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22. Juli 2009

Ideacamp These 1 – Touristische Intermediäre werden sich nachhaltig verändern.

Intermediäre im Tourismus hatten bislang die Aufgabe, das heterogene Angebot touristischer Leistungen für den Nachfrager sichtbar und vergleichbar zu machen. Basis hierfür war die Standardisierung von Informationen sowie die Übernahme von Marketing- und Vertriebsaufgaben für den Leistungsträger.

Durch die wachsende Bedeutung des Social Web erhalten touristische Leistungsträger zunehmend direkten Zugang zu den Nachfragern. Konsumenten haben auf den Web2.0 Plattformen die Möglichkeit aktiv Informationen nachzufragen und ihren Informationsbedarf abzubilden. Dies bedingt eine Veränderung der Aufgaben von Intermediären im Tourismus.#

Traditionelle Intermediäre, wie klassische Reiseveranstalter, Tourismusorganisationen und Global Distribution Systeme (GDS), verändern ihre Marktposition und verlieren langfristig an Marktbedeutung. Gestärkt werden zukünftig dynamische Intermediäre, die stärker modularisierte Infrastruktur bereitstellen, um Informationen, Verfügbarkeiten, Preise und Dienstleistungen für den Nachfrager zu einem One-Stop-Shop zusammen zu führen.

Dabei werden nicht mehr nur touristische Massenprodukte, sondern auch Reiseangebote aus den vielfältigen Nischenbereichen des Tourismus (Longtail) integriert werden. Allerdings liegen deren Informationen bislang nicht in standardisierten Datenformaten vor, sondern in diversen proprietären Diensten, die in den meisten Fällen keine offenen Schnittstellen anbieten. Daher erfordert diese skizzierte Entwicklung eine Diskussion über neue Ansätze im Datenmanagement.
Die zunehmende Nähe der Leistungsträger an die Endkunden lässt die Produktvielfalt am Markt wachsen und ermöglicht eine Bedienung der zunehmend ausdifferenzierten Kundenwünsche.

Die fortschreitende Entwicklung des Internets und der damit einhergehenden Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten lassen immer schneller neue Intermediationsformen entstehen. Dies erfordert Reaktion und Anpassung bestehender Intermediäre, um den Nutzen für den Nachfrager konstant zu halten.

Eine Reaktionsmöglichkeit der Intermediäre liegt in der Fokussierung auf spezifische Dienste und die Entwicklung von einem „full-service“ Anbieter hin zu einem „best-service“ Anbieter. Flexible, spezialisierte Dienstleistungen rund um die Erstellung und den Vertrieb einer Reise werden benötigt, um die Nähe der Leistungsträger zu den Endkunden, die auf der technischen Basis entstanden ist, rechtlich und kaufmännisch umsetzen zu können. Full Service Anbieter werden den fragmentierten Markt nur bedingt erfolgreich bedienen können.

An der Bearbeitung der Thesen waren folgende Autoren beteiligt: Daniel Amersdorffer, Florian Bauhuber, Thomas Fleck, Uwe Frers, Michael Grillhösl, Christian Kolb, Jochen Krisch, Reinhard Lanner, Jens Oellrich, Oliver Puhe, Dr. Oliver Rengelshausen, Jörg Schlottke, Daniel R. Schmeisser, Roy Uhlmann, Matthias Weckermann, Manuel Weinhold

Lizenz:  Alle erarbeiteten Inhalten des Ideacamps 2009 und des vorliegenden Thesenpapiers sind unter einer Creative Common Lizenz lizenziert und damit für jeden frei nutzbar insofern die Autoren des Papiers genannt werden.

Daniel Amersdorffer

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