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Ideacamp These 9 – Das Social Web verändert die Tourismuswirklichkeit

Die Entwicklungen des Social Web (Web2.0) haben dazu geführt, dass Internetnutzer an den Inhalten des Internets mitwirken und miteinander kommunizieren. Beziehungen zwischen Menschen werden damit nicht mehr nur in der Realität, sondern auch virtuell in den Plattformen und Anwendungen des Social Web (Social Graph) abgebildet. Im Tourismusbereich führt das Social Web dazu, dass Konsumenten miteinander über touristische Leistungen sprechen und ihre eigenen Eindrücke zu touristischen Leistungsträgern im Internet veröffentlichen. Die nutzergenerierten Informationen zu touristischen Angeboten im Social Web machen das Angebot, d.h. die Qualität der touristischen Leistung (z.B. Hotel) transparent.

Vollkommene Angebotstransparenz führt unweigerlich dazu, dass qualitativ schlechte Anbieter unter Handlungsdruck kommen. Sie müssen entweder mit schlechten Buchungszahlen leben und laufen Gefahr nicht mehr überlebensfähig zu sein oder sind gezwungen die Qualität, genauer gesagt ihr Preis-Leistungsverhältnis dem Marktumfeld anzupassen. In Folge verändern sich nicht nur die einzelnen Hotels, Orte oder Zielgebiete sondern ebenso Touristenströme, d.h. die touristische Praxis. Gäste reisen immer schon aufgrund von Empfehlungen von Freunden und Bekannten – nun ist möglich, genau dies im Internet abzubilden, was eine Vervielfältigung der Gespräche und somit einer Wirksamkeitssteigerung gleichkommt.

Was früher einmal am Stammtisch erzählt wurde, ist jetzt im Web für alle Freunde und oft auch darüber hinaus sichtbar. Für touristische Anbieter ist es unerlässlich, Teil dieser Gespräche zu werden bzw. Gespräche zu initiieren und zu leiten. Nur wer lernt, mit den (neuen) Märkten (Märkte sind Gespräche) umzugehen, wird langfristig in der Tourismusrealität einen Platz haben.

An der Bearbeitung der Thesen waren folgende Autoren beteiligt: Daniel Amersdorffer, Florian Bauhuber, Thomas Fleck, Uwe Frers, Michael Grillhösl, Christian Kolb, Jochen Krisch, Reinhard Lanner, Jens Oellrich, Oliver Puhe, Dr. Oliver Rengelshausen, Jörg Schlottke, Daniel R. Schmeisser, Roy Uhlmann, Matthias Weckermann, Manuel Weinhold

Lizenz:  Alle erarbeiteten Inhalten des Ideacamps 2009 und des vorliegenden Thesenpapiers sind unter einer Creative Common Lizenz lizenziert und damit für jeden frei nutzbar insofern die Autoren des Papiers genannt werden.

3 Kommentare zu
Ideacamp These 9 – Das Social Web verändert die Tourismuswirklichkeit

Georg Ziegler

Zusätzlich spielt bei dieser Transparenz auch das Einpegeln der Erwartungshaltung des touristischen Kunden eine Rolle:
Was ist ein “qualitativ schlechter Anbieter”? Ein Anbieter, der die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllt.
Jeder Kunde hat eigene Präferenzen und Bedürfnisse. Auch ein Hotel mit Bädern aus den 70ern wird von dieser Transparenz im Web profitieren, denn die Kunden, denen alte Bäder egal sind werden weiterhin dieses Haus buchen, jedoch wird sich möglicherweise die Zahl der unzufriedenen Kunden reduzieren, da sämtliche Konsumenten mit einer realistischen Erwartungshaltung dieses Produkt in Anspruch nehmen.
Transparenz hilft also auch dem Leistungsträger bei der Ansprache seiner Zielgruppen und damit werden Angebote weiter zielgruppenspezifischer.
MbG

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