eine „Spielerei“ bzw. ein „Testballon“. Der Junior ist sehr internet-affin und war früher, laut meines Wissens, auch mal bei ncm.at (Internetagentur).

Ich würde auch auf keinen Fall alles auf fremde Systeme auslagern, über die man keinerlei Verfügung hat. Facebook hat sicherlich seine Berechtigung, aber es gibt trotzdem viele gute Gründe eine eigene Homepage zu betreiben.

Aus meiner Sicht ergänzen sich die verschiedenen Systeme. Es macht natürlich Sinn alle Kanäle bei Facebook zu bündeln und zusäztlich zu kommunizieren.

Edgar HILBIG

Hallo zusammen,

das eine tun ohne das andere zu lassen, Vielfalt statt Einfalt! Diese Pragmatik macht etwas unabhängig und ein Stück weit individuell, weil man zielgruppenspezifisch und durchaus auch etwas spontan agieren kann, wenn man will. Ausserdem bietet facebook auf diese Art einen einzigartigen Multiplikator im persönlichen feedback, weil es das persönliche Empfinden in Text/Bild/Video authentisch vermitteln kann. Toll!

Herzliche Grüße, Edgar

Gegenfragen: Warum, liebe Hoteliers, denken wir darüber nach, unsere Gäste von unserem Angebot bzw. Produkt wegzuführen? Geld verdienen wir doch damit, dass unsere Gäste zu uns kommen, oder? Ist nicht die eigene Website das Spiegelbild unseren realen Identität im Web?

Eine Präsenz auf Facebook ist in jedem sehr empfehlenswert, um unsere Wunschgäste dort abzuholen und in unser Haus zu begleiten. Wenn man allerdings keine Scheu gegenüber Abhängigkeiten besitzt, dann kann man natürlich die eigene Website mittlerweile abschalten. Dann aber in jedem Fall diversifiziert und immer schön viel Kleingeld für Provisionen budgetieren.

Hat man allerdings diese Scheu, dann kann man ja auch mal darüber nachdenken, den Spieß umzudrehen. Ist es realistisch, über ein eigenes Buchungs- oder Contentwidget nachzudenken? Ist es realistisch, dieses dann an ausgewählte Multiplikatoren als Affiliate-Modell zu übertragen? Können diese ausgewählten Multiplikatoren auch eigene, bloggende Gäste oder die regionale Tourismusorganisation sein? Mit Sicherheit wären diese dankbar über eine Provision in Höhe von 5%, oder?

Diese Fragestellung und diese dazugehörige Diskussion zeigt eindeutig, dass sich das Internet im Teilungsprozess befindet. Dieser Teilungsprozess verläuft in zwei Richtungen. Die eine Richtung führt in „geschlossene“ Interneträume und -microräume. Der bisher größte „geschlossene“ Raum weltweit ist Facebook. Die andere Richtung ist die Teilung des Internets selbst in mehrere Formen. Den Anfang dazu hat Google bereits mit dem neuen Internetprotokoll SPDY:// angekündigt. Womit wir dann bereits 2 Internetformen hätten. Daraus resultierend enstehen wieder neue Geschäftsfelder.

Aufgrund dieser Tatsache und die immer größer werdende Kluft in unserer Gesellschaft bezogen auf das Verständnis der Entwicklungen im Internet, stellt sich aus meiner Sicht nicht die Frage dannach, ob man nur noch eine Facebook Seite benötigt sondern vielmehr nach dem WIE und in WELCHE RICHTUNG.

Doch um diese Fragen beantworten zu können, besteht unsere größte Herausforderung darin, selbst mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und dabei nicht unsere Mitmenschen (Mitarbeiter und Gäste) zu vergessen.

Nein, die eigene Seite ist immer noch die erste Anlaufstelle. Alles andere wirkt vertrauensfördernd durch die Fülle an Information. Aber eben in dieser Fülle an Infos liegt auch der Haken. Dadurch wird der potenzielle Gast einfach nur überwältigt. Als Anlaufstelle und Übersicht im Info-Chaos hat – bzw. sollte – einfach die Corporate Webseite erste Priorität.

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Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation