Anwesend am Tourismustag sind vor allem Destination Management Organisationen, die oftmals Feuerlöscher Funktion für die aus der Krise entstehenden Probleme in touristischen Regionen übernehmen müssen und meistens auch unter massiven Druck geraten, wenn es dem Tourismus in der Region nicht gut geht. Angesichts der Krise der Wirtschaft im Jahre 2008 / 2009, die sich auch auf den Tourismus durchpauste, stand der diesjährige Tourismustag unter dem Motto „Innovation statt Krise“ – Statt Jammern wäre die Konzentration auf eine innovative Marktdurchdringung und Produktentwicklung viel hilfreicher, so meine subjektive Interpretation des Themas. Im Folgenden meine Eindrücke von der Veranstaltung…
Get Together im Sophienkeller – Ein Gespräch über Performance Marketing
Der Start des deutschen Tourismustages gestern im Sophienkeller – einem Paradebeispiel für Erlebnisgastronomie – lieferte die richtige Atmosphäre für informelle Gespräche und ein erstes Kennenlernen. Thema eines der Gespräche, das ich mit den Vertretern einer Landestourismusorganisation geführt habe, war die mögliche Einführung eines Performancemarketings. Was versteckt sich hinter diesem Begriff? Letztendlich bestand der Ausgangspunkt des Gespräches in der Frage, ob Social Media Maßnahmen für Tourismusregionen als Marketinginstrument überhaupt sinnvoll sind. Meine provokative Gegenfrage war: Sind denn Messeauftritte wie die ITB mit Budgets von 200 000 bis 2 000 000 Euro sinnvoll? Die Frage nach dem „sinnvoll“ lässt sich eigentlich nur anhand des Return on Investment beantworten. Nicht immer lässt sich dieser direkt als monetäre Größe messen. Jedoch lassen sich – mitunter in einem hochkomplexen Konzeptionsprozess – Ziele definieren und mit monetären Beträgen gleichsetzen. Ein Beispiel könnte sein, einen Kommentar durch einen Gast auf einer Facebook Fanpage mit einem Betrag X Euro gleichzusetzen. Dieses Spiel lässt sich zu einer beliebigen Tiefe durchspielen und so lässt sich infolge auch ein bereichsübergreifendes Controlling im Tourismusmarketing verwirklichen. Natürlich bedeutet das aber auch die Bereitschaft, im Nachlauf vieles Bestehende umzuwerfen – denn eines weiß ich sicher – mehrere hunderttausend Euro für einen Messeauftritt sind woanders besser angelegt…?
Die Tagung am Donnerstag
Nach einem wunderschönen Spaziergang mit Sonne und Wind entlang der Elbe und mit Blick auf die schöne Altstadt von Dresden (Semperoper usw.) bin ich am stylisch-futuristischen Kongresscenter angelangt. Die Tagung zum deutschen Tourismusag begann mit den üblichen politischen Grußwörtern, teils leicht wahlkampforientiert, teils sehr politisch, teils Versprechungen, teils Worthülsen, teils deutschlandweite Tourismustrends, aber nichts außerordentlich Ungewöhnliches.
Danach folgte ein längerer Vortrag von Herrn Steinle, Zukunftsinstitut (das sind NICHT wir
– wir heißen Tourismuszukunft – Institut für eTourismus, nur weil das heute verwechselt wurde!). Der Vortrag hat mich nicht vom Hocker gerissen, obwohl er einige interessante Grundaussagen enthielt:
Nach der Mittagspause folgten weitere 3 Impulsreferate verschiedener Referenten. Hier ein paar Key-Learnings…
Fazit: Spannende Veranstaltung, aber das Thema Innovation hätte durchaus fundierter angegangen werden können. Auf wirklich zentrale Aspekte des ambitionierten Veranstaltungstitels „Innovationsmanagement“ wurde GAR NICHT eingegangen. Beispielsweise das Thema Innovationsdiffusion, also letztendlich die Frage wie sich Innovationen im Tourismus verbreiten und was die Hindernisse sind. Es war aber schön alte und neue Bekannte hier zu treffen!
Veröffentlicht am 6. November 2009 um 18:20 Uhr