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22. Juli 2009

Ideacamp These 6 – Vom GUI zum NUI – bedürfnisorientierte User Interfaces

Reisen ist eine soziale Aktivität. Dieser Aspekt ist in den standardisierten Benutzeroberflächen, Buchungsstrecken und Einstiegskonzepten zurzeit nur unzureichend berücksichtigt. Ähnlich wie es Apple mit dem IPhone für die mobile Welt vorgemacht hat, wird es in der künftigen Gestaltung touristischer Web-Angebote in Zukunft darum gehen, bedürfnisorientierte und personalisierte Interfaces zu konzipieren, die Zugang und Bedienung für die Nutzer erleichtern. Das klassische GUI (Graphical User Interface) wird daher zunehmend durch natürliche, bedürfnisorientierte Schnittstellen ersetzt (NUI, Natural User Interface), die in Zukunft auch geräte-unabhängig und sprachgesteuert bedient werden können. Einfachheit (simplicity) in der Gestaltung von Benutzeroberflächen wird in Zukunft zu einem wettbewerbsrelevanten Kriterium, das aufgrund ähnlicher Produktangebote zu einer Differenzierung zwischen den Anbietern führt.

Die verschiedenen Phasen der Planung, Vorbereitung, Buchung und Nachbereitung, aber auch die Reise selbst sind von Interaktion und sozialer Aktivität gekennzeichnet. Starre Interfaces, umständliche Buchungsprozesse und fehlender Austausch mit anderen Usern stehen dem Verständnis einer Reise diametral entgegen. Social Media ergänzt die gängigen Interfaces zwar jetzt schon um eine wichtige soziale Komponente – den Austausch mit anderen Usern. Noch mangelt es aber an bedarfsorientierten Navigations- und Einstiegskonzepten, die den Nutzer emotional und individuell ansprechen und zur Reise inspirieren.

Für die Vielfalt der vorhandenen Reisemotive, denen sich der persönliche Berater annimmt, müssen web-spezifische Interfaces konstruiert werden, die nicht auf Funktionen, sondern an den Bedürfnissen der Nutzer ansetzen.

Durch die Konvergenz der Medien entstehen plattform-unabhängige Zugänge zu reiserelevanten Informationen – sei es vor, während oder nach der Reise. Konvergente Angebote erlauben in Zukunft eine geräteunabhängige Versorgung mit touristisch relevanten Informationen, die nicht aktiv gesucht, sondern bedürfnisorientiert angeboten werden. Die Orte der Information werden zunehmend personalisiert (z.B. via Mobile Applications). Semantische Technologie und bekannte Userprofile (z.B. über Facebook) ermöglichen eine gezielte Auswahl an Reisen und die Darstellung passgenauer Angebote, die den Wünschen des Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechen.

Suchstrategien werden entlang von Kundenbedürfnissen abgebildet, individuelle Profile sind über verschiedene Plattformen hinweg verfügbar und ermöglichen leicht nutzbare One-Click-Transaktionen von jedem Ort. Eine gezielte   User Centered Strategy hilft dabei, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und Produkte frühzeitig nach seinen Bedürfnissen auszurichten.

An der Bearbeitung der Thesen waren folgende Autoren beteiligt: Daniel Amersdorffer, Florian Bauhuber, Thomas Fleck, Uwe Frers, Michael Grillhösl, Christian Kolb, Jochen Krisch, Reinhard Lanner, Jens Oellrich, Oliver Puhe, Dr. Oliver Rengelshausen, Jörg Schlottke, Daniel R. Schmeisser, Roy Uhlmann, Matthias Weckermann, Manuel Weinhold

Lizenz:  Alle erarbeiteten Inhalten des Ideacamps 2009 und des vorliegenden Thesenpapiers sind unter einer Creative Common Lizenz lizenziert und damit für jeden frei nutzbar insofern die Autoren des Papiers genannt werden.

Daniel Amersdorffer

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